Erleichterte Gesichter: Die Otterndorfer Gymnasiasten nach ihren Produktpräsentationen. Lehrerin Franziska Zamzow (r.) hatte das Projekt mitbetreut. Foto: Konken
Schule

Otterndorf: Abstecher in die Geschäftswelt

11.11.2018

OTTERNDORF. Einmal in die Rolle eines Unternehmensmanagers schlüpfen - das "Management Information Game" (MIG) macht's möglich.

Eine Woche lang erhielten Otterndorfer Gymnasiasten Einblicke in betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und übernahmen die Aufgabe, ein Konzept für eine spezielle Haarbürste zu entwickeln vor einer Experten-Jury zu präsentieren.

"Haarbürsten verkaufen statt Vokabeln büffeln - das stand in dieser Woche auf dem Programm der Schüler", so Jan Mittelstedt, stellvertretender Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Cuxhaven-Elbe-Weser (UVC) . "Und die Präsentationen heute Abend sind natürlich das Highlight des Seminars." Schulleiterin Dr. Marlies Reinke freute sich über das Engagement ihrer Schüler und appellierte an die "Jung-Unternehmer": "Traut euch auch, im Anschluss an eure Präsentationen mit den Geschäftsleuten ins Gespräch zu kommen."

Andreas Mätzold vom Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) betreute als Spielleiter das MIG-Projekt und stellte zu Beginn kurz die Aufgabenstellung vor: Für die fiktive, internationale Firma "Best Hair Ever Inc." sollten die Elftklässler in drei, im Wettbewerb zueinander stehenden Unternehmen unter bestimmten Vorgaben ein Konzept für eine innovative Haarbürste erstellen. Für die Präsentationen hatten die Gruppen jeweils zehn Minuten Zeit.

"Und dann kommen Sie ins Spiel - Sie sind heute die Versuchskaninchen", sagte Mätzold ans Publikum gewandt. So dürften die Vertreter lokaler die Rolle der Einkaufsabteilung von "Best Hair Ever" einnehmen und den Schülern im Anschluss Fragen nach Technik, Design oder Werbekonzepten stellen.

Mätzold hielt das Publikum an, sich nicht zurückzuhalten: "Treiben Sie den Schülern gerne Schweißperlen auf die Stirn. Sie können auch gerne Fragen auf Englisch stellen - nur Französisch würde vielleicht etwas zu weit gehen", lacht Mätzold. Am Ende würde per Stimmabgabe ein Sieger ermittelt.

Eine Aufgabe, drei Bürsten

Dann ging es ans Eingemachte: Die "Marces Company"-AG stellte als erste Gruppe ihren "Unidryer" vor, mit dem die Haare gleichzeitig gebürstet und geföhnt werden können. Auch eine Steuerung über eine App sei möglich.

Die "Usefulation"-AG dagegen setzte auch einen Fokus auf die Vorstellung ihres Unternehmens und legte einen ausgereiften Flyer für ihre "Starbrush" vor. Der Vortrag der "Spacebeauty"-AG beinhaltete schließlich sogar ein Produktvideo für ihre "Spacebrush".

"Wenn man bedenkt, dass die Schüler für diese Präsentationen nur zwei Tage Zeit hatten, und das neben dem eigentlichen Tagesgeschehen, ist das schon sehr beeindruckend, was sie hier auf die Beine gestellt haben", freute sich Andreas Mätzold. Das Projekt lege viel Wert auf unternehmerisches Denken: "Wir wollen eine Art Bauchgefühl vermitteln, denn das beste BWL-Studium nützt nichts ohne unternehmerisches Gespür."

Schließlich setzte sich die "Usefulation"-AG, die vor allem in der Fragerunde überzeugte, gegen die anderen Unternehmen durch. "Gewinner seid ihr aber trotzdem alle", so Marlies Reinke.

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