Einmaliges Kunstwerk

So hat eine junge Frau aus Cuxhaven Christos letztes Werk in Paris erlebt

25.09.2021

PARIS/ ALTENWALDE. Christos letztes Werk wurde in Frankreich verhüllt und eine junge Cuxhavenerin war dabei!

Der verhüllte Arc de Triomphe bewegt in Paris gerade die Massen. Auch wenn manche nichts mit den Verhüllungswerken von Christo und Jeanne Claude anfangen können: Vertrautes plötzlich verfremdet zu sehen - das macht neugierig und es verbindet auch. Die gebürtige Cuxhavenerin Anneke Winne hat das am ersten offiziellen Öffnungstag live erlebt.

Erfahrungsbericht.

Alles begann vor drei Wochen im heimischen Garten in Altenwalde - als wir, mein Freund Philipp und ich, Anneke, meiner Mutter erzählt haben, dass wir unsere Frankreich-Reise mit einem ersten zweitägigen Stopp in Paris verbringen wollen. Denn als sie das Datum hörte, war sie plötzlich ganz aufgeregt. "Ihr seid am 18. September in Paris? Um diese Zeit ist doch der Arc de Triomphe verfüllt - Christos letztes Werk! Da müsst ihr hin!"

Das letzte Kunstwerk

Da wurde auch ich stutzig - Christo, über den hatten wir zufälligerweise sogar einige Wochen vorher schon am Frühstückstisch philosophiert: "In welchem See in Italien hatte er nochmal seine Promenade gebaut?" (Es war der Iseosee, das Projekt hieß "Floating Piers").

Ich wusste, dass es sich lohnen würde, dieses letzte Kunstwerk live zu bestaunen. Sicherlich so toll wie für diejenigen, die in den 90er Jahren den Reichstag verhüllt gesehen haben.

Croissants und Orangensaft

Schon als wir am 18. September in unserem Pariser Appartement aufwachen, liegt irgendetwas in der Luft. Nach einem Frühstück mit Café au lait, Croissants und Orangensaft geht es in die Metro Richtung Kunstwerk.

Nachdem wir bereits zwei Tage lang mit der Metro gefahren waren, merken wir, dass deutlich mehr Passagiere an Bord sind. Nicht nur Einheimische, sondern auch mehr Touristen als in den vergangenen Tagen. Alle tuscheln; vielleicht schon in freudiger Erwartung des neuen Anblicks des Bogens.

Alle Straßen sind abgesperrt

Schon als wir die Rolltreppe aus der Metrostation nach oben fahren, können wir direkt die hell leuchtende Spitze des Bauwerks sehen. Überall sind Menschen, nach 18 Monaten Corona, ganz schön ungewohnt.

Nach ein paar Schritten können wir alles sehen. Natürlich ist der gesamte Verkehr eingestellt worden. Alle Straßen sind abgesperrt. Wir haben jedoch nicht das Gefühl, in einem Hochsicherheitsgefängnis zu sein, sondern alles fühlt sich geräumig und sicher an.

Sicherheitskontrolle

Ich bin sofort begeistert und will unbedingt näher rangehen. Aus welchem Material der Stoff wohl ist? Man kann es im strahlenden Sonnenschein gar nicht ausmachen. Von weitem wirkt der Stoff fließend, nass, aber gleichzeitig fest und stabil - das muss ich mir genauer ansehen!

Wenn man genauer gucken möchte, muss man durch eine Sicherheitskontrolle. Nach kurzem Taschen-Check kommt der, der den Franzosen viel wichtiger ist: ein Impfzertifikat. Das wird hier wie selbstverständlich bei jedem Eintritt ins Restaurant, Museum oder eben auch zum näheren Betrachten des verhüllten Bogens vorgezeigt. Nach kurzem Einscannen geht's weiter.

Einmaliges Kunstwerk

Doch erst bleibe ich stehen, mache ein paar Fotos und schaue mich einfach um. Eine tolle Atmosphäre! Alle sehen beeindruckt auf den Triumphbogen, irgendwie herrscht eine freudige, ungezwungene Stimmung, die ich lange nicht erlebt habe. Fast erinnert es mich an die Faszination auf der Weltausstellung Expo 2000 damals in Hannover.

Leute aus aller Welt bestaunen ein einmaliges Kunstwerk und jeder schätzt dies wert. Toll, das zu sehen!

Keine Maskenpflicht

Maskenpflicht gibt es übrigens, wegen der 3G-Regel, innerhalb der Sicherheitszone nicht. Jede paar Meter steht eine Person mit bemalter Warnweste, auf der "Arc de Triomphe Wrapped" steht, so heißt das Kunstprojekt offiziell. Diese Personen kann man jederzeit ansprechen, um sicher nähere Informationen zu beschaffen.

Lübecker Unternehmen

Am Monument angekommen, bin ich überrascht. Der Stoff (übrigens hergestellt beim Unternehmen "Geo - Die Luftwerker" in Lübeck) ist silbern und ganz fest. Ein dichtes Netz an Stoff. Er fühlt sich rau an. Erst dann wird mir klar, was für eine Arbeit es gewesen sein muss, den Stoff so zu befestigen, dass er aussieht, als wäre er "nur" übergeworfen worden.

Beglückt von diesen Eindrücken gehen wir einmal um den gesamten Bogen herum und bestaunen ihn aus allen Perspektiven.

Tolles Erlebnis

Ein bisschen außerhalb des Sicherheitschecks setzen wir uns an den Straßenrand und lassen die Menschen und die Stadt auf uns wirken. Im strahlenden Sonnenschein bei 25 Grad verabschieden wir uns mit diesem tollen Erlebnis aus Paris und setzten die Reise nach Südfrankreich fort. Welch Privileg, dieses Kunstwerk (fast) zufällig live in der knappen Zeit vom 18. September bis zum 3. Oktober gesehen zu haben! Anneke Winne

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