Mobiles Eigenheim

Otterndorf: Prima Platz für Wohnmobile

24.07.2016

OTTERNDORF. Wohnmobile liegen im Trend. Der Stellplatz in Otterndorf hinterm Deich beim Seglerhafen ist begehrtes Fereiendomizil und längst zu klein. Von Wiebke Kramp

Kalle trägt entspanntes Lächeln, Badeschlappen in Flieder und gebräunten Bauch über den blauen Bermudas. COOL prangt in weißen Riesenlettern auf den Shorts – und darunter steht etwas kleiner „keep cool“. Das bedeutet soviel wie, gelassen zu bleiben. Kalle fällt das zurzeit ziemlich einfach. Er ist in Urlaubslaune und hat den passenden Ort dazu gefunden.

Der 64-Jährige genießt mit seiner Frau die Tage in Otterndorf. Ihr Wohnmobil – ein zehn Jahre alter Fiat – steht auf dem Stellplatz hinterm Seglerhafen neben dem Schöpfwerk. Hier duzt man sich, hier hilft man sich, hier schiebt man auch schon mal die Klapptische und Campingstühle zusammen, genießt Gesellschaft, Gegrilltes vom eigenen Rost oder Kaltgetränke aus eigenem Kühlschrank. Und Dank Satellitenschüssel ist sogar der Fernseher empfangsbereit an Bord. Unterwegs – und zugleich Zuhause. Ein Wohnmobil macht’s möglich, muss man aber mögen. Aber der Trend zum Womo-Urlaub bleibt in Deutschland ungebrochen und auf Wachstumskurs. Erneut gibt der Caravaning Industrieverband eine Steigerung der Neuzulassungen von Caravans und Reisemobilen an. Zwischen Januar und Juni sind 23 855 Reisemobile neu zugelassen wurden, im selben Zeitraum 2015 waren es 19 307.

Sehr gut frequentiert:

Längst kein Geheimtipp mehr, ist das Otterndorfer Ferienkleinod für rollende Eigenheime. Hinterm Seglerhafen herrscht das Windhundprinzip. Wer zuerst ankommt, schnappt sich den besten Platz – der hintere gepflasterte Partkplatzbereich bieten bis zu 13 Womos Stellfläche.

„Vorbestellen kann man bei uns nicht, auch wenn das mancher gern machen möchte“, weiß Imbiss- und Kiosk-Pächter Thomas Karbach (46), dass sich die Attraktivität dieses Platzes im Otterndorfer Feriengebiet herum gesprochen hart. Seit mittlerweile fünf Jahren hat er für die Stadt die Womo-Platz-Betreuung unter seinen Fittichen. Seglertreff und Parkplatz sind in Besitz Otterndorfs und eine Vergrößerung des Womo-Stellplatzes beschlossene Sache. „Diese Erweiterung ist auch dringend notwendig, wir schicken täglich eben so viel wieder weg, wie hier stehen. Denn auch bei doppelter Größe wären wir locker ausgebucht. Und alle hätten ‘was davon.“

Kalle und Frau sind schon das dritte Mal hier – und kommen bestimmt wieder, so schwer begeistert wie sie sind. Aus Osterholz haben sie es es mit ihrer rollenden Ferienwohnung nicht weit bis zum Meer – und machen sich bei schönem Wetter auf den Weg zum Platz hinterm Elbdeich im kleinen Nordseebad. „Hier ist es klein und familiär, du hast sofort netten Anschluss, der Preis stimmt und die Sanitäreinrichtungen sind sauber“, schwärmt Kalle. 9,50 Euro kostet die Nacht pro Wohnmobil, Strom inklusive. Nicht nur ihren Haushalt, auch Elektro-Fahrräder haben sie an Bord dabei, um auf Tour zu gehen. „Eine ganz feine Sache“, findet der Renter, „damit vergrößert sich unser Aktionsradius erheblich.“

Auch wenn es mitunter so wirkt: Nicht nur nur Rentner gehen mit einem Ferienmobil auf Tour. Aufgemacht haben sich auch Thomas und Kathrin aus Nürnberg. Sie steuerten einfach ins Blaue Richtung Meer lund andeten durch Zufall in Otterndorf – und sind zufrieden. Der Ingenieur (34) und die Heilerzieherin haben einen kleinen VW-Camperbus dabei. „Wir haben hier alles bei uns, was wird brauchen. Uns reicht das“, grinsen sie, während ein holländisches Luxusriesengeschoss in Silber den Stellplatz ansteuert – und gerade noch einen der letzten freien Plätze ergattert. „Wir haben hier den schönsten und ruhigsten erwischt“, freut sich jedenfalls Kalles Frau. Ihr Wagen steht ganz hinten in der Ecke am Zaun, dort gibt es nur einen direkten Wagennachbarn.

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