Zwei Schwanzmeisen stillen ihren Appetit an einem Meisenknödel. Foto: NABU
Jeder kann mitmachen

Zählaktion im Kreis Cuxhaven: Elfte "Stunde der Wintervögel"

07.01.2021

KREIS CUXHAVEN. Im Kreis Cuxhaven steht die elfte "Stunde der Wintervögel" des NABU an. Nach dem Meisensterben besteht die Hoffnung auf Bestandserholung.

Am kommenden Wochenende ist die bundesweite Vogelzählung am Futterhaus, eine Aktion des Naturschutzbundes (NABU), die wie für den Lockdown gemacht scheint. Schließlich geht es darum, coronagerecht vom Fenster aus die Futterstelle im Garten oder auf dem Balkon zu beobachten und die Vogelarten zu zählen. Wohl dem, der trotz lauen Wetters der vergangenen Wochen schon für die "Stunde der Wintervögel" angefüttert hat.

Wer mitzählt, tut nicht nur etwas für die Vogelwelt und verschafft den Fachleuten einen besseren Überblick. Passionierte Vogelbeobachter wussten es zwar schon immer, nun liefern das Senckenberg Institut, das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und die Universität Kiel den wissenschaftlichen Beweis: Nach ihrer Studie sollen zehn Prozent mehr Vögel im Umfeld die Zufriedenheit mindestens genauso steigern, wie ein vergleichbarer Zuwachs des Einkommens.

Je mehr, desto besser

"Das Vogelgucker-Virus ist endlich mal eines, das ungefährlich ist. Mich hat es auch infiziert", sagt Francesco-Hellmut Secci vom NABU, "allenfalls drolliges Verhalten bei der Sichtung eines Vogels ist die Folge." Bereits zum 11. Mal ruft der NABU zur Vogelzählung auf. Und wieder gilt: Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse. "An Deutschlands größter ,Citizen science‘-Aktion kann sich jeder beteiligen und eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zählen und anschließend dem NABU melden", betont Secci. "Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus, gerne auch vom Fenster, wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die man im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachtet", erklärt der Naturschützer die Vorgehensweise.

Wer unsicher ist, findet unter der Meldeseite www.NABU.de jede Menge Bilder und Beschreibungen der Vögel und sogar einen Vogeltrainer. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer (08 00) 115 7 115 geschaltet. Bei der vorigen Vogelzählung im Januar 2020 beteiligten sich bundesweit über 143 000, davon auch hunderte Vogelfreunde aus der Elbe-Weser-Region. Der Spatz ergatterte bundesweit den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in den Gärten. Kohl- und Blaumeise folgten auf Platz zwei und drei.

Blaumeisen im Fokus

In diesem Jahr warten die Vogelexperten mit Spannung auf die Ergebnisse zu den Blaumeisen. Diese hatten im Frühjahr erheblich unter einer vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelösten Epidemie, dem sogenannten Meisensterben, gelitten. Viele Gartenbesitzer machten sich daher große Sorgen um ihre Lieblingsmeisen. "Auch in unserer Region schlug der Erreger des Meisensterbens zu. Wir bekamen Meldungen von vielen besorgten Vogelfreunden", berichtet Francesco-Hellmut Secci.

Nun hofft der NABU, dass die Meisen die Verluste durch ihre Bruten im Sommer zumindest teilweise ausgleichen konnten. Experten sind gespannt, ob der Effekt der Epidemie auch im Winter noch spürbar ist und wie sich der Blaumeisenbestand über die nächsten Jahre einpendelt.

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