Die lage am Döser Feldweg: In Richtung Wiese soll die Schule, deren Gebäude hinten zu erkennen ist, erweitert werden. Doch der Grundstücksankauf ist noch nicht besiegelt. Foto: Reese-Winne
Kommentar zum Thema Raumnot

Schule am Meer: Akteure nicht dem Schicksal überlassen

von Maren Reese-Winne | 10.01.2020

Wenn man Gutes zu verkünden habe, komme man gerne, sagte Kreisrat Friedrich Redeker anfangs. Dennoch wurde es kein leichter Abend.

Nach Jahren der Verhandlungen sind Eltern und Beschäftigte ausgelutscht. Sie sind es ja auch, die die Belastungen durch die Enge tagtäglich aushalten, die sich in den viel zu engen Räumen behelfen müssen, die mit Organisieren und Überleben statt mit Gestalten und Unterrichten beschäftigt sind.

Da anzusetzen, ist für mich im Moment der einzige Weg, um Druck aus dem Kessel zu bekommen. Der Anbau kann einfach nicht morgen dort hingesetzt werden. Der Kasernen-Sportplatz in Altenwalde - ein schon fertiger Sportplatz (!) - oder die Kita-Provisorien, die nicht einfach vom Laster abgeladen werden durften, sondern einer Ausschreibung und Baugenehmigung bedurften, sind nur zwei Beispiele dafür, dass sich öffentliche Auftraggeber der Gesetzeslage fügen müssen. Und das dauert. Abgesehen davon ist ohne Grundstück nun mal nichts zu machen. Alle anderen Alternativen haben sich als unrealistisch erwiesen. Schulleiterin Karin Ladda, die seit Jahren für ihre Leute und für die Kinder kämpft, hat immer gesagt, dass die Schule in der Stadt bleiben muss - dort, wo das Leben stattfindet, die Wege kurz sind und die Kinder Inklusion erleben. Das geht nur in Döse.

Wichtig ist, Erwachsene und Kinder bis zum absolut erforderlichen Erweiterungsbau nicht ihrem Schicksal zu überlassen, sondern sie immer wieder zu besuchen, anzuhören und jede Möglichkeit zur Entlastung zu nutzen. Das heißt: In Döse darf nicht auch noch der Fahrstuhl kaputt sein; in der Außenstelle Wichernschule müssen erträgliche Verhältnisse herrschen, natürlich dürfte nicht auch noch die Personaldecke viel zu dünn sein.

Dramatisch ist allerdings auch der Zustand so vieler Schulen gleichzeitig. Das ebenfalls ungelöste Bleicken- und Gorch-Fock-Problem - im Moment ganz hinten in der Warteschlange - ist dabei am Mittwoch ja nicht mal benannt worden.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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