Familie Schwan hat sich in der Uferböschung gegenüber vom Südsee-Wassersportzentrum niedergelassen. Während das brütende Weibchen im Nest sitzt, verteidigt das Männchen das Revier. Das könnte im Laufe der Saison zu einem Problem werden, befürchtet Tourismus-Chefin Sabine Gütlein. Sie plädiert für eine Umsiedlung der Vogelfamilie. Die Facebook-Nutzer lehnen diese Idee mehrheitlich ab.Foto: Mangels
Internet

Otterndorf: Geplante Schwan-Umsiedlung schlägt hohe Wellen

von Christian Mangels | 23.05.2019

OTTERNDORF. Dieses Thema sorgt für Furore in den sozialen Netzwerken: Am Otterndorfer See sollen ein angriffslustiger Schwan und seine Familie eingefangen und umgesiedelt werden.

"Pfui", "Traurig, was hier abgeht", "Lasst das Tier in Ruhe" und "Scheiß auf den Wassersport", finden Facebook-Nutzer.

Unsere Berichterstattung über das aggressive Schwanenmännchen, das seine Brut verteidigt, faucht und auf Wassersportler losgeht, hat besonders bei Facebook hohe Wellen geschlagen. Viele Tierfreunde sind empört, ärgern sich über den Ausdruck "Problemschwan" und lehnen eine Umsiedlung der Vogelfamilie ab.

Für Facebook-Nutzer Gordon Andrew Borthwick ist das hitzige Verhalten des Wasservogels völlig normal: "Jedes Lebewesen verteidigt und schützt seine Kinder." Und Stefanie Lange fragt: "Ist man auch ein Problemmensch, wenn man seine Kinder behütet?"

Alexandra Busch kommentiert die Entwicklung am Badesee mit Ironie: "Wirklich eine Frechheit vom Schwan, seiner Natürlichkeit nachzugehen." Der Mensch habe komplett den Bezug zur Flora und Fauna verloren, findet Web-Kommentatorin Lilly Grossmann.

"Kann man die Tiere nicht einfach nur in Ruhe lassen?", will Pedy Zimmer Kersten wissen. Sie weiß, dass in Hamburg die Belästigung der Alsterschwäne unter Strafe steht. "Wenn man diesen Schwan von dem Fleckchen entfernen würde, wäre Otterndorf doch noch ärmer."

Yvonne Funke erwartet Zurückhaltung von den Wassersportlern, die auf dem See unterwegs sind: "Hundehalter müssen ihre Hunde während der gesamten Brut- und Setzzeit an der Leine führen. Wer führt die Wassersportler an der Leine? Wieso ist es in dieser Zeit erlaubt, Wassersport in dieser Umgebung zu betreiben?"

Facebook-Nutzerin Astrid Sibylla Draconis meint: "Vielleicht kann die Spaßgesellschaft ja mal für ein paar Wochen ihre Freizeit woanders verbringen."

Wassersport-Anbieter Ron Reimers sieht die Sache naturgemäß etwas anders: "Wir haben in den letzten Jahren mehrere Schwan-Attacken beobachtet, einmal mussten wir einem Schwimmer zu Hilfe kommen", schreibt er auf der Facebook-Seite "Du kommst aus Otterndorf, wenn...". Und weiter: "Wir hatten in den letzten Jahren total entspannte Schwäne, zwischendurch aber auch leider andere. Dadurch, dass der Badesee touristisch erschlossen ist, ist es leider nicht unproblematisch. Keiner hat was gegen die Schwäne. Aber sollte es zu einem Unfall kommen, würde man sich fragen, ob man nicht etwas hätte tun können."

Martina Mushardt hält den Nistplatz direkt gegenüber vom Südsee-Wassersportzentrum für denkbar ungünstig. Ihr Vorschlag: "Umsiedeln, wenn der Nachwuchs geschlüpft ist - das ist die einzige Alternative, auch im Sinne der Schwanenfamilie. Es ist sonst Stress für alle, für Mensch und Tier. Die Seen-Anlage ist dafür einfach zu klein."

Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

cmangels@no-spamcuxonline.de

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