Projekt wird zur Nagelprobe für die SPD-Mehrheit

24.08.2017

Ferienhäuser in Hechthausen? Dazu ein Kommentar von Egbert Schröder

Ich hab’s (vergeblich) versucht: Auf 259 Seiten sollen den Politikern und anderen interessierten Lesern die Vorteile des neuen Ferienhausgebietes „Mühlenhof“ schmackhaft gemacht werden. Man wird erschlagen von den Informationen und muss schon viel Zeit und Geduld investieren und vor allen Dingen eine gute Internetverbindung haben, um sich durch diesen Wust an Informationen zu kämpfen und ihn einzuordnen. Ich behaupte mal: Nicht jedes Ratsmitglied wird sich mit jedem Detail der Planung auseinandersetzen (können). Man sollte es aber. Entsprechend fällt – und bei der Prognose geht man kein großes Risiko ein – auch das Votum für den „Mühlenhof“-Investor aus.

Die Gemeinde hat ihm weitgehend freie Hand gelassen, um die notwendigen Untersuchungen für den Bebauungsplan in Auftrag zu geben. Das ist auch sein gutes Recht, denn schließlich sind es seine Pläne, um den Tourismus in Kleinwörden – auf seinem Areal – anzukurbeln.

Aber bevor die Politiker vorschnell für das Projekt votieren und den Lautsprechern in ihrer Fraktion bei der Abstimmung folgen, sollten sie eines nicht vergessen: Das Tourismusprojekt wird auch die Lebensumstände der Bürger beeinflussen, die dort seit Jahrzehnten leben. Welcher Tourist ist schon bereit, nächtliche Treckerfahrten der Einheimischen zu bejubeln, auch wenn diese für den Obstbaubetrieb unerlässlich sind? Beides verträgt sich nicht.

Gerade die SPD, die seit zwei Jahrzehnten über eine satte Mehrheit im Rat verfügt und manchmal sehr selbstzufrieden wirkt, sollte die Problematik nicht unterschätzen: Sie wirbt beständig für ihre „bürgernahe Politik“. Wie bürgernah sie wirklich ist, zeigt sich auch in Kleinwörden.

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