"Bidlah Buh"

Sekt, Frack und Rock 'n' Roll in Steinau

27.10.2017

STEINAU. Das Musik-Comedy-Trio "Bidlah Buh" gastiert am Sonnabend, 4. November, mit seinem Programm "Sekt, Frack und Rock 'n' Roll", im Landgasthof Dock in Steinau. (man)

Virtuos, charmant und ungeheuer wandelbar: Das Hamburger Musik-Comedy-Trio „Bidlah Buh“ gastiert am Sonnabend, 4. November, mit seinem Programm „Sekt, Frack und Rock ’n’ Roll“, im Landgasthof Dock in Steinau. Redakteur Jens-Christian Mangels sprach mit dem Sänger und Trompeter von „Bidla Buh“, Hans Torge Bollert, über Instrumente, Idole und Initialzündungen.

Herr Bollert, „Bidla Buh“ gibt es seit fast 20 Jahren. Wie sind Sie eigentlich mit Ihren Mit-Musikern Olaf Klindtwort und Jan-Frederick Behrend zusammengekommen?

Wir haben alle drei an der Musikhochschule in Hamburg studiert, das ist jetzt schon einige Jahre her. Los ging es mit einer Art Show-Coverband. Dann haben wir 20er- und 30er-Jahre-Songs der „Comedian Harmonists“ gespielt und uns an Max Raabe orientiert. Im Laufe der Jahre haben wir uns immer mehr ein eigenes Profil gegeben.

Und wie ist die Idee entstanden, Musik und Comedy zu verbinden? Was war die Initialzündung?

Wir sind ja von Haus aus klassische Musiker. Die Comedy ist im Laufe der Zeit ganz von allein dazugekommen. Das ist so: Wenn man lange an den Musikstücken herumbastelt, dann entsteht irgendwann ganz automatisch ein humoristischer Ansatz. Das Wichtigste ist bei uns aber immer die Musik. Der Humor wird dann oben draufgesetzt. Das Handwerkliche ist uns sehr wichtig.

Musikalisch geht es in Ihrer Show ja hoch her. Wie viele Instrumente beherrschen Sie?

Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen. Wir versuchen in jeden Fall immer, eine bunte Palette zu präsentieren. Während der Show kommen ungefähr 30 Instrumente zum Einsatz – ein ganzer Anhänger voll. Das fängt bei der Gitarre und dem Schlagzeug an und hört beim Akkordeon und der Ukulele auf. Und dann gibt’s da noch die Nummer mit acht verschiedenen Trompeten. Uns bringt das sehr viel Spaß, mit verschiedenen Instrumenten ganz unterschiedliche Sachen zu kreieren.

Müssen Sie noch täglich üben?

Das Entscheidende beim Üben ist, wenn man nicht täglich Zeit hat, dass man nur die Sachen übt, die man noch nicht kann. Alter Musikertrick. Wir treffen uns aber einmal in der Woche zum Proben, weil wir ja auch immer wieder neue Stücke ins Programm nehmen. Wir haben da gerade so einen Cup-Song – das kennen Sie vielleicht von Youtube – , der sehr aufwendig ist. Da haben wir bestimmt 20, 30 Probestunden dran gesessen.

In Ihren Shows parodieren Sie ja munter Showgrößen wie Udo Lindenberg, Herbert Grönemeyer oder Helene Fischer. Gibt es einen Lieblingsmusiker, ein Idol, den Sie sich besonders gern vorknöpfen?

Lindenberg und Grönemeyer sind schon toll. Die sind relativ einfach zu parodieren und bringen sehr viel Spaß. In unserer Weihnachtsshow machen noch viel mehr Promis mit.

Welche Musik hören Sie eigentlich privat?

Ich genieße die Ruhe und höre deshalb relativ wenig Musik. Wenn ich etwas höre, dann Jazz oder auch Klassik. Mit den modernen Sachen, Techno zum Beispiel, kann ich nicht so viel anfangen. Kennen Sie Johnny Hartman? Das ist ein amerikanischer Jazz-Sänger, den höre ich gern. Ich habe festgestellt, dass wir in unserer Gruppe immer mehr zu unseren Wurzeln zurückkehren. Man macht genau das, was man am besten kann. Es gibt ja das schöne Wort „authentisch“ – das trifft wirklich zu.

Welche Rolle nehmen Sie bei „Bidla Buh“ ein?

Ich bin so ein bisschen die Rampensau. Auf der Bühne sind wir ja drei Brüder: Ich bin der Strippenzieher, der Frederick ist unser Nesthäkchen, der während der gesamten Show nicht einmal lacht, und der Olaf ist unser großer Bruder, das verbindende Glied.

Ich habe gehört, dass sich die Zuschauerinnen in der ersten Reihe auf eine musikalische Flirt-Attacke einstellen müssen...

Das kann durchaus passieren. Aber wir sind im Grunde ganz harmlos, sehr charmant. Die Frauen brauchen wirklich keine Angst zu haben.

Was kann das Publikum in Steinau ansonsten von „Bidla Buh“ erwarten?

Zwei Stunden lang kurzweilige Unterhaltung auf einem hohen musikalischen Niveau. Wir wollen die Leute aus ihrem Alltag herausholen, sie sollen Spaß haben und staunen – das ist unser Anspruch.

Spaß ist ein gutes Stichwort. Wie sieht es denn mit dem Spaß in der Gruppe aus? Gibt es auch mal Krach?

Na klar gibt’s auch mal Krach. Wir sind jetzt 20 Jahre zusammen. Jeder, der in einer Ehe steckt, die 20 Jahre gehalten hat, weiß, wie das aussieht. Aber keine Sorge: Es läuft gut. Es gibt wenig Gruppen, die so lange zusammenarbeiten. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass wir erst befreundet waren und dann ins geschäftliche Verhältnis getreten sind.

Wer ist denn das typische „Bidla Buh“-Publikum? Sind das eher junge Leute oder die Älteren?

Tendenziell das mittlere Alter. So zwischen 40 und 70, würde ich sagen. Die ganz Jungen finden unser Programm manchmal auch ganz spannend. Allerdings kennen sie die älteren Stücke nicht.

Sie leben in Hamburg. Für den Auftritt am 4. November kommen Sie nun aufs Land. Kennen Sie den Landkreis Cuxhaven?

Ja, wir hatten schon mal einen Auftritt in Otterndorf. Wir mögen das Cuxland sehr gern. Herrliche Gegend. Schön übersichtlich, schön flach. Da kommt man auf klare Gedanken. Und das Publikum ist meistens sehr ehrlich. Da wird nicht lange geschnackt. Ich weiß das, ich komme selbst vom Land.

Können Sie uns zum Schluss erklären, wie der Name „Bidla Buh“ entstanden ist?

„Bidla Buh“ ist ein Titel des Chanson-Komponisten Georg Kreisler. Wir haben anfangs sehr viel von Georg Kreisler gespielt und besonders gern das schöne Lied „Bidla Buh“. Das ist ein sehr ironisches Lied, in dem 14 Damen geliebt, verwöhnt und dann gemordet werden. Eine sehr leidenschaftliche, skurrile Art zu lieben. „Bidla Buh“ ist eigentlich ein Arbeitstitel gewesen, den wir aber nicht mehr losgeworden sind. Mittlerweile ist der Name Programm geworden.

Es gibt noch Karten:

Karten für den Musik-Comedy-Abend mit dem Trio „Bidla Buh“, der am Sonnabend, 4. November, 20 Uhr, im Landgasthof Dock über die Bühne geht, gibt es im Vorverkauf in der Otterndorfer Altstadtbuchhandlung, in der Buchhandlung Schließke in Bad Bederkesa, im Bürgerbüro Ihlienworth, beim Eierhof Jaeger (Steinau), bei Hans-Jürgen Mangels (Steinau), bei der Niederelbe- Zeitung in Otterndorf, im Reisebüro Hunger in Cadenberge und bei der Weser-Elbe-Sparkasse in Ihlienworth. Veranstalter ist der Kleine Kulturkreis Steinau.

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