Vor sogenannten Schockanrufen warnt aktuell die Polizeiinspektion Cuxhaven. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa
Fiese Betrüger

Polizei Cuxhaven warnt: Betrugsmasche "Schockanruf" breitet sich aus

08.06.2021

KREIS CUXHAVEN. Die Polizei Cuxhaven warnt aktuell vor sogenannten Schockanrufen. Seit mehreren Tagen würden sich Betrüger vor allem bei älteren Menschen im Cuxhavener Stadtgebiet und Umland melden.

Nach Polizeiangaben geben sich die Anrufer unter anderem als Mitarbeiter der Helios-Klinik Cuxhaven aus. Am Telefon teilen sie mit, dass ein Angehöriger des oder der Angerufenen aufgrund einer Corona-Erkrankung auf der Intensivstation liege.

Man würde ein sehr teures Medikament zur Behandlung benötigen, wofür ein Geldbetrag im mittleren vierstelligen bis fünfstelligen Bereich überwiesen oder an eine Person übergeben werden solle.

Reaktion verhindert klares Denken

"Die Täter spekulieren darauf, mit solchen Anrufen die meist lebensälteren Personen so zu überraschen beziehungsweise zu erschrecken, dass sie den Wahrheitsgehalt des Anrufs nicht hinterfragen", sagt Melanie Pöpke, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Cuxhaven.

Die Betrüger hoffen bei ihrem Anruf dann auf ein sich aufbauendes Gespräch: "Findet erst einmal eine Kommunikation statt, werden [die potenziellen Opfer] nicht selten über Stunden beschäftigt und mit Aufträgen abgelenkt. Die Betroffenen können in dieser Situation oft gar keinen klaren Gedanken fassen und erkennen den Betrug nicht", berichtet Polizeisprecherin Pöpke.

Ratschläge der Polizei

Die persönliche Scham hinterher sei meist so groß, dass der Weg zur Polizei gescheut werde. Deshalb berichtet die Polizeiinspektion Cuxhaven jetzt umfassend über die Betrugsmasche und warnt mit folgenden Hinweisen:

- Übergeben oder überweisen Sie keine Geldbeträge an unbekannte Personen.

- Legen Sie bei solchen Anrufen sofort auf und kontaktieren Sie Ihre Angehörigen oder vertraute Personen.

- Geben Sie keine persönlichen Daten am Telefon preis.

- Im Zweifelsfall kontaktieren Sie Ihre Polizei und schildern Sie dort den Sachverhalt.

Anrufe auch in Bremerhaven

Auch die Bremerhavener Polizei berichtete am Dienstagmorgen davon, dass es immer wieder zu Schockanrufen komme. Mehrere Bürger hätten demnach am Montag solche Anrufe erhalten.

Die Täter seien dabei immer nach dem gleichen Muster vorgegangen: Sie versuchten ihre Gesprächspartner unter Druck zu setzen, damit eine hohe Geldsumme zur Verfügung gestellt wird.

Die Betrüger stellten sich als Doktor oder Professor eines Krankenhauses vor und berichteten am Telefon, dass ein Familienangehöriger schwer verletzt eingeliefert worden sei. Die Betrüger forderten in den meisten Fällen 37.000 Euro für Medikamente oder eine zügige Behandlung.

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