Trotz der Eile vor Weihnachten empfiehlt es sich, beim Online-Shopping genau hinzuschauen, um Fake-Shops zu erkennen. Foto: dpa/Peter Büttner
Weihnachtsgeschäft

Verbraucherzentrale warnt Cuxhavener vor Betrugsversuchen beim Online-Shopping

von Maren Reese-Winne | 08.12.2021

KREIS CUXHAVEN. Je knapper die Ware, desto verlockender ist der Klick, wenn der begehrte Artikel dann doch irgendwo im Internet erhältlich ist. Doch auch im Kreis Cuxhaven sind User damit schon auf den Bauch gefallen.

Den ausgewählten Shop gab es nämlich gar nicht, sondern es handelte sich um eine zu Betrugszwecken angelegte Plattform. Die bestellte Ware kam nie oder war äußerst minderwertig. Rücksendungen oder gar Erstattung des Kaufpreises gestalten sich dann äußerst schwierig. Grund genug, dass die Verbraucherzentrale Niedersachen die wichtigsten Tipps zusammengestellt hat, um so genannte Fake-Shops zu erkennen. 

So langsam wird die Zeit für einen ausgiebigen Einkaufsbummel vor Weihnachten knapp; so mancher traut sich auch wegen hoher Inzidenzen nicht in die Innenstädte. Dies und die Sorge um Lieferengpässe bei begehrten Produkten lasse den Online-Handel boomen, sagt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Doch nicht immer gegen das gut: Täglich gingen bei ihr Hinweise auf Fake-Shops (Online-Auftritte, die sehr seriös wirken können, jedoch in betrügerischer Absicht angelegt worden sind) und unseriöse Anbieter ein.

Renate Schlünzen von der Verbraucherzentrale in Stade (sie ist vielen Einwohnerinnen und Einwohnern der Stadt und des Kreises Cuxhaven noch aus der früheren Beratungsstelle in Cuxhaven bekannt) erklärt, wie sich Verbraucherinnen und Verbraucher schützen können und was im Betrugsfall zu tun ist.

Gibt es Produkte, bei denen Fake-Shops aktuell besonders auffallen?

Bei Waren, die zurzeit schwer zu bekommen sind, werden uns besonders viele Fake-Shops gemeldet. Das sind beispielsweise Fahrräder, E-Scooter und Elektrogeräte, aber auch Baustoffe und Goldhandel. Betrüger nutzen die Lieferengpässe und starke Nachfrage im Weihnachtsgeschäft aus, um Geld zu machen.

Wie können Verbraucher Fake-Shops erkennen?

Die Shops sind teils sehr gut gemacht. Ein Blick ins Impressum reicht daher oft nicht mehr aus. Wichtig ist es, bei unbekannten Anbietern misstrauisch zu sein und Angaben zu überprüfen. Vor allem sollten Verbraucherinnen und Verbraucher vorab klären, wer hinter einem Angebot steckt.

Was heißt das - wie finden Verbraucher heraus, mit wem sie es zu tun haben?

Einfach mal den Shop- oder Betreibernamen in eine Suchmaschine eingeben. Bei unseriösen Anbietern finden sich meist entsprechende Bewertungen. Sollten gar keine Treffer kommen, kann das auch ein schlechtes Zeichen sein. Darüber hinaus können Angaben aus dem Impressum - etwa der Handelsregistereintrag oder die Adresse - überprüft werden. Stimmt hier etwas nicht oder erscheinen die Angaben fragwürdig, besser nicht bestellen.

Viele Online-Shops enthalten Prüfsiegel und Zertifikate. Bieten sie Sicherheit?

Sicherheit bieten sie, wenn sie echt sind. Oft werden Prüfsiegel missbräuchlich verwendet und einfach auf die Seite kopiert. Teils sind sie zwar verlinkt, führen aber auf gefälschte Seiten. Um die Echtheit zu überprüfen, sollten Verbraucherinnen und Verbraucher daher auf die Originalseite des Siegelbetreibers gehen und die Suchfunktion nutzen. Wird ein Shop dort nicht gefunden oder als gesperrt angezeigt, stimmt etwas nicht.

Worauf sollten Verbraucher bei Online-Bestellungen außerdem achten?

Vor einer Bestellung sollten Verbraucher klären, wo der Firmensitz des Anbieters ist. Bestellungen aus Nicht-EU-Länder bereiten immer wieder Probleme. Die Lieferzeiten sind lang, ein Widerruf ist oft sehr umständlich. Zudem können durch Zölle oder hohe Rücksendegebühren zusätzliche Kosten entstehen.

Was können Kunden tun, wenn sich die Lieferung verzögert und Bestellungen nicht rechtzeitig zu Weihnachten ankommen?

Verzögert sich eine Lieferung, sollten Kundinnen und Kunden dem Verkäufer zunächst eine angemessene Frist setzen, um die Lieferung nachzuholen. Bei der Einschätzung, was angemessen ist, bietet die ursprünglich angegebene Lieferzeit eine gute Orientierung. Erhalten Betroffene die Ware auch nach dieser Frist nicht, können sie vom Vertrag zurücktreten. Angebotene Ersatzprodukte müssen sie nicht akzeptieren.

    Wer kein Interesse mehr an der Ware hat und sich möglichst schnell von dem Vertrag lösen möchte, kann bei Online-Käufen auch direkt sein Widerrufsrecht nutzen. Kommt die Ware dann jedoch noch an, müssen etwaige Kosten für eine Rücksendung übernommen werden, sofern der Verkäufer vorab darüber informiert hat.

Können Kunden nicht einfach ihr Geld zurückbuchen?

Bereits gezahltes Geld sollten Kundinnen und Kunden lieber nicht einfach zurückbuchen, weil sie so bei Zahlungsdienstleistern in Zahlungsverzug geraten. Es drohen Inkassoschreiben. Besser ist es, Anbieter und Zahlungsdienstleister zunächst - etwa über den Widerruf - zu informieren und um Rückerstattung zu bitten.

Was tun Verbraucher, wenn sie Opfer eines Fake-Shops geworden sind?

Wer auf einen Fake-Shop hereingefallen ist, sollte unverzüglich die eigene Bank, das Kreditkarteninstitut oder den Zahlungsdienstleister kontaktieren und um Rückerstattung bitten. Außerdem sollte unbedingt Strafanzeige bei der Polizei erstattet werden - auch bei geringen Beträgen. Das geht in Niedersachsen auch online. (red)

Info über aktuelle Fake-Shops: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de, Rubrik "Vorsicht Falle"

Kostenlose Beratung der Verbraucherzentrale Niedersachsen - vor Ort, telefonisch und per Video: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/fuer-sie-da

Falsche SMS

Betrugsfälle werden auch in Zusammenhang mit Paketlieferungen gemeldet. Verbraucher erhalten gefälschte SMS auf ihr Handy. Diese Art von Betrug wird "Smishing" (Verbindung von SMS und "Phishing"= unberechtigtes Datenabgreifen) genannt.

"Verfolgen Sie Ihr Paket" heißt es laut Verbraucherzentrale in einer neuen Variante, die angeblich von DHL verschickt wird. Neben dem Logo des Paketdienstleisters ist ein Downloadbutton für eine App enthalten. Der Link führt auf Schadsoftware und sollte auf keinen Fall geklickt werden.

Auch gefälschte SMS zu erfolglosen Kontakt- oder Zustellversuchen tauchen vermehrt auf. Ziel der Betrüger ist es, Zugriff auf persönliche Daten zu erhalten, damit Überweisungen auszulösen oder Einkäufe zu tätigen.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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