Generalversammlung: Die RAISA eG ist eine Warengenossenschaft mit rund 50 Geschäftsstellen und 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Elbe-Weser-Gebiet und gehört mit 355 Mio. Euro Gruppen-Umsatz zu den großen Primärgenossenschaften in Deutschland. Foto: RAISA eG
RAISA eG

Stabil im schwierigen Umfeld

von Redaktion | 07.12.2019

Harsefeld. Die Dürre im Sommer 2018 war nur eine der Herausforderungen, mit denen sich die RAISA eG im Geschäftsjahr 2018/19 konfrontiert sah und deren Folgewirkungen bis in das laufende Geschäftsjahr spürbar sind. Auf ihrer Generalversammlung in der Harsefelder Festhalle wurde gleichwohl ein stabiles Ergebnis festgestellt und eine Dividende von drei Prozent in gleicher Höhe wie im Vorjahr beschlossen.

Für Vorstandsmitglied Axel Lohse stellt der Strukturwandel in der Landwirtschaft, der durch eine immer stärker überbordende Regulatorik unnötig und zusätzlich angeheizt werde, die größere Herausforderung für die Zukunft dar: "Reglementierungen wie für Industriekonzerne sind für mittelständische bäuerliche Familienbetriebe einfach nicht machbar!", resümierte Lohse im Geschäftsbericht des Vorstands. Die RAISA eG habe mit der Gründung des Beratungsunternehmens AGRUM und des Nährstoffvermittlungsunternehmens NäRo auf politische Forderungen reagiert und biete den landwirtschaftlichen Betrieben damit Hilfestellungen bei der Bewältigung der neuen Auflagen. In diesem Zusammenhang äußerte Lohse Verständnis für die Demonstrationen junger Landwirtinnen und Landwirte, denen es nicht nur um eine berufliche Perspektive, sondern auch um die Wertschätzung der Gesellschaft gehe.

Reaktion auf Strukturwandel

Die Genossenschaft reagiere mit einer Optimierung des Geschäftsmodells in den vier Geschäftsfeldern Agrar, Energie, Einzelhandel und Logistik auf den Strukturwandel. Dafür investiert die RAISA eG in den nächsten drei Jahren so viel wie noch nie. Gleichzeitig werde sich die Genossenschaft aber auch von nicht betriebsnotwendigem Vermögen trennen und nicht ausreichend effiziente Prozesse auf den Prüfstand stellen.

Logistikzentrum in Apensen

Für das kommende Jahr sind beispielsweise der Bau eines Logistikzentrums in Apensen und der Um- und Ausbau des Raiffeisen-Marktes in Fredenbeck geplant. Auch im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte die Genossenschaft - insbesondere mit der Optimierung des Geschäftsgrundstücks in Apensen und dem Neubau des Raiffeisen-Marktes in Zeven - bereits über acht Millionen Euro investiert.

Vorstandsmitglied Pape stellte in seinem Bericht über das Handelsgeschäft der Genossenschaft heraus, dass der messbare Mengenumsatz um über sieben Prozent gesteigert werden konnte, was auf eine Stärkung der Marktposition der Genossenschaft schließen lasse. Die RAISA-Unternehmensgruppe erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018/19 einen um acht Prozent auf 355 Mio. Euro erhöhten Wertumsatz. Mit einem Jahresüberschuss von 2,4 Mio. Euro konnte das Vorjahresergebnis leicht übertroffen werden.

Goldnadel für Vollmer

Die Aufsichtsratsmitglieder Heinrich Vollmer und Heinz Jungclaus schieden nach langjähriger Tätigkeit aus dem Aufsichtsrat aus. Heinrich Vollmer, auch früherer ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, wurde für seine Tätigkeit mit der Goldenen Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes e.V. ausgezeichnet. Die Landwirte Söhnke Schlichtmann aus Oldendorf und Jan Peter Höft aus Brest wurden neben den wiedergewählten Aufsichtsratsmitgliedern Henning Ehlers, Jan Dieckmann und Hartwig Tietjen neu in das Aufsichtsgremium gewählt. (red)

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