Gesellschaft

Vor 60 Jahren funkte es auf Schützenfest Weißenmoor

von Christian Mangels | 01.08.2019

WINGST. Kurt und Hildegard Frommhold aus der Wingst sind seit 60 Jahren glücklich verheiratet: Am heutigen Donnerstag feiern sie ihre diamantene Hochzeit.

Ganz klassisch für die damalige Zeit haben sich Kurt und Hildegard Frommhold in Wingst-Weißenmoor beim Schützenfest verliebt. "Wo auch sonst", sagt die Jubilarin. Nach der ersten Annäherung folgten viele weitere gemeinsame Feste und Tänze und schließlich der Bund fürs Leben. Jetzt, 60 Jahre später, feiern die beiden ihre diamantene Hochzeit.

60 Jahre Ehe - das schaffen nicht viele. Kurt und Hildegard Frommhold haben es hinbekommen. Über die Jahrzehnte konnten sie immer darauf bauen, dass sie dem jeweils anderen vertrauen können. "Es gab Höhen und Tiefen, Freud und Leid, aber ich bin für jeden Moment dankbar", sagt Hildegard Frommhold. Ihr Mann nickt und lächelt.

Kurt Frommhold stammt aus Niederschlesien. Nicht weit von der Schneekoppe entfernt ist er auf einem Bauernhof groß geworden. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand die Familie in Land Hadeln einen neuen Lebensmittelpunkt. Kurt arbeitete zunächst auf einem Hof in Warstade. Nach fünf Jahren verschlug es ihn ins Alte Land, wo er Äpfel und Kirschen pflückte. Der junge Mann konnte ordentlich anpacken: "An einem Tag habe ich vier Zentner Kirschen gepflückt, das war ganz nah dran am Altländer Rekord", erinnert sich Frommhold.

In der Wingst in Weißenmoor hatte sein Vater einen Hof gepachtet, dort lernte Kurt auch seine spätere Frau Hildegard, geborene Buhrmeister, kennen. Auf dem Schützenfest funkte es dann so richtig zwischen dem Mundharmonika spielenden Schlesier und seiner "Flamme" aus der Wingst.

Milchverkauf mit Trecker

Die Familie Buhrmeister betrieb schon in der dritten Generation die Schankwirtschaft "Zur Eiche" auf dem Dobrock. Der Urgroßvater, Großvater und Vater von Hildegard Frommhold hatten außerdem einen Milchwagenbetrieb. Den übernahm Kurt Frommhold 1962. Zunächst noch mit einem Trecker und einem Anhänger. "Ein paar Jahre später habe ich dann mein erstes Auto gekauft, einen Hanomag Tempo", sagt Frommhold. Mit ihm rollte der Hadler Milchmann viele Jahre in die entlegensten Ecken im Land Hadeln. Die Milch holte er von der Molkerei in Höftgrube, später von der Molkerei in Oberndorf-Hasenfleet. In all den Jahren war er nicht einmal krank. Selbst die Schneekatastrophe 1979 hielt den Wingster nicht von seinen Fahrten ab. Seine letzte Milchwagentour absolvierte er im September 1995.

In all den Jahren wusste er seine Frau Hildegard an seiner Seite. Sie kümmerte sich um die vier Kinder Uwe, Petra, Bernd und Heike. Mittlerweile gehören sechs Enkelkinder zur Familie. Und Urenkel? "Sind noch nicht in Sicht."

Das Fest der diamantenen Hochzeit feiert das Paar im kleinen Rahmen. Nicht so gewaltig wie vor 60 Jahren mit mehr als 300 Gästen. "Den ganz großen Trubel brauchen wir nicht mehr."

Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

cmangels@no-spamcuxonline.de

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