Das Wattenmeer ist Unesco-Weltnaturerbe. Symbolfoto: Reese-Winne
Natur

Umweltminister Lies: Naturraum Wattenmeer erhalten

09.07.2019

HANNOVER / KREIS CUXHAVEN. "Als Ehre und Verpflichtung" hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies die Auszeichnung des Wattenmeeres als Unesco-Weltnaturerbe vor zehn Jahren bezeichnet. 

Seitdem stehe das Wattenmeer aufgrund seiner herausragenden geologischen und ökologischen Bedeutung als Welterbe der Menschheit auf einer Stufe mit dem Grand Canyon und dem Great Barrier Reef. "Als Kind der Küste bin ich stolz auf diese Auszeichnung. Die Artenvielfalt des Wattenmeers ist einzigartig. 10 000 Tier- und Pflanzenarten finden in dem gezeitenabhängigen Feuchtbiotop eine Lebensgrundlage. Für Millionen von Zugvögeln ist das Watt eine wichtige Nahrungsquelle auf ihrer Reise. Das Prädikat 'Weltnaturerbe‘ ist aber auch eine Verpflichtung, dieses weltweit einzigartige Ökosystem für zukünftige Generationen zu erhalten."

Umweltminister Olaf Lies warnte davor, sich auf dem Erreichten auszuruhen. "Das Wattenmeer genießt heute zwar den notwendigen rechtlichen Schutz und große internationale Anerkennung, aber es gibt Herausforderungen, denen wir begegnen müssen, um das Weltnaturerbe Wattenmeer für die Zukunft zu sichern. Die Unesco hat den Wattenmeerstaaten den konkreten Planungsauftrag gegeben, für das Welterbegebiet einen integrierten, übergreifenden Managementplan zu erarbeiten. Damit wollen wir den Schutz des Gebietes weiter harmonisieren und zukunftsfähig machen." Vor allem die Themen Müll im Meer und Risiken des Schiffsverkehrs stünden hier ganz oben auf der Agenda. Aber auch der Klimawandel bedrohe das Wattenmeer, so Lies.

Biosphärenreservat als Chance

Als positiv bezeichnete Lies die Diskussion um die Erweiterung der Entwicklungszone des Unesco-Biosphärenreservats.

"Das ist eine Riesenchance für die Regionen entlang des Nationalparks", sagte Lies. Regionen entlang des niedersächsischen Nationalparks Wattenmeer erhielten dadurch neue Fördermöglichkeiten und die Chance, sich als Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu positionieren. Interessierte Gemeinden sollten diesem freiwilligen Prozess offen gegenüberstehen, sagte Lies. "Das Unesco-Biosphärenreservat unterstützt nahe dem Nationalpark Wattenmeer ein lebenswertes Umfeld, in dem gesellschaftliche, touristische und wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle spielen. Wir sollten diese Chance nutzen, und sie als Impuls für innovative und nachhaltige Ideen begreifen."

Sorgen vor Einschnitten von Wirtschaft und Landwirtschaft seien unbegründet, sagte Lies, da es sich bei dem Unesco-Biosphärenreservat um kein Biosphärenreservat nach Bundesnaturschutzgesetz handele. "Daher bitte ich die Kritiker, sich wieder auf den Weg einer Lösung zu bewegen. Für mich steht fest, dass wir gemeinsam vereinbaren können, dass es nicht zu Einschränkungen kommen wird", sagte Lies.

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