Eine bundesweit bekannte Rechnung-Masche macht inzwischen auch im Kreis Cuxhaven/Stade die Runde. Foto: Stein/dpa
Bundesweites Betrugs-Phänomen

Rechnungs-Betrug im Kreis Cuxhaven: Kriminelle ändern Kontodaten

10.08.2020

KREIS CUXHAVEN. Beim zentralen Kriminaldienst der Polizeiinspektion Stade ist in letzter Zeit ein neues, bereits bundesweit aufgetretenes Betrugs-Phänomen aufgetaucht.

Der sogenannte "man-in-the-middle-Angriff" funktioniert wie folgt: Zwei Unternehmen schließen einen Vertrag ab. Nach erfolgter Lieferung bzw. Leistungserbringung erhält der jeweilige Schuldner, obligatorisch per E-Mail, eine Rechnung. Diese Rechnung wird nach Vermutung der Polizei beim Versand durch die Täterseite abgefangen. Anschließend passen diese das vom Rechnungsersteller angegebene Zielkonto an und leiten das Dokument an den eigentlich vorgesehenen Empfänger weiter.

E-Mail Account ausgespäht

Interessant sei laut den Ermittlern, dass die Täter zum Teil für den Weiterversand der dann gefälschten E-Mail an den Empfänger/Schuldner die E-Mail-Adresse bzw. den E-Mail Account des ursprünglichen Versenders (des Gläubigers) nutzten. Dies deute im Umkehrschluss darauf hin, dass sie dessen E-Mail Account zuvor ausgespäht haben müssen.

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Buchhaltung

Auch richten die Täter einen neuen, ähnlich lautenden E-Mail-Account ein, um die gefälschte Rechnung an den vorgesehenen Empfänger zu versenden (meist kommt nur ein Punkt hinzu). Problematisch: Die so gefälschten E-Mail-Adressen werden durch die betroffenen Buchhaltungen oft nicht bemerkt.

Anwenderfehler und Infektion

Ursächlich dürfte in allen Fällen ein Anwenderfehler sowie eine entsprechende Infektion auf dem PC-System des Rechnungserstellers sein. Den Weg hierfür könnte nach Polizeiangaben möglicherweise das Öffnen einer E-Mail und Anklicken des infektiösen Anhangs, oder des Links, bereitstellen. Der Täterseite wird so mittels aktiver Schadsoftware der elektronische Zugang ermöglicht.

Empfehlung an Unternehmen

Dringende Polizei-Empfehlung an Unternehmen, die elektronisch Rechnungen erhalten: Grundsätzlich genau darauf achten, ob das aufgeführte Zielkonto tatsächlich dem Rechnungsersteller gehört. Denn: Die Verfahren zeigen, dass die Rechnungen im Vertrauen beglichen werden, ohne diese auf den Wahrheitsgehalt zu prüfen.

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