Die Inhaberin vom "Gasthaus Butt - Lindenwirt Am Zollbaum", Imke Dick, im hauseigenen Biergarten mit Lebenspartner und Koch Robert Dressler. Foto Ralf Drossner
Gastronomie in Corona-Zeiten

Veränderte Situation forderte neues Konzept

von Redaktion | 29.06.2020

Wingst. Seinen neuen Berufsstart als Koch und Co-Geschäftsführer im Gasthaus Butt "Lindenwirt Am Zollbaum" zum 1. März hatte sich Robert Dressler (42) eigentlich ganz anders vorgestellt. Der gebürtige Berliner, der 2019 der Liebe wegen in die Wingst gekommen ist und sich hier mittlerweile sehr gut eingelebt hat, wollte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Inhaberin Imke Dick beruflich neu durchstarten.

Auf Basis der langjährigen Tradition, die das Gasthaus über Generationen hat, wollte er mit neuen Ideen frischen Wind in das Unternehmen bringen. Doch bereits nach wenigen Tagen zeichnete sich ab, dass die Corona-Pandemie sämtliche Planungen auf den Kopf stellen wird. Richtig bemerkbar wurde es zum ersten Mal, als am Wochenende vor dem "Lockdown" zunächst das alljährliche Frühlingskonzert des "Blasmusikzuges Wingst" zum Schutz der vielen älteren Besucher vom Verein abgesagt werden musste.

"Außer Haus-Verkauf"

Als dann die Einschränkungen kamen, haben sich Imke Dick und Robert Dressler zusammengesetzt und überlegt, wie sie diese besondere Herausforderung am besten meistern. Die angestellte Mitarbeiterin wurde in Kurzarbeit geschickt, um das finanzielle Risiko für das Unternehmen zu minimieren. Nachdem dann von den Behörden relativ schnell die Freigabe für den "Außer-Haus-Verkauf" erteilt wurde, nutzte man sofort die Gelegenheit und baute dieses Geschäft schnell aus. Kommuniziert wurde das erweiterte Angebot über die sozialen Netzwerke, mittlerweile verfügt das "Gasthaus Butt" auch über eine eigene Facebook-Unternehmensseite.

Die Speisekarte wurde umstrukturiert und um eine große Burger-Auswahl erweitert. Zum Wochenende wurden besondere Gerichte wie Sparerips angeboten, die der Koch, der seine Ausbildung in der Lüneburger Heide absolvierte, mit viel Leidenschaft und Kreativität zubereitet. "Das Angebot wurde von Anfang an gut angenommen und wir konnten viele neue jüngere Kunden gewinnen", so Robert Dressler, "der Zuspruch aus der Bevölkerung war groß und das erweiterte Angebot sprach sich schnell bei den Kunden, die zum Teil ganz aus Cuxhaven zum Gasthausbesuch in die Wingst kommen, herum."

Feiern wurden abgesagt

Wie in allen anderen Gastronomiebetrieben auch schränkt die Pandemie den Wirtshausbetrieb weiterhin massiv ein, viele Familienfeste wie Hochzeiten, Konfirmationen und Geburtstage mussten abgesagt werden. Auch das Zollbaumer Schützenfest, das traditionell am 1. Juli-Wochenende auf dem Saal gefeiert wird, findet in diesem Jahr nicht statt. "Wir haben die Gelegenheit genutzt und etliche Renovierungsarbeiten vorgenommen, unter anderem hat es im Biergarten, der aufgrund der sommerlichen Temperaturen momentan sehr gut frequentiert wird, eine neue Bestuhlung gegeben," sagt Robert Dressler, dem man im Gespräch anmerkt, dass sein neuer Job nicht nur Beruf, sondern Berufung ist.

Wenngleich Robert Dressler ein großer Optimist ist, befürchtet er schon, dass die Auswirkungen der Pandemie noch so lange anhalten, bis ein passender Impfstoff gefunden ist. "Bis dahin hoffen wir noch auf einen weiterhin schönen Sommer, damit das Biergartengeschäft noch lange anhält. Trotz der Möglichkeiten, wieder im Restaurant zu essen, läuft das Außer-Haus-Geschäft hervorragend weiter."

"Daumen hoch und danke

Freudig überrascht war Robert Dressler auch von der Aktion "Land Hadeln hilft", von der er aus der "Niederelbe-Zeitung erfuhr": "Es ist nicht selbstverständlich, dass sich die örtliche Politik für die Gastronomie und den Einzelhandel einsetzt, aus diesem Grund möchte ich hier schon jetzt einmal ein "Daumen hoch" und ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren aussprechen. Es ist ein schönes Signal, wenn der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung in unserer Samtgemeinde so gut funktionieren. Darüber hinaus danke ich auch unseren vielen Kunden, die uns in dieser schweren Zeit immer zur Seite gestanden haben."

In eine neue Zeit führen

Bei so viel Anerkennung und Unterstützung ist der Berliner sehr glücklich, dass er trotz der besonderen Herausforderungen einen guten Einstand im Gasthaus Butt in der Wingst hatte. Er freut sich nun gemeinsam mit "der starken Frau an seiner Seite", Inhaberin Imke Dick, das Traditionsunternehmen in eine neue Zeit zu führen. (rd)

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