Politik

SPD im Aufbruch trotz Absturz

30.01.2018

Die SPD erlebt zeitgleich einen historischen Tiefpunkt und eine signifikante Aufbruchstimmung. Ein Kommentar von Wiebke Kramp

Es ist ein Paradox. Die SPD erlebt zeitgleich einen historischen Tiefpunkt und eine signifikante Aufbruchstimmung. Die SPD ist bei der Sonntagsfrage des ARD-Morgenmagazins unsanft auf dem Boden der Tatsachen tief im düsteren Keller gelandet. Mit gerade mal 19 Prozent Zustimmung aus der Bevölkerung nähert sich die Traditionspartei den Umfragewerten der AfD.

Eine sozialdemokratische Volkspartei, die das Vertrauen des Volkes verliert, bietet echten Grund zur Besorgnis. Und dann gibt es auf der anderen Seite diesen regelrechten Aufwind unter den Flügeln. Die Genossen bemerken auch in unserer Region an der Basis eine Sympathiewelle und regelrechte Mitmachbewegung. Allein 120 Anträge auf Mitgliedschaft werden im Bezirk Nord-Niedersachsen bearbeitet. Im Cuxland weiß Kreis-Chef Uwe Santjer von 28 Parteineulingen.

Für Verwunderung sorgt, dass offensichtlich nicht allein die Juso-Strategie greift. Die Nachwuchsgenossen propagieren schließlich den Parteieintritt, um möglichst viele Stimmen zu generieren, die Große Koalition beim Mitgliederentscheid abzulehnen.

Doch die neuen Mitglieder bilden tatsächlich einen Querschnitt der Bevölkerung ab. Möglicher Erklärungsversuch: Mit ihrem Bekenntnis zur Partei machen sie deutlich, den Ernst der Lage erkannt zu haben, und stemmen sich gegen schlechte Werte und Rechtsruck.

Wie aber passen Umfragetief und Aufwärtstrend zueinander? Eine Analyse bleibt abzuwarten, erstaunlich und vor allem spannend ist dieser scheinbare Widerspruch allemal.

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