Schifffahrt

Rundgang über die "Mein Schiff 1" in Bremerhaven

03.09.2018

BREMERHAVEN. Die im Frühjahr 2018 in Dienst gestellte "Mein Schiff 1" der TUI Cruises legte am Dienstag bei ihrem Erstanlauf am Kreuzfahrtterminal in Bremerhaven an. Von Maren Reese-Winne

Während Kapitän Andreas Greulich am Dienstag auf dem neuesten Flaggschiff der "Mein Schiff"-Flotte mit Prominenz aus Politik und Wirtschaft auf den Erstanlauf der "Mein Schiff 1" in Bremerhaven anstieß, strömten unten, im Columbus Cruise Center, schon die neuen Passagiere heran, neugierig auf alles, was ihnen der Neubau zu bieten hat. Inzwischen befinden sie sich wahrscheinlich mitten in der Biskaya - heute ist Seetag auf dem Weg nach La Coruña in Nordspanien.

Da wird es wohl anders aussehen auf den Decks als beim Besichtigungstermin für die Presse, als Lounges, Passagierdecks, Einkaufspassage, Poollandschaft und Sportanlagen für ein paar Stunden fast menschenleer waren - bis auf Crewmitglieder, die mit frischer Wäsche durch die Gänge eilten, Fensterfronten wienerten oder die ersten Buffets richteten.

Andreas Greulich (58) ist vor zweieinhalb Wochen von der "Mein Schiff 4" als Kapitän auf die "1" gewechselt. Ja, das sei schon ein Schiff zum Verlaufen, gibt er zu - mittlerweile passiere ihm das aber nicht mehr, grinst er. Alle drei Monate wechselt er zwischen Land und Meer. Immer zwei Kapitäne "teilen" sich ein Schiff. Gerade ist es die Aufgabe des in Schleswig-Holstein lebenden Familienvaters, der in seinem Leben schon viele dicke Pötte gefahren hat, die "Mein Schiff 1" mit ihren rund 316 Metern Länge und Platz für knapp 2900 Passagiere in 1447 Kabinen rund um Osteuropa zu den Kanaren, ihrem "Winterrevier", zu bringen.

Am meisten zum Schwärmen bringt ihn die Kraft des neuen Schiffes. Zu erleben beispielsweise neulich beim Wenden bei 38 Knoten Wind ohne Schlepperhilfe in St. Petersburg. "Man darf nicht vergessen, wir sind zwei Fußballfelder hoch, 12 000 Quadratmeter Segelfläche. Jeder Balkon ist wie ein Schuhkarton, wo der Wind reingeht."

Aber auch für Bremerhaven als Anlaufhafen findet der Kapitän höchste Töne. Die Kreuzfahrt beginne schließlich nicht erst auf dem Schiff, sondern bereits in der Stadt und auf dem Terminal. Hier finde man in Bremerhaven beste Bedingungen. Das vernahmen Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz und sein Referatsleiter Wirtschaft, Dr. Ralf Meyer, mit großer Zufriedenheit. Melf Grantz zeigte sich sehr froh, dass mit den TUI Cruises und ihrer Mein-Schiff-Flotte einer der ganz Großen im Markt für Bremerhaven gewonnen werden konnte.

Die Tourismusförderung wende sich mit speziell zugeschnittenen Vor- und Nachprogrammen an die Kreuzfahrtgäste, was auch auf große Resonanz stoße. Perspektivisch solle das Kreuzfahrtterminal noch ausgeweitet und Richtung Innenstadt angebunden werden, sodass die Gäste auch fußläufig dorthin gelangen könnten.

Auch Cuxhavens Landrat Kai-Uwe Bielefeld überbrachte der Schiffscrew Grüße des Landkreises und Erinnerungspräsente an den Erstanlauf in Bremerhaven. Für ihn gehörten die Tourismus-Destinationen Seestadt Bremerhaven und Cuxland in der Kombination von Bade- und Städtetourismus zusammen, so Bielefeld.

Was den Passagieren denn nun geboten wird auf dem im Mai in Hamburg getauften Neubau, davon konnten Gäste aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie diverse Medienvertreterinnen und -vertreter bei einem schnellen Rundgang einen Eindruck gewinnen. Eins ist schon mal klar: In die Gefahr, mal einen Moment Hunger zu erleiden, werden die Passagiere nicht gelangen. Gediegene Bars und Lounges, 15 an der Zahl und manche mit fantastischem Ausblick, und zwölf Restaurants und Bistros können angesteuert werden, und in den meisten Fällen ist alles im Preis inbegriffen.

Die Gäste schätzten das "Premium-alles inklusive-Konzept", weiß Roxana Herfort von TUI Cruises zu berichten, "planbar und sorgenfrei", das komme beim deutschen Publikum an. "Wir hören viel auf unsere Gäste", verrät Roxana Herfort. Daraus entstammt auch das Angebot im Restaurant "Esszimmer", für das die Gäste nach ihren Sehnsucht-Gerichten befragt worden sind: Und das führt dazu, dass auch bei karibischen Verhältnissen jederzeit der Jieper auf Königsberger Klopse oder Schnitzel befriedigt werden kann.

Wer bereit ist, beim Preis draufzulegen, und eine der Suiten mit ordentlich Bewegungsfreiheit und eigener Sonnenveranda bucht, hat Zugang zu exklusiven Bereichen wie Bar und Lounge am Bug mit Panoramablick; am Dienstag erstreckte sich der auf die Havenwelten und Columbus-Center in Bremerhaven.

Weil das Schiff ausdrücklich als Sport- und Wellnessschiff deklariert ist, gibt es genügend Möglichkeiten, die Kalorien wieder abzutrainieren, ob im großen Fitnessbereich, auf der 438 Meter langen Joggingstrecke, auf dem Trimm-dich-Pfad, im 25-Meter-Pool oder in der überdachten "Arena" mit Basketballfeld. Dieses lag am Dienstag so einladend da, dass einige zu den bereitliegenden Bällen griffen; auch Kai-Uwe Bielefeld, der nach einem Dreier-Wurf grinsend abdrehen konnte.

Das Schiff in Zahlen:

- Länge: 315,7 Meter - Breite: 35,8 Meter - Tiefgang: 8 Meter - Kapazität: 2894 Passagiere, ca. 1100 Besatzungsmitglieder - 16 Decks, ca. 20 500 Quadratmeter Außendeckfläche - Antriebsleistung: 28 000 kW (dieselelektrisch) - Geschwindigkeit: max. 21 Knoten

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