Politische Feldzüge unangebracht

28.06.2018

Kontroverse Debatte um stationäres Hospiz in Duhnen. Ein Kommentar von Maren Reese-Winne.

Es war die einfach in den Raum gestellte Formulierung im AfD-Antrag, Betroffene seien „von der Gesellschaft allein gelassen“, die einige Ausschuss- und Ratsmitglieder in der Diskussion so auf die Palme gehen ließ. Angesichts einer intensiven, in vielen Jahren aufgebauten ambulanten Hospiz- und auch engagiert betriebenen Palliativarbeit werteten sie dies als Affront gegen die Akteure, die in den Netzwerken der Stadt gemeinhin größtes Vertrauen genießen.

Jene Experten sind es auch, mit denen als erstes gesprochen werden sollte (und nicht mit potenziellen Investoren), wenn es um die Frage der Notwendigkeit eines stationären Hospizes geht. Die Frage danach zu stellen, ist ja nicht verwerflich, wobei es schon verwunderlich ist, dass die Forderungen aus der Bevölkerung bisher ausschließlich bei der AfD geäußert worden sind. Auch uns bei der Zeitung hat hierzu seit vielen Jahren keine Leseranfrage erreicht.

Dennoch ist es ohne Zweifel so, dass die Begleitung bis zum Tod in den eigenen vier Wänden in vielen Fällen schwierig ist: aus räumlichen Gründen, wegen fehlender körperlicher und seelischer Kraft Angehöriger, wegen komplizierter medizinischer Versorgung und nicht zuletzt: Wenn überhaupt keine Angehörigen da sind. Das könnte zum Beispiel auf Neubürger Cuxhavens zutreffen, die im Ruhestand zunächst als Paar hierher gezogen sind. Was nicht weiter bringt, ist eine Diskussion auf emotionaler Ebene, auch wenn das Thema Hospiz das denkbar sensibelste ist.

Bedarf, regionale Netzwerke, mögliche Standorte und Träger, Finanzierung, Personalgewinnung, das sind Fragen, über die kühlen Kopfes diskutiert werden muss.

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