Traditionsschiffe

Wieviel Bürokratie vertragen die Oldies?

05.11.2016

 „Falls es zu einem schweren Unfall kommt, werde die Öffentlichkeit fragen, was ich für die Sicherheit auf den Schiffen getan habe“. Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, verteidigte die von ihm wesentlich mitverantwortete neue Sicherheitsrichtlinie für Traditionsschiffe vehement.

„Bei der Sicherheit machen wir keine Kompromisse“, unterstrich der CDU-Politprofi in einer Diskussionsrunde mit Traditionsschiffern, die der Sender „Nordwestradio unterwegs“ am Donnerstag an Bord des Feuerschiffs „Elbe 1“ aufgezeichnet hat und die am 9. November zwischen 18.05 und 19 Uhr ausgestrahlt wird.

Hermann Lohse aus Cuxhaven, Jens Bode von der Schiffergilde Bremerhaven, Sail-Organisator Heino Tietjen und Knut Frisch von der GSHW, dem Dachverband der Vereine, die die meisten der 120 deutschen Traditionsschiffe betreiben, hielten dagegen. Sie kritisierten die Gesetzesvorlage in großen Teilen als überzogen und nicht zielführend. Statt tatsächlich für mehr Sicherheit für die Besatzungen und die mitfahrenden Passagiere zu sorgen, würden bürokratischer Aufwand und Kosten in einer Weise in die Höhe getrieben, dass die Vereine den ohnehin aufwendigen Betrieb der Schiffe wegen der zu erwartenden Mehrkosten nicht mehr stemmen könnten.

Lohse nannte den Betrag von 50 000 Euro, der für zusätzlichen Feuerschutz auf der Brücke der „Elbe 1“ aufgewendet werden müsste. Dazu kämen Kosten von insgesamt rund 10 000 Euro für Kälteschutzanzüge für jedes Besatzungsmitglied, und immer wieder neue Auflagen der prüfenden Seeberufsgenosssenesschaft, die finanziell inzwischen kaum noch zu stemmen seien. Dabei sei der Betreiberverein als gemeinnützig anerkannt, weil er sich die Erhaltung des nationalen maritimen Erbes kümmere.

Das Problem: die Vorschriften orientierten sich an den Vorgaben der Berufsschifffahrt, die jedoch unter anderen Bedingungen Passagiere beförderten, gab Lohse zu bedenken. So dürften die maritimen Oldtimer nur bei gutem Wetter und nur in Küstennähe fahren. Der Cuxhavener SPD-Landtagsabgeordnete Uwe Santjer empfahl, die Sicherheitsrichtlinie nicht, wie geplant, im Januar 2017 in Kraft zu setzen, sondern der Empfehlung der fünf Küstenländer zu folgen und einen praktikablen Kompromiss zu suchen.

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