Unfall

Schleuse Otterndorf: Riesenkran kippt um

10.07.2019

OTTERNDORF. Unfall auf der Großbaustelle an der Schleuse in Otterndorf:  Ein 280 Tonnen schwerer Raupenkran kippte aus bisher ungeklärten Umständen um.

Auf der Großbaustelle der Schleuse Otterndorf gab es am Dienstagnachmittag einen riesen Knall. Ein 280 Tonnen schwerer Raupenkran kippte aus bisher ungeklärten Umständen um. Der Kran besitzt einen 62 Meter langen Gittermastausleger, an dem er einen sogenannten Schwingmäkler hängen hatte. Dabei handelt es sich um ein spezielles Rammgerät für die Schrägrammung von schwerem und langem Rammgut aus Stahl oder Stahlbeton.

In Otterndorf nutzte man den Schwingmäkler, um 40 Meter lange Schrägpfähle aus Stahl als Verankerung der bereits vorhandenen Spundwände einzuschlagen. Der Kranführer hatte großes Glück. Als er bemerkte, dass der Raupenkran am Kippen war, sprang er sofort von seinem schweren Gerät ab. Er erlitt einen Schock, wurde aber glücklicherweise nicht verletzt. Nach Polizeiangaben habe sich ein anderer Arbeiter eine leichte Fußverletzung zugezogen.

Ein großer Autokran wurde bei dem Vorfall von dem Raupenkran angehoben und hing mit vier Achsen in der Luft. Dieser Kran konnte aber schnell aus seiner misslichen Lage befreit werden und blieb vermutlich ohne Schaden. Die Feuerwehr Otterndorf, Gemeindebrandmeister Tim Fritsche und sein Stellvertreter Matthias Papke wurden alarmiert, um auslaufende Betriebsstoffe auf dem Wasser zu binden. Da es sich um die Menge von circa 900 Liter handelte, wurde eine Spezialgruppe vom Technischen Hilfswerk (THW) Cuxhaven zur Hilfe gerufen. Dank der schnellen Reaktion von Feuerwehr und THW konnten größere Umweltschäden vermieden werden. Es wurden jede Menge Ölsperren mit Booten und von Land auf dem Wasser ausgelegt. Dadurch blieb die Ölschicht im Bereich der Baustelle und konnte durch das schnelle Auslegen von Ölsperren, Ölbindeschlangen und Ölbindevlies eingedämmt werden.

Vor Ort waren neben 25 Kräften der Feuerwehr und 20 Kräften vom THW auch die Untere Wasserbehörde, das Ordnungsamt, Einsatzkräfte der Polizei und das Gewerbeaufsichtsamt.

Der Gesamtschaden wird zunächst auf über zwei Millionen Euro geschätzt. Genaue Angaben können jedoch erst nach Begutachtung und Bergung der Geräte gegeben werden. Die Bergung des Raupenkrans und des Schwingmäklers werden vermutlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. Nach Beendigung des Feuerwehr- und THW Einsatzes wurde die Einsatzstelle an die Untere Wasserbehörde und an den Eigentümer übergeben. (jl)

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