Wo Individualität ganz im Vordergrund steht

12.04.2005

Nach 60 Jahren in der City schließt das Modehaus Jelden bald seine Pforten

mr. - Ein ganzes Stück Cuxhavener Einzelhandelsgeschichte hat Frauke Calogirou mitbegleitet. Schweren Herzens wird sie demnächst das traditionsreiche Modehaus Jelden an der Holstenstraße schließen.

1980 hatte sie zusammen mit ihrem Mann Spyros Calogirou das von ihrer Mutter gegründete Geschäft übernommen. Fortan bildete das Ehepaar Calogirou ein Gespann, das mit einem feinen Gefühl für Trends auf Modemessen in Düsseldorf und im Ausland für die Cuxhavener Kundinnen auf die Suche nach der Mode ging, die sie suchten: Individuelle Stücke von feinster Qualität.

Die Mode kam beispielsweise von Bogner - Mutter Gerda Jelden hatte bereits die erste Sportkollektion von Rosi Bogner gekauft -, von Jobis oder von Jil Sander, aber nicht mehr, nachdem diese ihre Firma verkauft hatte: "Das war dann eine andere Handschrift", erklärt Frauke Calogirou.

Sie selbst hatte nach der Schulzeit eine Ausbildung zur Schneiderin absolviert; wie ihre beiden Schwestern sollte auch sie zunächst etwas Handfestes lernen. Dann aber zog es sie hinaus in die Welt: Sie wurde Stewardess bei der Fluggesellschaft TWA, lebte 20 Jahre mit ihrer Familie im Ausland. Ihren Mann, einen gebürtigen Griechen, hatte sie in Madrid kennen gelernt, wo dieser in einem Hotel arbeitete.

Im Jahr 1980 erfolgte der Sprung zurück nach Cuxhaven, wo sich Mutter Gerda Jelden mit ihrem Modehaus einen Namen gemacht hatte. Begonnen hatte diese Geschichte mit dem Verkauf von allem, was sie durch ihre Kontakte nach Hamburg ergattern konnte: Sicherheits- und Stecknadeln, Meterware und Perlmuttknöpfe. Auch Schneiderinnen und Strickerinnen wurden beschäftigt.

Das Geschäft verfügt bis heute über zahlreiche Stammkunden, die stets die große Beständigkeit in dem unabhängigen Einzelhandelsgeschäft schätzten.

Nun, nach ihrem 65. Geburtstag, hat sie sich entschlossen, die Pforten des Modehauses zu schließen. Zu ihrem Bedauern scheiterte eine Geschäftsübergabe an eine interessierte Nachfolgerin an gesetzlichen Vorgaben: Da diese dazu verpflichtet gewesen wäre, das Geschäft mit allen "Rechten und Pflichten", also auch mit dem gesamten Personal, zu übernehmen, verzichtete die Interessentin schlussendlich.

Nun ist die berufliche Zukunft für alle fünf Mitarbeiterinnen ungeklärt. "Das ist natürlich eine traurige Sache", sagt ihre Chefin.

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