Für die Radfahrer in Cuxhaven soll eine Straße gesperrt werden. Foto: Stratenschulte
Kommentar zum Karl-Waller-Weg

Verkehr: Straßensperrung ist Probe aufs Exempel

von Thomas Sassen | 08.11.2018

Natürlich, niemand wird der Forderung nach einer fahrradfreundlichen Stadt widersprechen wollen.

Warum auch, das ist doch eine wirklich gute Sache. Radfahren ist besser für das Klima, fördert die Gesundheit und ist auch noch ein Plus bei der Werbung um Urlaubsgäste.

Strittiger wird die Sache jedoch in dem Moment, wo es um die Platzverteilung auf der Straße zwischen Auto- und Radverkehr geht, konkret, wenn den Autofahrern etwas von ihrer Fahrbahnbreite genommen wird.

Und genau diese Diskussion steht Cuxhaven für die nächsten Jahre ins Haus, dann nämlich, wenn es darum geht, das Nordseeheilbad zu einem wirklichen Radfahrerparadies umzubauen. Dass es dabei nicht mit ein paar zusätzlichen Fahrradständern am Bahnhof oder einer verbesserten Beschilderung getan ist, dürfte sich in den Fraktionen bereits herumgesprochen haben. Welche Tragweite die Forderung nach einer möglichst umweltfreundlichen Mobilität für Cuxhaven tatsächlich hat, dürfte so manchem Politiker allerdings erst in den kommenden Jahren klar werden. Dann nämlich, wenn im Rahmen eines ebenfalls kürzlich angeschobenen Beteiligungsprozesses mit dem Ziel eines alternativen Mobilitätskonzeptes alte Gewohnheiten der Auto fahrenden Mehrheit grundsätzlich infrage gestellt werden. In diesem spannenden Prozess werden die Fraktionen Farbe bekennen müssen, wie ernst sie es wirklich meinen mit ihrem Wunsch nach einem Mobilitätswechsel. Dabei kann das Fahrrad eine wesentliche Rolle spielen, wie Städte wie Oldenburg, Münster, Leer oder gar Kopenhagen beweisen. Die Sperrung des Karl-Waller-Weges für Pkws dürfte bei dieser Betrachtungsweise nur ein erster kleiner Mosaikstein sein.

Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tsassen@no-spamcuxonline.de

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