Viele heimische Küstenvögel wie der Rotschenkel haben mit dem Hochwasser ihre Gelege verloren. Foto: Julia Baer/NABU/dpa 
Hochwasser

Sturm Eugen: Viele Vögel verlieren Gelege im Wattenmeer

von Redaktion | 06.05.2021

KREIS CUXHAVEN. Sturmtief Eugen ließ am Dienstag und Mittwoch gleich dreimal nacheinander das Hochwasser im Nationalpark Wattenmeer bis zu einem Meter über Normal ansteigen.

Sowohl Zugvögel als auch Brutvögel wurden dadurch beeinträchtigt. Viele heimische Küstenvögel wie Rotschenkel oder Sandregenpfeifer haben mit dem Hochwasser ihre Gelege verloren. "Das ist zwar sehr traurig, aber zum Glück kam der Sturm so früh im Jahr, dass Jungvögel aus Ersatzgelegen später im Frühjahr flügge werden könnten", erläutert Benjamin Gnep, Ornithologe bei der Schutzstation Wattenmeer. 

Sonderkontrolle der Brutgebiete

Die Weibchen benötigten jetzt viel Nahrung, weil sie in wenigen Tagen neue Eier produzieren müssen. Um einen genauen Überblick über die Verluste durch den Sturm zu erhalten, setzte Gnep eine Sonderkontrolle der Brutgebiete durch die Schutzstation-Freiwilligen an.

Deich statt Watt

Die Rastplätze vieler arktischer Alpenstrandläufer, Knutts oder Pfuhlschnepfen auf Blauort- oder Süderoogsand seien ebenfalls überspült worden, so dass die Vögel in großen Schwärmen an das Festland oder auf die Inseln auswichen. Statt im Watt suchten die Tiere auf den Deichen oder an den Spülsäumen nach Nahrung, denn sie müssten sich möglichst schnell Fettreserven für den anstehenden Flug in ihre arktischen Brutgebiete anfressen.

Sorgenvoller Blick

Wenngleich sich das Wetter inzwischen wieder beruhigt hat, sieht Gnep sorgenvoll in die Zukunft: "Geringe Gelegeverluste können die Tiere zwar ausgleichen. Durch den Klimawandel nehmen Häufigkeit und Stärke der Stürme zu, was zu einem kompletten Brutausfall im Jahr führen kann und nicht ohne Auswirkungen auf den langfristigen Vogelbestand im Wattenmeer bleibt wird."

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