Und noch ein Förderverein

18.04.2018

Die Bahnhofsgesellschaft Cuxhaven will einen Förderverein gründen. Dazu ein Kommentar von Thomas Sassen.

Es ist immer das gleiche Spiel. Die Pflichtaufgaben übernimmt die Kommune, für die kleinen oder größeren Extras kommt ein Förderverein auf. Seien es Computer oder Musikinstrumente für die Schule, zusätzliches Spielzeug für den Kindergarten oder ein Ausbildungstörn für angehende Kapitäne der Seefahrtschule, die Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr, oder, oder, oder. Dieses Modell hat sich landauf, landab durchgesetzt. Ob für Schulen, Kindergärten, Museen, historische Schiffe, Sportvereine, Feuerwehren oder andere gesellschaftlich wichtige Einrichtungen, fast immer stehen Fördervereine Pate, die für eine über das Notwendigste hinausgehende finanzielle Ausstattung sorgen.

Dieses Geld wird über Mitgliedsbeiträge und über Sponsoren- und Spendenzuschüsse eingeworben, die von der Steuer abgesetzt werden können. Sofern der Förderverein als gemeinnützig anerkannt ist. Das ist inzwischen ein ganz normales Verfahren und wird kaum noch hinterfragt, obwohl sich viele Träger leider allzu selbstverständlich auf diese Geldquelle verlassen. Oft werden Dinge finanziert, die eigentlich Sache der Kommunen sind.

Nun ist es die Bahnhofsgenossenschaft, die sich einen Förderverein wünscht. Verständlicherweise, denn deren Eigenmittel werden kaum reichen, um alle Wünsche zu erfüllen. Zum Beispiel die Bahnhofsuhr. Die Anschaffungskosten von 4000 Euro würden sich die Genossen gern sponsern lassen. Das ist legitim und vermutlich auch der einzige Weg, um bei der Ausstattung nicht nur die Nullachtfünfzehn-Lösung zu bekommen. Außerdem könnte sich ein Verein um kulturelle Veranstaltungen im Bahnhof kümmern und Jugendlichen im Umfeld Angebote machen, damit der Bahnhof tatsächlich zu einem echten Bürgerbahnhof wird. Leicht wird es nicht, Leute zu finden, die sich im Vorstand engagieren. Denn sie dürfen der Genossenschaft nicht als Mitglieder angehören. Der harte Kern der bereits sehr aktiven Bahnhoffans scheidet also aus.

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