Oberndorfer Kuttter im Wasser

"Onkel Ernst"  ist wieder flott

24.08.2012

OBERNDORF. Nach sechs Jahren auf dem Trockenen hat der hölzerne Jugendkutter wieder Ostewasser unterm Kiel, ist flott gemacht und ganz in seinem Element, wie der bestandene Probebetörn des 50 Jahre alten Oldies „Onkel Ernst“ beweist.

Tipptopp in Schuss ist das maritime Erbstück. Dank guter und trockener Einlagerung und einer gehörigen Portion Ranklotzen. So machten sich Harald Säland, Petra Reese und Fred Dobrinkat an drei Nachmittagen mit Werk- und Putzzeug an die Arbeit, den Kutter mit einem einen neuen Bodenanstrich versehen, eine Metallschiene zu erneuern und mit Hochdruckreiniger und Schrubber vor allem von Vogelschiete zu befreien.

„Eine tolle Leistung“ sei das, lobt Bürgermeister Detlef Horeis die Arbeit des Trios. Der passionierte Segler Harald Säland ist von dem Kutter schwer begeistert: „Das ist ein Supermaterial und viel zu schade, um dahinzusiechen.“ Seglerisch verlangt das anderthalb Tonnen Boot einiges ab, weiß Fred Dobrinkukat: „Das ist Seemannschaft pur.“ Kuttersegeln bedeutet mehr Kraftakt als Kaffeefahrt – und verlangt handfestes Zupacken an Schot und Ruder. Das lernt jetzt auch die Landratte Reese mit Elan. Harald Säland und Neubürgerin Petra Reese haben es erst im Juni in die Hand genommen, unter der fachkundigen Beratung das gute Stück aus dem Garagenschlaf zu wecken. Dem Dorferneuerungsprozess ist Sämanns Engagement zu verdanken. Anstelle von „man müsste machen“ wurden die Oberndorfer sensibilisiert, Eigenverantwortung an den Tag zu legen – also Vorschläge und Ideen selbst in die Tat umzusetzen.

Jetzt herrscht Klarschiff – und doch hofft die Kutter-Crew, weitere Mitstreiter an Bord zu holen, um das Boot dauerhaft in sicheres Fahrwasser manövrieren. Locker angedacht sind Kooperation mit Schulen, Törns für Feriengäste oder auch Kindergeburtstage: Gut vorstellbar für sie ist auch, „Onkel Ernst“ als Mehrgenerationenprojekt laufen zu lassen und natürlich steht gedanklich der Aufbau einer Jugendgruppe an vorderster Stelle. Gemeinsam mit dem Jugendausschuss der Gemeinde – als Eignerin des Kutters – soll der Kurs abgesteckt und genau überlegt werden, wohin der Törn geht. Über den Winter will man sich Zeit für ein tragfähiges Konzept nehmen.

Jedenfalls ist Fred Dobrinkat hocherfreut, dass die Jugendkuttergeschichte mit engagierten Leuten weiter geht, der Kutter wieder im Wasser und Leben an Bord ist. Sein Seemannsherz hängt eben an dem robusten Segler. Seit über einem Vierteljahrhundert ist „Onkel Ernst“ mit jeder Menge Spaß und vielen schönen Erinnerungen verbunden. 1986 hatte die Gemeinde den 1962 in Hamburg gebauten Juegndwanderkutter von der Marinejugend Cuxhaven gekauft. Der damalige Schulleiter Uwe Hohmann als erster Mann mit dem Nautiker Dobrinkat bildeten jugendliche Segler aus, zunächst noch unter der Flagge der Kirchengemeinde. Ab 1990 lag die Betreuung und Ausbildung sowie die Verantwortung für das Boot in den Händen von Dobrinkat. Den Nachwuchs rekrutierte er in erster Linie durch Ferienpassaktionen. „Insgesamt 81 Jungen und Mädchen sind im Segeln ausgebildet worden“, so seine stolze Bilanz- Als Berater bleibt er dem Projekt erhalten.

Von Wiebke Kramp

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