Goldbarren lagen mit einem Schreiben im Briefkasten der Hospizgruppe. Foto Peters
Ein Jahr danach

"Weihnachtswunder" in Cuxhaven: Als Goldbarren im Briefkasten lagen

von Maren Reese-Winne | 06.12.2019

CUXHAVEN. Für Jutta Auga wird jeder Nikolaustag immer mit diesem Ereignis verbunden bleiben: dem "Nikolauswunder", mit dem es Cuxhaven bundesweit in die Medien schaffte.

Vor einem Jahr fanden die Hospizgruppe Cuxhaven, der Verein "Tierschutz - Eine Pfote, ein Versprechen" und der Stadtteilverein "Ritzebüttel aktiv" in ihren Briefkästen neben einem Weihnachtsgruß jeweils zwei Goldbarren à 250 Gramm; völlig unerwartet natürlich. Absender: unbekannt; Wert pro Institution: über 17.000 Euro.

Aber die Goldbarren-Spende bedeutete mehr als "nur" Geld. Völlig umgehauen stellte Jutta Auga im Stadtteilzentrum Ritzebüttel fest: "Ich glaube wieder an Wunder." Immer wieder habe sie seither der Gedanke an die Person dahinter bewegt, erzählt sie. Birgit Block, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins, erlebte es damals so: "Wir fielen uns alle vor Freude in die Arme und mussten weinen und waren total aufgewühlt." Sie stellt fest, dass die Beschenkten hierdurch richtig zusammengewachsen seien: Sie stünden in Kontakt und sie sei sogar dem Verein "Ritzebüttel aktiv" beigetreten.

Was wurde aus dem "Goldbarren-Geld"?

Ein Teil des "Goldbarren-Gelds" sei schon in neue Dächer für die kleinen Katzenhäuser investiert worden, eine Reserve hätten sie sich für die große Katzenhaus-Renovierung zurückgelegt. Dass gerade sie von der unbekannten Person, die sie gerne mal in den Arm genommen hätten, ausgewählt worden seien, sei ein großer Vertrauensbeweis: "Überhaupt danken wir allen Cuxhavenern, die uns nach dem Wiederaufbau so viel Vertrauen entgegenbringen!"

Von großem Auftrieb für die Erwachsenen-Hospizarbeit berichtet auch Koordinator Jörg Peters. Das Telefon habe 2019 öfter geklingelt als je zuvor - Ergebnis: ein Rekord-Jahr an Begleitungen. Die Spende sei auch vor wenigen Tagen bei der Weihnachtsfeier noch einmal großes Thema gewesen. Angebote im Trauerbereich, die Geschäftsstelle und der Fortbildungsbereich seien mit dem Geld deutlich aufgestockt worden. "Es macht froh und stolz, dass jemand unsere Arbeit sieht", resümierte Jutta Auga damals. Unter anderem sei der Bürgergarten Lehfeld mit dem Geld in ein Bienenparadies verwandelt worden.

Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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