Die Alte Liebe in Cuxhaven ist in die Jahre gekommen. Foto: Reese-Winne
Kommentar zur Alten Liebe

Ruhe bewahren, miteinander sprechen

von Maren Reese-Winne | 01.04.2019

Die Alte Liebe ist ein Wahrzeichen Cuxhaven. Mittlerweile ist das hölzerne Bauwerk allerdings marode geworden. Dazu ein Kommentar von Maren Reese-Winne.

Wer selbst das eine oder andere Holzbauwerk im Garten hat, weiß, dass man sich damit auch eine Dauerbaustelle beschert hat, wobei so exponierte Stellen wie die Alte Liebe wohl eher selten sind.

Ein Spaziergang zu Cuxhavens Wahrzeichen offenbart zahlreiche Stellen, an denen nun wirklich bald mal etwas getan werden sollte. Aber die Vorstellung, dass das Bauwerk kurz vor dem Verrotten steht, ist nun wirklich maßlos übertrieben. Aber, geben wir es zu, es braucht nur die richtige fotografische Perspektive, und schon kann man dokumentieren, was man dokumentieren möchte. Solche Bilder (keine von den im vergangenen Jahr sanierten Geländerteilen) tauchten kürzlich auch bei Facebook auf und prompt waren die Kommentatoren zur Stelle. Statt miteinander zu sprechen, wird per Webcam vom heimischen Sofa aus kontrolliert, ob denn dort auch gearbeitet wird. Und das Ganze erzeugt Stimmung, was wiederum von der Politik nicht unbemerkt bleibt. Sei den Ratsmitgliedern zugutegehalten, dass sie an jenem Abend schlecht dagegen sein konnten, als es um das Erscheinungsbild eines so symbolträchtigen Bauwerks ging. Aber wir alle müssen uns fragen lassen, wovon wir uns treiben lassen wollen und ob es auch nicht etwas entspannter geht. Der Abgesang auf die Alte Liebe ist verfrüht und wer die Komplettsanierung fordert, sollte sich auch fragen, woher das Geld dafür kommen soll und wie lange dann wohl der beliebte Ausguck gesperrt bleiben müsste.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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