Fischfang

Perspektiven für Küstenfischerei durchwachsen

13.07.2018

CUXHAVEN. Deutsche Kutter- und Küstenfischer bewerten die Fangempfehlungen des Internationalen Rats für Meeresforschung (ICES). (red)

Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) hat die ersten Fangempfehlungen für 2019 für die demersalen Fischbestände (Bodenfische) in der Nordsee vorgelegt. Gute Nachrichten gibt es demnach vom Seelachs, dem Seehecht und der Scholle. Bei diesen Fischarten empfiehlt der ICES eine Anhebung der Gesamtfangmengen, vermeldet der Verband der deutschen Kutter- und Küstenfischer.

Der Verband der Kutter- und Küstenfischer gelangt insgesamt zu der Auffassung, dass die Überfischung der Nordsee weitgehend der Vergangenheit angehöre. Es zeigten sich deutliche Erfolge bei einer Orientierung an den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Positiv bewertet die Fischerei außerdem die wachsende Wertschätzung wild gefangener Fische durch den Verbraucher. Bei stabilen Erzeugerpreisen könnten auch die Absatzprobleme früherer Jahre der Vergangenheit angehören.

Bei der Scholle sei der Elterntierbestand wieder gewachsen und erreiche in diesem Jahr mit einer Biomasse von über 940 000 Tonnen erneut einen Höchstwert seit Beginn der wissenschaftlichen Bestandsberechnung. Der Schwellenwert für nachhaltige Bewirtschaftung liege bei 564 599 Tonnen und werde laut Verband seit Jahren deutlich überschritten. Der ICES empfiehlt eine leichte Erhöhung der Fangmenge um 9 Prozent. Auch beim Seelachs wachse der Elterntierbestand und erreiche mit mehr als 300 000 Tonnen eine Größe wie zuletzt 1977. Gegenüber dem laufenden Jahr empfiehlt der ICES deshalb eine Erhöhung der Fangmenge um 21 Prozent.

Beim Seehecht sei der Elterntierbestand in den letzten zwei Jahren zwar leicht gesunken, liege aber mit mehr als 305 000 Tonnen immer noch im grünen Bereich einer nachhaltigen Bestandsbewirtschaftung. Hier empfiehlt der ICES eine Erhöhung der Gesamtfangmenge um 27 Prozent.

Für Steinbutt und Glattbutt, die zusammen mit einer gemeinschaftlichen Gesamtfangmenge bewirtschaftet werden, ist die Empfehlung gleich geblieben. Die Bestände zeigten sich bei nachhaltiger Bewirtschaftung stabil. Beim Nordsee-Kabeljau ist die Lage unübersichtlich. Im Vorjahr hatte der ICES für 2019 eine Laicherbestandsbiomasse von 216 000 Tonnen vorhergesagt. Dies lag rund 30 Prozent über dem Schwellenwert. Diese Vorhersage wurde in mehreren Schritten in der Bestandsschätzung auf nur noch 116 000 Tonnen heruntergesetzt. Der Fischereiverband kann das „Verschwinden“ von 100 000 Tonnen nicht nachvollziehen und zweifelt an der Qualität der wissenschaftlichen Bestandsschätzung. Die Natur mache selten so große Sprünge von Jahr zu Jahr.

Es bleibe abzuwarten, ob der ICES weitere Korrekturen seiner Vorhersage bis zur Beschlussfassung des EU-Ministerrates vorlegt. Dessen Empfehlung für 2019 liege jetzt bei einer Kürzung der Gesamtfangmenge um 47 Prozent. Für das laufende Jahr waren die Gesamtfangmengen auf Grundlage der ICES-Empfehlung noch auf 52 884 Tonnen festgelegt worden. Im nächsten Jahr soll, eine Gesamtfangmenge von 25 302 Tonnen nicht überschritten werden.

Für die Fischerei sei es ein schwacher Trost, dass sie nicht für diese Entwicklung verantwortlich gemacht werde, denn sie habe sich um den langfristigen Wiederaufbau des Bestandes bemüht und die empfohlenen Fangquoten nicht überschritten.

Für Schellfisch-Bestände empfiehlt der ICES Absenkungen der Gesamtfangmenge um 27 Prozent, bei der Seezunge und beim Wittling um 18 Prozent.

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