Das Atomkraftwerk Brunsbüttel. Archivfoto: Rehder
Umwelt

Strahlung in Brunsbüttel: Grenzwerte überprüfen

28.04.2019

KREIS CUXHAVEN. Die Einleitung radioaktiver Abwässer aus dem Rückbau des Atomkraftwerks Brunsbüttel an der Elbe beschäftigt weiter die Menschen in der Region.

Im Rahmen der Diskussion über die Einleitung radioaktiver Abwässer aus dem Rückbau des Atomkraftwerks Brunsbüttel an der Elbe (wir berichteten) haben die Kreis-Grünen Kontakt zu ihrer Bundestagsfraktion aufgenommen. Dazu erhielten sie nun Stellungnahmen der Abgeordneten Silvia Kotting-Uhl und Julia Verlinden.

Kotting-Uhl fordert mit ihrer Bundestagfraktion, dass die Bundesregierung einen Dialog vor dem Hintergrund von Konflikten beim AKW-Rückbau auf den Weg bringt. Kotting-Uhl: "Die Landes-Atomaufsichten verweisen immer wieder darauf, dass sie sich natürlich an das geltende Recht halten müssen. Auf der anderen Seite ist aber durchaus fraglich, wie zeitgemäß verschiedene Grenzwerte noch sind."

Diesen liege eine bereits seit etlichen Jahren in Fachkreisen als falsch angesehene alte Annahme zugrunde, dass Niedrigstrahlung über einen längeren Zeitraum weniger schädlich sei als höhere Strahlung in einem kurzen Zeitraum. Würde diese Fehlannahme korrigiert, führe das voraussichtlich zu einer deutlichen Absenkung des geltenden Ableitungsgrenzwerts, so die Politikerin. Auch das Personal, das strahlungsintensivere Rückbauarbeiten durchführen muss, würde radiologisch davon profitieren.

Ein bundesweiter Rückbau-Dialog sei auch deshalb nötig, weil es von verschiedenen Landes-Atomaufsichten eigene Bemühungen gebe, Verbesserungen beim Rückbau zu erzielen oder Konflikte zu entschärfen. Die Bundesregierung müsse dafür sorgen, dass die Positivbeispiele bundesweit zum Standard würden.

Vorgaben aus 1970-er-Jahren

Auch die für die Region Nord-Ost-Niedersachsen und Cuxhaven zuständige grüne Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden sieht veraltete Strahlenschutzgrenzwerte aus den 1970-er-Jahren als Ursache dafür, dass sich bei den aktuellen Rückbaugenehmigungen trotz bestehenden gesetzlichen Minimierungsgebots keine niedrigeren Werte durchsetzen ließen. Bereits im Jahr 2017 hatte die Fraktion der Grünen einen Entschließungsantrag zur deutlichen Absenkung dieser Werte in den Bundestag eingebracht, der keine Mehrheit fand.

Der Kreisvorstand der Cuxhavener Grünen möchte nun Initiativen zum Dialog mit der Atomwirtschaft und zur Absenkung der Einleitungswerte unterstützen. Für das aktuelle Verfahren im Kernkraftwerk Brunsbüttel soll es offenbar noch vor dem Erörterungstermin ein Gespräch mit beteiligten Behörden und Initiativen geben.

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