Die Archäologie liegt derzeit wieder voll im Trend. Archivfoto: Reese-Winne
Kommentar zur Archäologie

Städtische Funde: Cuxhaven darf stolz sein

von Maren Reese-Winne | 29.11.2018

Die Stadt täte gut daran, gerade in dieser aufstrebenden Zeit den Posten der Stadtarchäologie abzusichern und auf eine fachliche Neubesetzung hinzusteuern.

Das wäre auch eine Anerkennung der Bedeutung dieser Arbeit. Gerade in einer Zeit, in der vieles Vertraute auseinanderfällt, sehnen sich die Menschen nach Identität. Es ist doch spannend zu erfahren, dass diese Region, die lange genug als abgehängt galt und der viele so schnell wie möglich den Rücken kehren wollten, einst zu den bedeutendsten Wohn- und Handelsorten zählte.

Eine mögliche Entscheidung, den kurzen Draht innerhalb des Rathauses zu kappen und künftig nur projektbezogen Fachleute von außen hinzuzuziehen, birgt Risiken: Wenn man als Auftraggeber einer unter vielen ist, wird sich jede Entscheidung länger hinziehen, und auch zurückgelegte Wege müssen bezahlt werden.

Ein nicht gehobener Schatz ist die Verknüpfung der archäologischen Erkenntnisse mit dem Tourismus. Dadurch ließe sich ja vielleicht sogar die eine oder andere Einnahme erzielen. Warum nicht ein Spielplatz oder von mir aus auch einzelne Events mit "Grabungsmöglichkeiten" für Kinder - gepaart mit Schautafeln und Landkarten? Warum nicht geführte Spaziergänge, warum nicht Feuersteinbearbeitungskurse für Kinder... Das Ganze soll kein zweites Disneyland werden, aber würde sich doch prima in das Modell des sanften Tourismus einfügen.

Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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