Aufträge brechen weg, zahlreiche Unternehmen sprechen von einer schlechten Wirtschaftslage. Das Konjunkturbarometer ist in den Keller gestürzt. Symbolfoto: Arno Burgi/dpa
Konjunkturbarometer im Keller

Schlechte Wirtschaftslage im Cuxland: Corona lähmt Wirtschaft

03.05.2020

KREIS CUXHAVEN. Corona lähmt Wirtschaft im Elbe-Weser-Raum: Jeder dritte Betrieb spricht von schlechter Wirtschaftslage, wie die Konjunkturumfrage zeigt.

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft im Elbe-Weser-Raum im ersten Quartal 2020 stark getroffen, so das Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Stade. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die Lageeinschätzung und Erwartungen der Unternehmen zusammenfasst, hat sich im Vergleich zum Vorquartal nahezu halbiert.

Er fiel von 96 auf 50 Punkte. Kontaktbeschränkungen und angeordnete Geschäftsschließungen haben die wirtschaftlichen Aktivitäten in der Industrie sowie insbesondere bei den Händlern und Dienstleistern gelähmt. Umsätze sind weggebrochen. Bei fast jedem zweiten Betrieb hat sich die Ertragslage verschlechtert.

"Branchenübergreifend bewerten 32 Prozent der Unternehmen ihre Wirtschaftslage als schlecht, nur 17 Prozent als gut", fasst Henrik Gerken, Referent für Volkswirtschaft, die Situation zusammen.

Ungewisse Aussichten

Die Infektionszahlen gehen zwar zurück, eine Abschätzung der weiteren Entwicklung ist jedoch schwierig. In der Bevölkerung und bei den Unternehmen führt das zu einer erheblichen Unsicherheit und tendenziell eher zurückhaltenden Konsum- und Investitionsausgaben. "Der Blick in die Zukunft ist ziemlich düster", bilanziert Gerken.

Mehr als drei Viertel der Betriebe rechnen in den kommenden Monaten mit einer ungünstigeren Geschäftsentwicklung. Zählten in den vergangenen Quartalen noch die internationalen Handelsstreitigkeiten, hohe bürokratische Hürden und insbesondere der Fachkräftemangel zu den größten Herausforderungen, bereitet den Unternehmen nun die fehlende Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen die größten Sorgen. Aufgrund der Corona-Pandemie rechnet knapp jedes zweite Unternehmen in diesem Jahr mit Umsatzrückgängen im zweistelligen Bereich. 31 Prozent befürchten, dass es ab Mai zu Liquiditätsengpässen kommen wird.

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Steuererleichterungen

Die Unternehmen wünschen sich von der Politik einen klaren Fahrplan sowie eine transparente Kommunikation. Bei aller Vor- und Umsicht brauchen insbesondere die bisher noch stark eingeschränkten Wirtschaftszweige wieder eine Perspektive. Während das Kurzarbeitergeld branchenübergreifend ganz oben auf der Liste der Unterstützungsmaßnahmen steht, sind Zuschüsse vor allem im Handel und bei Dienstleistern gefragt. Darüber hinaus halten 31 Prozent der Betriebe ein generelles Konjunkturprogramm für notwendig, um die Wirtschaft wiederzubeleben.

"Dass die Bundesregierung den IHK-Vorschlag eines unterjährigen Verlustvortrags aufgegriffen hat, geht in die richtige Richtung", sagt Henrik Gerken. Schließlich sprechen sich in der Konjunkturumfrage 46 Prozent der Unternehmen für Steuererleichterungen aus.

Umfrage

354 Unternehmen aus dem Elbe-Weser-Raum wurden befragt; 227 Unternehmen haben geantwortet. Dies entspricht einer Rücklaufquote von 64,1 Prozent.

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