Für den Ernstfall

Sirene oder Warn-App: Vorbereitungen für "Warntag" im Kreis Cuxhaven

von Egbert Schröder | 12.08.2020

KREIS CUXHAVEN. Im Landkreis Cuxhaven laufen die Vorbereitungen für den sogenannten "Warntag". Getestet werden verschiedene Warnmittel.

Sirenen werden ausgelöst, Nachrichten per Warn-App verbreitet und möglichst auch Lautsprecherwagen durch die Straßen fahren. Das Ziel der Aktion in einem Monat (10. September): Es sollen alle verfügbaren "Warnmittel" erprobt werden, über die man die Bürgerinnen und Bürger in einer Notlage erreichen kann und diese gleichzeitig für das Thema "Warnung" sensibilisieren.

Verhalten im Ernstfall

"Ob Terroranschlag oder Naturkatastrophe - zu wissen, wie man sich im Ernstfall verhalten muss, kann unter Umständen überlebenswichtig sein. Dafür muss man die Warnsignale kennen. Der bundesweite Warntag soll genau darauf aufmerksam machen und sensibilisieren", fasst der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius die Intention dieses "Bund-Länder-Projektes" zusammen. In einzelnen Bundesländern hatte es zwar schon zuvor eine solche überregionale Aktion gegeben. Doch bundesweit handelt es sich um eine Premiere mit Modellcharakter. Denn: Auch in den nächsten Jahren sollen bundesweit an jedem zweiten Donnerstag im September die vorhandenen technischen Möglichkeiten, um die Menschen wegen einer Notlage kurzfristig zu alarmieren und informieren, getestet werden.

Hier können Sie sich für unseren CNV-Newsletter mit den aktuellen und wichtigsten Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven anmelden.

Sirene, Warn-App, Radio und Fernsehen

Neben Sirenen, Warn-Apps und Lautsprecher-Durchsagen betrifft dies auch die Unterbrechung von Radio- und Fernsehsendungen. Die Zeiten, in denen in erster Linie Sirenen die Aufgabe hatten, die Bevölkerung zu alarmieren, sind längst vorbei, obwohl sich die Innenministerkonferenz noch im vergangenen Jahr darauf verständigt hatte, dass "einminütiger auf- und abschwellender Heulton" auch künftig Gefahr signalisieren sollte. Ein "einminütiger durchgängiger Dauerton" sei das Signal zur Entwarnung.

Alte Warnanlagen wichtig

Dass diese alten Anlagen durchaus noch ihre Daseinsberechtigung haben, unterstrichen die Innenminister dabei deutlich: "Häufig veranlasst der Warnton einer Sirene die gewarnten Personen dazu, sich über Radio, Fernsehen, im Internet oder über Warn-Apps weitergehend über die Art der Gefahr und mögliche Verhaltenstipps zu informieren."

Nicht überall im Kreis Cuxhaven wird man am "Warntag" jedoch Sirenengeheul hören. Aus einem einfachen Grund: In vielen Orten gibt es gar keine Sirenen mehr, denn sie wurden von Kommunen im Zuge der Einführung des Digitalfunks für die Feuerwehren abgeschaltet.

Im vergangenen Jahr flammte - wie berichtet - die Diskussion über eine Reaktivierung oder sogar Neuanschaffung von Sirenen zwar noch einmal neu auf; jedoch war dies nur ein "Strohfeuer". Kein Wunder: Schließlich gibt es technisch auch andere Möglichkeiten, die Bevölkerung im Notfall zu erreichen. Der Landkreis Cuxhaven setzt dabei seit drei Jahren insbesondere auf die "Bürger-Informations-und-Warn-App" (BIWAPP).

Informationsquelle

Dabei handelt es sich um eine App, die man auf das Handy herunterladen kann. Über diese Informationsquelle kann man nicht nur Benachrichtigungen über Notlagen, sondern auch Hinweise zu Schulausfällen, Straßensperrungen und Warnungen über Wetterereignisse erhalten.

Das ist theoretisch möglich, allerdings ist auch Detlef Merz (Leiter des Ordnungsamtes beim Kreis Cuxhaven) klar, dass noch nicht alle Möglichkeiten dieser Informationsmöglichkeit ausgenutzt worden sind: "Da gibt es sicherlich bei uns noch Luft nach oben", räumt er ein. Letzten Endes müsse auch das Personal zur Verfügung stehen, um die Infos in umfassender Form und zeitnah zu liefern. Beispiel Corona: Dort habe sich zum Beispiel der Krisenstab dazu entschieden, auf die Veröffentlichung in den Print- und Online-Medien zu setzen, die sehr ausführlich erfolgt seien, und nicht täglich BIWAPP-Nachrichten zu dieser Thematik zu verbreiten.

CNV News-Podcast - Hören statt lesen!

Egbert Schröder

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

eschroeder@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Fernseh-Show

Abenteuer "Love Island" vorbei: Luca aus Debstedt fliegt raus

22.09.2020

DEBSTEDT. Das Abenteuer "Love Island" ist beendet - zumindest für Luca aus Debstedt. Am Montagabend flog der 24-Jährige aus der RTL2-Kuppel-Show.

Lagebericht

Weiter Ansteckungsgefahr: Neue Corona-Fälle im Kreis Cuxhaven am Wochenende

21.09.2020

KREIS CUXHAVEN. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle im Kreis Cuxhaven ist auf 429 Infektionen gestiegen. Über das Wochenende gab es bei sechs Tests ein positives Ergebnis.

Aneinandergeraten

Streit mit Verkäuferin: Maskenmuffel erhält Hausverbot in Loxstedt

21.09.2020

LOXSTEDT. In Zukunft muss sich ein 62-jähriger Loxstedter eine neue Option zum Einkaufen suchen. Er erhielt bei einem Discounter einen Platzverweis, weil er sich nicht an die Hausordnung halten wollte.

Straße voll gesperrt

Schwerer Unfall bei Imsum: Bremerhavener überschlägt sich mit Auto

von Redaktion | 21.09.2020

IMSUM. Auf der Verbindungsstraße zwischen Langen und Imsum kam es am Sonntagabend zu einem schweren Verkehrsunfall mit einer verletzten Person.