NEZ-Wahlpodiumsdiskussion

Wer wird Hemmoorer Bürgermeister?

26.08.2016

HEMMOOR. Vertreter der fünf im Hemmoorer Stadtrat vertretenen Parteien standen bei der NEZ-Wahlpodiumsdiskussion Rede und Antwort. Von Egbert Schröder

Hemmoor. Es ging um die Gewerbeentwicklung, um soziale Brennpunkte und auch die künftige Sportförderung: Bei der NEZ-Podiumsdiskussion in der Stadt Hemmoor zur Kommunalwahl standen Vertreter der fünf im Stadtrat vertretenen Parteien Rede und Antwort. Und im Saal saßen nicht nur etwa 150 Zuhörerinnen und Zuhörer, sondern auch ein Mann, um dessen Nachfolge es bei der Wahl auch geht: der amtierende Bürgermeister Hans Wilhelm Saul. Er tritt nicht wieder an. Wer wird sein Nachfolger?

NEZ-Redaktionsleiter Felix Weiper und sein Stellvertreter Ulrich Rohde konfrontierten zunächst Hendrik Golkowski (SPD), Lasse Weritz (CDU), Johannes Schmidt (Bürgerforum), Jutta Popp (Bürgergemeinschaft Hemmoor) und Axel Degwitz (Grüne) mit Fragen, die für die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung der Stadt von Bedeutung sind.

„Filetstück“ im Zentrum

Dazu zählte auch die künftige Nutzung und Vermarktung einer rund 2,3 Hektar großen Fläche an der Otto-Peschel-Straße, die die Stadt Hemmoor für rund 1,5 Millionen Euro erworben hatte. Was dort passiert? Das ist noch unklar. „Auf jeden Fall keine neuen Discounter“, meinte Lasse Weritz. Er sprach sich ebenso wie Jutta Popp für Einzelhandels- und Dienstleistungsgeschäfte sowie Wohnbereiche aus. Auch der soziale Aspekt – so Axel Degwitz – dürfe bei der Planung nicht vernachlässigt werden. Dass diese Fläche nicht planlos in Teilen veräußert werden dürfen, steht für Hendrik Golkowski („... es handelt sich um ein Filetstück mitten in der Stadt“) und Johannes Schmidt außer Frage. Beide plädierten dafür, einen externen Planer einzuschalten: „Wir dürfen die Fläche nicht einfach rasieren“, meinte Schmidt.

Von Autobahn profitieren?

Geplant wird auch außerhalb der Stadtgrenzen – und zwar der Bau der Küstenautobahn. Bleibt die Frage, wie und ob die Stadt von diesem Projekt profitieren kann. Aus Sicht von Lasse Weritz läuft die Stadt erneut Gefahr, absehbare Entwicklungen zu verschlafen. Während andere Kommunen zum Beispiel einen Wirtschaftsförderer eingestellt hätten, fehle in Hemmoor nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Autobahnbaus und möglicher Gewerbeansiedlungen ein solcher Ansprechpartner: „Wir müssen endlich agieren und nicht nur reagieren.“

Hendrik Golkowski sah das anders. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt, dass sie in wirtschaftlichen Fragen die richtigen Antworten finde. Für Axel Degwitz steht dagegen fest, dass Hemmoor keine Vorteile durch die Autobahn haben werde: „Die A 20 hat keinen Wert und keinen Nutzen.“

Einig waren sich die Politiker darin, dass endlich ein neuer Verkehrsplan für die Stadt entwickelt werden müsste, da sich die Verkehrsströme in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten deutlich verändert haben. Ein entsprechender Beschluss, einen solchen Plan zu entwerfen, hat der Rat zwar bereits vor längerer Zeit beschlossen. Passiert – so bemängelte Johannes Schmidt – sei aber seitdem nichts: „Das ist blamabel.“ Zumal dieser Plan eines der „größten Projekte mit Bürgerbeteiligung in der Stadt Hemmoor sein wird“. Jutta Popp plädierte in diesem Zusammenhang dafür, möglichst viele Nebenstraßen in „Tempo 30“-Zonen zu verwandeln.

Neue Feuerwehr-Struktur?

Ein Konzept soll auch für eine möglichst effektive Struktur der Feuerwehren in der Samtgemeinde entworfen werden. Für Golkowski und Popp kommt eine mögliche (und bereits diskutierte) Zusammenlegung der Feuerwehren in Althemmoor und Westersode nicht infrage. Bei diesem Thema wollten sich Schmidt, Degwitz und Weritz nicht festlegen lassen: Sie plädierten dafür, die gemeinsam mit der Feuerwehr zu erarbeitende Konzeption abzuwarten und erst dann Konsequenzen daraus zu ziehen.

Dass die Hemmoorer abseits der Küstenautobahn und der Feuerwehr aber auch noch ganz andere Themen interessieren, wurde in zahlreichen Fragen deutlich, bei denen es unter anderem um die Betreuung in den Kindertagesstätten, die Sicherstellung die Grundschulstandorte und die Sportförderung ging. Und auch Themen, die normalerweise nicht täglich im Fokus der Politik stehen, sprachen die Bürger an. So auch Heino Grantz: „Die kommunalen Friedhöfe sehen erbärmlich ungepflegt aus. Da müsst Ihr mal endlich wieder einen Friedhofswärter einstellen.“

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