Cuxhaven will fahrradfreundliche Stadt werden. Archivfoto: May
Kommentar zu Plänen der Stadt

Radfahrerfreundliches Cuxhaven: Nicht viel zu sehen

von Thomas Sassen | 06.03.2019

Cuxhaven will fahrradfreundliche Stadt werden. Bisher ist davon aber noch nicht viel zu sehen, meint Redakteuer Thomas Sassen in seinem Kommentar.

Wie recht Thiemo Röhler mit seiner Feststellung hat: Als Reaktion auf den jüngsten Bericht über den Arbeitskreis Radverkehr kommt der CDU-Fraktionschef zu der Feststellung: "Wenn wir fahrradfreundliche Stadt werden wollen, müssen wir mehr radfördernde Maßnahmen als bisher auf den Weg bringen!"

Richtig! Besser hätte ich es nicht sagen können. Deshalb an dieser Stelle auch das Zitat. Außerdem müssen wir diesbezüglich deutlich schneller vorankommen, sozusagen viel kräftiger in die Pedale treten, als bisher, möchte ich Röhlers Hinweis ergänzen. Auch unser Oberbürgermeister hat die Nöte der Radler zu seiner Sache gemacht und in seinem Jahresrückblick mehr Dynamik bei der Verbesserung der Infrastruktur für Radler gefordert. Selbst kleinere bauliche Maßnahmen, die nicht viel Geld kosten, würden doch schon helfen. Das will auch die CDU-Fraktion, wenn ich die Forderung Röhlers nach einer Prioritätenliste für die Ausbesserung von Radwegen richtig verstehe. Also breite politische Unterstützung für die fahrradfreundliche Stadt. Cuxhavens Baudezernent ist diesbezüglich sogar das Zugpferd.

Martin Adamski gilt als Verfechter des Fahrrades als innerstädtisches Verkehrsmittel und gibt sich alle Mühe, die Sache mit der Verkehrswende in die richtige Spur zu bekommen. Kärrnerarbeit leisten er und sein Mitarbeiter Thomas Hasse unter anderem im Arbeitskreis Radverkehr. Und der gute Wille ist auch beim Landkreis sowie beim Hafenbetreiber NPorts zu erkennen, dessen Straßen im Hafen spätestens ab Ostern wieder zu Pilgerstrecken von erholungssüchtigen Großstädtern auf zwei Rädern werden. Viel Zeit, das derzeit gefährlichste Nadelöhr in Höhe der Firma Bioceval nach dem Bau der neuen Halle zu entschärfen, bleibt nicht mehr.

Ziehen wir Bilanz, müssen wir feststellen: Bislang ist nicht viel geschehen. Und von einem Umdenken in der Politik kann fast zwei Jahre nach dem Beschluss des Stadtrates und ein Jahr nach der Aktion unserer Zeitung für eine radfahrerfreundliche Stadt, nicht viel getan. Dabei mangelt es nicht an gutem Willen. Und sogar Geld für erste Baumaßnahmen steht zur Verfügung. Eigentlich beste Voraussetzungen.

Und so bleibt zu hoffen, dass sich der politische Wille, die Verkehrswende in Cuxhaven voranzubringen, künftig auch in sichtbaren Projekten niederschlägt. Das sollten am Ende nicht nur paar neue Abstellanlagen für Ausflugsradler sein. Gefragt sind schnelle Querverbindungen zwischen den Stadtteilen, damit nicht mehr jeder Weg in die City mit dem Auto zurückgelegt wird. Ich setze voller Optimismus auf 2019. In diesem Jahr könnten einige der geplanten Projekte tatsächlich Wirklichkeit werden. Zum Beispiel der Bürgerradweg der Köstersweger. In diesem Sinne: eine schöne Radsaison 2019!

Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tsassen@no-spamcuxonline.de

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