Sturm über Cuxhaven: Sturmflutwarnung und Orkanböen
KREIS CUXHAVEN. Ein Orkantief wird laut Meteorologen ab dem Mittwochabend über Norddeutschland hinwegziehen. Es gibt Warnungen vor Unwetter und Sturmfluten. Die Prognosen haben Folgen für den Fährbetrieb und den Schulunterricht.
Schon am Mittwoch weht den ganzen Tag über ein kräftiger Wind durch den Kreis Cuxhaven. Aber sogar ein Orkantief mit Windgeschwindigkeiten um 120 Kilometer pro Stunde, Regenschauern und Gewittern wird Norddeutschland ab dem späten Mittwochabend erfassen und auch den Donnerstag über kräftig durchrütteln. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab am Mittwoch amtliche Unwetterwarnungen wegen orkanartiger Böen und Orkanböen der Windstärke 11 und 12 für Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern heraus. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Hamburg warnte zudem für die Nordseeküste vor einer Sturmflut in der Nacht auf Donnerstag.
Erster Höhepunkt in der Nacht
Ab dem späten Mittwochabend soll der Wind spürbar zunehmen. "Den ersten Höhepunkt erwarten wir heute Nacht", sagte DWD-Meteorologe Manno Peters in Hamburg am Mittwoch. Dann werde das Orkantief von der niedersächsischen Küste hereinziehen und auch Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern erfassen. Am Donnerstagmorgen werde sich der Sturm vorübergehend abschwächen, dann aber noch einmal zulegen.
Für die Küsten, das Bergland um den Harz und in Gewitternähe erwarten die Meteorologen die höchsten Windgeschwindigkeiten: An der Nordseeküste und auf den Inseln von Schleswig-Holstein und Niedersachsen soll das Sturmtief Orkanböen um die 120 km/h erreichen. "Auf dem Brocken werden auch mal bis zu 140 Stundenkilometer möglich sein", sagte Peters. Für die Ostseeküste rechnen die Meteorologen mit orkanartigen Böen um die 110 km/h. Und auch im norddeutschen Binnenland werde es überall kräftig stürmen, sagte Peters. Dort gebe es schwere Sturmböen um 100 Kilometer pro Stunde.
Gefahr für Bürger
Laut den Meteorologen besteht Gefahr etwa durch umherfliegende Gegenstände und umstürzende Bäume. Es könne zu Schäden an Gebäuden kommen und Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr geben. Die Feuerwehren in Ostfriesland riefen insbesondere Küstenbewohner dazu auf, Gartenmöbel und Mülltonnen zu sichern - und auch Baugerüste und Werbeschilder sollten auf sicheren Halt überprüft werden. Die Hamburger Feuerwehr empfahl Warn-Apps zu nutzen, mit denen man gut über die Unwetter informiert sei.
An der Nordseeküste erwarten Experten Sturmfluten. Nach Angaben des BSH in Hamburg wird das Hochwasser in der Nacht zum Donnerstag an der ostfriesischen Küste 0,75 bis 1 Meter höher als das mittlere Hochwasser auflaufen. An der nordfriesischen Küste und im Weser- und Elbegebiet soll das Hochwasser 1 bis 1,5 Meter höher ausfallen als normal. Im Hamburger Elbegebiet erreicht das Hochwasser Werte, die 1,5 bis 2 Meter höher als das mittlere Hochwasser liegen. An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft.
Keine Cuxhaven-Helgoland-Fähre
Angesichts der Sturmwarnung sagten viele Fährbetriebe an der Küste den Fährverkehr für Donnerstag ab. Etwa kündigte die Wyker Dampfschiffs-Reederei an, dass es am Donnerstag keine Fahrten zwischen Schlüttsiel und den Halligen gibt. Auch die Reederei Norden-Frisia gab an, den Fährverkehr zu den Ostfriesischen Inseln Juist und Norderney am Donnerstag einzustellen. Bei den Fähren nach Baltrum, Langeoog und Wangerooge kommt es ebenfalls zu Ausfällen. Die Fähren zwischen Cuxhaven und Helgoland fahren am Donnerstag ebenfalls nicht, wie die Reederei Cassen-Eils mitteilte.
Der Nationalpark Harz warnte in einer Mitteilung davor, bei Sturm Wälder zu betreten. Es bestehe Lebensgefahr durch abbrechende Äste, umstürzende Bäume und vereiste Wege. Die Stadt Göttingen riet Einwohnern, Friedhöfe und Parkanlagen zu meiden. Der Landkreis Goslar sagte wegen des Unwetters den Unterricht an allen allgemein- und berufsbildenden Schule für Donnerstag ab.
Damm tagelang gesperrt
In Wilhelmshaven wurde wegen der Sturmwarnung der sogenannte Friesendamm für die kommenden Tage gesperrt. Die Stadt Emden kündigte wegen der Sturmwarnung Einschränkungen bei der Müllabfuhr an.
DWD-Meteorologe Peters sagte, in diesem Winter habe es bereits mehrere kräftigere Stürme gegeben. "So einen Sturm hatten wir nun aber lange Zeit nicht." Am Donnerstagabend sei der Spuk vorerst vorbei - doch bereits ab Freitagabend soll ein neues Unwetter mit teils Orkanböen aufziehen. Die genaue Stärke und die Zugrichtung seien aber noch nicht absehbar, sagte Peters am Mittwoch. (dpa)
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