Verkehrsplanung:

SPD fordert sichere Mobilität  in Hechthausen

27.05.2016

HECHTHAUSEN. SPD regt verkehrspolitische Vorbereitung hinsichtlich des geplanten Brückenneubaus und der A20 unter Bürgerbeteiligung an. Von Carmen Monsees

Mit der Frage nach der Verkehrssicherheit auf der B 73 in der Ortsdurchfahrt Hechthausen beschäftigte sich am Mittwochabend der Planungs- und Bauausschuss der Gemeinde Hechthausen. In einer von der SPD-Fraktion beantragten Verkehrsanalyse der Ortsdurchfahrt wird bis zum Jahr 2020 ein Verkehrszuwachs um bis zu 60 Prozent prognostiziert. Wird die Küstenautobahn realisiert, ist auch die Ausfahrt Burweg geplant. Mit erheblichen Auswirkungen auf den innerörtlichen Verkehr ist dann zu rechnen. Der Neubau der Ostebrücke ist bereits in Planung. Die südliche Ortseinfahrt der B 73 quert die Oste mit einer Brücke, die sanierungsfällig geworden ist.

Umfangreiches Gutachten

Die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLSTBV) plant die Erneuerung des Brückenbauwerks, statt einer unwirtschaftlichen Sanierung. Für die Gemeinde Hechthausen ist das Grund genug, frühzeitig verkehrspolitische Vorkehrungen zu treffen. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Dubbert betonte, dies solle unter reger Bürgerbeteiligung ausgiebig diskutiert werden. „Ein Interesse am sicher fließenden Verkehr und einem berechtigten Anspruch der Einwohner an barrierefreier Gestaltung im Ortskern bedarf der gemeinsamen Überlegungen aller Beteiligten“, meinte er.

Auf Antrag der SPD-Fraktion im Rat ließ die Gemeinde Hechthausen eine verkehrstechnische Untersuchung der Ortsdurchfahrt Hechthausen vom Planungsbüro Neumann in Stade erstellen. Hierbei sind viele Perspektiven und Zusammenhänge des Verkehrsgeschehens der Knotenpunkte auf der B 73 analysiert worden.

Sichere Mobilität im Ort

Die Aufgliederung soll als Grundlage dafür dienen, örtliche Interessen konkret mit Fakten und Zahlen beim Straßenbauamt Stade in die Planung einzubringen.

„Ziel ist es, im Zusammenhang mit dem Neubau der Ostebrücke die Verkehrsentwicklung im Ort zukunftsfähig und sicher zu planen“, begründete Uwe Dubbert das Anliegen der Fraktion.

Anhand einer Verkehrszählung der NLSTBV aus dem Jahr 2009 prognostizierte Dennis Dalchau vom Planungsbüro Neumann in Stade auf der B73 bis zum Jahr 2020 einen Verkehrszuwachs. Die Realisierung der Küstenautobahn mit der geplanten Auffahrt Burweg werde mit Sicherheitsproblemen für Radfahrer und Fußgänger verbunden sein. „Es ist davon auszugehen, dass sicheres Überqueren für ältere Menschen und Kinder künftig schwieriger wird, so Dalchau. „Laut Prognose wird sich das Verkehrsaufkommen auf der B 73 von 10 151 Fahrzeugen pro Tag (2010) auf 16 400 Fahrzeuge pro Tag (2025) erhöhen.“ Das entspreche einem Zuwachs von 61,9 Prozent. Die Folge seien höhere Immissionsbelastung und Sicherheitsprobleme.

Neben baulichen Mängeln, Gefahrenpunkten, gesetzlichen Normbreiten der Geh- und Radwege stand die Unfallstatistik der gesamten Ortsdurchfahrt im Fokus der verkehrstechnischen Untersuchung. Insgesamt zeige die Analyse, dass sich Unfälle auf der B 73 häuften, so Dalchau. Mit zunehmendem Verkehrsaufkommen würde die Zahl der Unfälle vermutlich weiter ansteigen. Hinsichtlich der Straßenraumsituation sei festgestellt worden, dass die Barrierefreiheit in der kompletten Ortsdurchfahrt nicht gegeben sei.

Unzureichend barrierefrei

„Die Geh- und Radwege müssen beidseitig in der gesamten Ortsdurchfahrt auf 2,50 Meter verbreitert werden“, verdeutlichte der Planer. Zudem fehle es an den Ampeln an Fläche für die wartenden Fußgänger und Radfahrer, was die Konflikte in dem Bereich erhöhen könnte. Die Bereiche der Bushaltestellen sollten begradigt und barrierefrei mit taktilen Bodenindikatoren ausgebaut werden, rät der Experte für Straßenplanung.

Die Fahrbahnbreite der B 73 (Ortsdurchfahrt Hechthausen) gelte allerdings vom Ortsanfang bis zum Ortsausgang mit durchschnittlich 8,10 Meter als ausreichend. Die Begegnung zweier Lkw sei uneingeschränkt möglich. Jedoch gehe aus der Auswertung der Verkehrsunfalldaten hervor, dass das Unfallgeschehen durch Auffahrunfälle und Konflikte beim Abbiegen geprägt sei.

Kreisverkehr ist angedacht

Somit müsse über eine Verkehrsberuhigung oder einen „Kreisel“ nachgedacht werden. Die umfassende verkehrstechnische Untersuchung soll jetzt die Grundlage für die frühzeitige Planung zur Sicherung der Lebensbedingungen der Menschen vor Ort sein.

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Uwe Dubbert, betonte, Kommunalpolitik, Verwaltung und interessierte Bürgerinnen und Bürger sollten in einem öffentlichen Meinungsaustausch den Prozess aktiv gestalten. Das strategische Ziel einer kinder- und seniorenfreundlichen und der Wirtschaft dienenden Mobilität müsse optimiert werden. Die Analyse zeige, dass dafür verschiedene Maßnahmen zu einem insgesamt leistungsfähigen Verkehrsgeschehen führen könnten.

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