Auch in der Nordsee werden immer wieder Bomben, Minen und Munition gefunden. Symbolfoto: red
Bomben und Munition

Tonnenweise Weltkriegsmunition gefunden - auch in der Nordsee

29.04.2020

HANNOVER/KREIS CUXHAVEN. 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Niedersachsen noch immer tonnenweise Bombenblindgänger oder Munition gefunden.

2019 habe der Kampfmittelbeseitigungsdienst in mehr als 900 Einsätzen 133 Tonnen gefährliche Sprengkörper aus beiden Weltkriegen entsorgt. Das gehe aus dessen Jahresbericht hervor, teilte das niedersächsische Innenministerium mit.

2018 wurden rund 145 Tonnen bei knapp 1000 Einsätzen beseitigt. Derzeit arbeite der Dienst eingeschränkt - die gezielte Bombensuche sei zunächst eingestellt, Verdachtspunkte würden eingemessen, die Blindgänger aber nicht mehr geborgen.

Alterung und Korrosion erhöhen den Angaben zufolge bei alter Munition oft die Gefahr einer plötzlichen Explosion. Gefährdet seien auch Kinder: Im vergangenen Jahr habe ein Kind beim Spielen an einem See in der Region Hannover einen Phosphorklumpen gefunden, für einen Stein gehalten und in die Tasche gesteckt. Dieser entzündete sich wegen der Körperwärme, das Kind erlitt leichte Verbrennungen. "Dieser Vorfall zeigt deutlich, wie gefährlich diese vermeintlich alten Kampfmittel - auch nach so langer Zeit im Boden - immer noch sind", warnte Innenminister Boris Pistorius (SPD).

Im vergangenen Jahr musste laut Jahresbericht deutlich mehr alte Munition direkt am Fundort gesprengt werden als 2018 - damals waren es 138 entsprechende Einsätze, 2019 dann 219. Verstärkt in den Fokus gerückt sei die Nordsee wegen des Baus von Offshore-Windparks und des Ausbaus von Kabeltrassen: Im vergangenen Jahr wurden dort rund 0,76 (2018: 1,65) Tonnen Weltkriegsmunition entdeckt, darunter auch eine Seemine. (dpa)

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