"Rauf aufs Rad"

Schlingerpartien und Rüttelstrecken in Cuxhaven

09.08.2017

CUXHAVEN. Unsere Zeitung hat im Internet unter www.cn-online.de ein Online-Fahrrad-Forum freigeschaltet. Hier sind weitere Diskussionsbeiträge zum Radverkehr in Cuxhaven eingegangen, die wir auf dieser Seite in Auszügen präsentieren. (red)

Ulrike Jordan: Wenn Cuxhaven sich als „Fahrradstadt“ bezeichnen möchte, gibt es mit Sicherheit sehr viele Baustellen zu bearbeiten. Ich möchte hier nur auf eine eingehen. Ich wohne in der Nordheimstraße in Sahlenburg. Die Touristen leihen sich Räder und freuen sich auf eine nette Tour. Doch die Nordheimstraße ist ein Hindernis-Parcours mit sehr hohem Gefahren-Potenzial. Familien mit Kindern schlängeln sich an parkenden Autos und schicken Verkehrsinseln vorbei. Der Bürgersteig ist nicht als Radweg geeignet, da er viel zu schmal ist. Meine Anregung ist, an allen Abzweigungen von der Hauptstraße gut sichtbare Schilder, die auf den Butendieksweg als Radstraße oder auf den recht gut befahrbaren Weg durch den Wernerwald aufmerksam machen.

Klaus-Martin Wülbern: Aus der Sicht eines Radfahrers muss ich anmerken, dass das Radfahren auf dem Radweg entlang des Heinrich-Grube-Wegs (vom Windeichen Weg kommend) in Richtung Innenstadt während der Hauptsaison gefährlich ist. Der schlechte Zustand des Radweges macht das Fahren zu einer „Schlingerpartie“. Auch gefährden Gäste, die ihre Kraftfahrzeuge entlang des Heinrich-Grube-Wegs abgestellt haben, in hohem Maße die auf dem Radweg fahrenden Radfahrer. Autotüren werden, ohne auf den Radverkehr zu achten, geöffnet.

Kinderwagen und Strandutensilien werden auf dem Radweg abgestellt oder mitgebrachte Hunde werden unangeleint aus dem Auto gelassen. Mein Vorschlag für die Saison: Kennzeichnung Bürgersteig (Fußgänger) und Radweg tauschen, da die Radfahrer eh die meiste Zeit in diesem Bereich auf dem für die Fußgänger vorgesehenen Bereich fahren müssen.

Klaus-Martin Wülbern: Der Radweg am Heinrich-Grube-Weg in Richtung Innenstadt befindet sich zwischen Neptunweg und Aldi-Döse in einem katastrophalen Zustand.

Heinz Jaschinski: Der Radweg an der Altenwalder Chaussee stadteinwärts rechte Seite (besonders ab Autowaschanlage) ist in einem sehr schlechten Zustand. Die Strecke ist durchweg holprig, es stehen einzelne Gehwegplatten hoch. Es besteht sehr große Sturzgefahr. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht das Gras und das Unkraut sehr hoch. An diesen Stellen müsste unbedingt etwas gemacht werden.

Klaus Gilg: Für den neu angelegten Abschnitt zum Elb-Radwanderweg von Groden zur Altenbrucher Schleuse fehlt in Groden jeglicher Hinweis auf den „Einstieg“ in den Radwanderweg. Ohne Ortskenntnis ist er nicht zu entdecken.

Anke Nitze: Na ja, da werden an 1-A-Radwegen wie bei uns in Oxstedt die Schilder abgebaut und die Radfahrer fahren auf der Straße. Für mich leider unverständlich. Bei uns sind so viele Urlauber mit dem Rad unterwegs. Ich glaube, da hat Cuxhaven noch viel zu tun, wenn die Stadt sich Fahrradstadt nennen will.

Ewald Brüggemann: Die Radfahrstreifen sollten mindestens 1,80 Meter, wo Gegenverkehr möglich ist, mindestens drei Meter breit sein und keine Hindernisse wie Gullideckel aufweisen. Auch sollten keine Autos auf dem Radfahrstreifen parken. Radfahrer sind oft auch Autofahrer und umgekehrt. Damit will ich sagen, jeder kann sich in die Situation des anderen versetzen und entsprechend vorausschauend handeln. Wo möglich sollten in Kurven Radfahrstreifen angelegt werden, damit Radfahrer genügend Abstand zum fließenden Verkehr haben und der tote Winkel für Autofahrer nicht zu Gefahr wird. Auf dem Weg vom Steubenhöft in Richtung Autobahn geht der für Radfahrer „erlaubte Weg“ an der Mützelfeldwerft vorbei. Dieser Weg ist zu schmal, auch sind Bodenfliesen wackelig und für Radfahrer eine Gefahr. Gegenseitige Rücksichtname ist vonnöten. E-Bike-Fahrer sollten bedenken, dass sie den mit Muskelkraft fahrenden Radfahrern überlegen sind. Sie sollten in Kurven nicht überholen und die anderen nicht ausbremsen. Auch die Autofahrer sollten Rücksicht nehmen.

Kathrin Haastert: Die Berichterstattung der Zeitung und auch die Aktionen der Polizei könnten radfahrerfreundlicher sein: Warum werden immer nur die „bösen“ Radfahrer kontrolliert und nicht die Fußgänger, die ohne zu gucken auf die Radwege laufen oder die Autofahrer, die regelmäßig beim Rechtsabbiegen Radfahrer übersehen? Folgende Verkehrswege für Radfahrer müssen verändert werden, weil sie gefährlich sind: In der Deichstraße Richtung Buttplatz endet der Radweg plötzlich, obwohl der Gehweg breit genug für einen Radweg wäre. Radfahrer müssen auf die Straße ausweichen. In der Rohdestraße endet der Radweg plötzlich vor der Stadtsparkasse. Auf der Gegenseite müssen die Radfahrer am Buttplatz entweder auf die Straße ausweichen oder über den Buttplatz fahren, dessen Pflasterung bei Nässe extrem rutschig ist. Folgende Änderungen könnten das Radfahren in Cuxhaven verbessern: An den Ampeln sollte der Bordstein abgesenkt werden

Viele Radwege sind durch Auffahrten und schlechte Pflasterung fast nicht befahrbar (z.B. Brockeswalder Chaussee, Westerwischweg, Abendrothstraße). Grundsätzlich sind asphaltierte Wege besser zu befahren.

Kopfsteinpflasterstraßen sind für Radfahrer bei Nässe gefährlich. Hier wäre ein doppelt nutzbarer Bürgersteig (für Fußgänger und Radfahrer) wünschenswert. Der Straßenbelag im Wohngebiet „Westlich Meierhof“ rüttelt sämtliche Schrauben am Fahrrad los.

Andrea Steffens: In Cuxhaven mit dem Rad unterwegs zu sein, ist eine Herausforderung. Ständig muss man Angst haben, dass die Reifen die Fahrt nicht überleben, da die Auf- und Abfahrten von und auf die Radwege leider sehr oft nicht eben sind.

Michael Heinrich Strunck: Die Radwege in Cuxhaven sind eine Katastrophe. Die Stadt sollte man in die Pflicht nehmen. Und was fehlt, sind Zonen für das Abstellen von Rädern. Es fehlt eigentlich an allem. Für ein Nordseeheilbad ein Armutszeugnis.

Heinz Dyckmanns: Die Radwegsituation im Bereich Carl-Vinnen-Weg ist unmöglich. Die bisherigen Radwegschilder wurden entfernt, obwohl der Bürgersteig breit genug ist. Man wird als Radler ständig von den Autofahrern angemacht, weil nicht auf dem Bürgersteig gefahren wird. Fährt man verbotenerweise auf dem Bürgersteig (dem früheren Radweg) wird man massiv von den Fußgängern angemacht. Das Radfahren ist auf dem Georg-Wolgast-Weg ist bis zur Kreuzung Duhner Allee erlaubt, dann nicht mehr.

Klaus Schroh: Es gibt in Cuxhaven eine Fülle von dringend notwendigen Verbesserungen für die Radfahrer, wobei das Augenmerk vorrangig auf dem Strichweg liegen sollte, denn dort sind die Radfahrer zwischen Döse und Innenstadt erheblich gefährdet, wenn sie von Pkw oder Lkw überholt werden und die Fahrbahn wegen parkender Fahrzeuge zusätzlich eingeengt wird. Eine Seite der Bürgersteige sollte dringend mit einem Radweg versehen werden. Der Karl-Waller-Weg zwischen Sahlenburg und Duhnen – am Galgenberg vorbeiführend – wird auf einem schmalen seitlichen Gehwegstreifen mit allenfalls 30 Zentimetern Breite auch von Radfahrern genutzt, um nicht von den passierenden Autos gefährdet zu werden. Außerdem wirkt das dortige Fahrbahn-Kopfsteinpflaster auf Radfahrer wie ein Pressluftrüttler. Ein weiterer Engpass ist der Pastor-Drägert-Weg zwischen Stickenbüttel und Duhnen, der wohl als schönster Radweg Cuxhavens gilt, aber mit einer nutzbaren Durchschnittsbreite von 30 Zentimetern wiederum nicht annähernd die Anforderungen für einen Radweg erfüllt.

Dass bei nicht wenigen städtischen Radwegen Anfang und Ende dicht beieinanderliegen und daher vom Radfahrer ständige Fahrbahnwechsel erfordern, ist allgemein bekannt, keineswegs aber ein Zeichen für eine fahrradfreundliche Stadt. Wer hingegen die breiten asphaltierten Radwege in den neuen Bundesländern kennt, muss zu dem Ergebnis kommen, dass bei uns dringender Nachholbedarf besteht.

Bruno Weyand: Ich wohne seit neun Monaten in Cuxhaven und finde die überwiegende Anzahl der Radwege in grausam schlechtem Zustand. Irgendwann mal angelegt und das reicht dann. So viele Geisterfahrer, wie mir in dieser Zeit entgegengekommen sind, habe ich im Rheinland in einem Jahrzehnt nicht erlebt. Jeder fährt wie er will.

Lesen Sie auch...
"Autohaus Rieper"

Feuerwehr-Partner: Ihlienworther Arbeitgeber geehrt

05.09.2018

IHLIENWORTH. Niedersachsens Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen, Karl-Heinz Banse, am Dienstag die Förderplakette "Partner der Feuerwehr" an 22 niedersächsische Unternehmen verliehen. (red)

"Kein Prunkbau"

Cuxhavener Kreishaus-Ausbau: Landrat verteidigt Pläne

05.09.2018

KREIS CUXHAVEN. Dezernent Friedrich Redeker sagt zum Cuxhavener Kreishaus: "Manche Mitarbeiter sitzen wie Hühner auf der Stange." (es / as / krs)

Feuerwehr-Einsatz

Hemmoor: Mähraupe brennt lichterloh

05.09.2018

HEMMOOR. Einsatz für die Feuerwehr Warstade am Dienstagnachmittag. (jl)

Wettbewerb

Orgel: Altenbrucherin Schlappa holt ersten Preis

05.09.2018

CUXHAVEN. Die 18-jährige Laura Schlappa aus Altenbruch nahm Mitte August an dem internationalen Orgelwettbewerb "Northern Ireland International Organ Competition" teil. (red/jp)