Achtlos weggeworfene Kippen sind auch in Otterndorf ein großes Ärgernis. Die Otterndorfer SPD fordert deshalb eine Kampagne gegen Zigarettenstummel. Foto: Mangels
Großes Ärgernis

Zigarettenreste: Was tun gegen die Kippen in Otterndorf?

von Christian Mangels | 17.08.2019

OTTERNDORF. Achtlos weggeworfene Kippen sind auch in der Medemstadt ein großes Ärgernis. Für die Otterndorfer SPD ist das nicht länger hinnehmbar.

Zigarettenreste sind nicht nur unschön, sondern enthalten auch Gift - trotzdem werden sie achtlos auf die Straße, den Gehweg oder in die Natur geworfen. Die Otterndorfer SPD hat genug von den herumliegenden Stummeln - und fordert eine "Kampagne gegen Zigarettenkippen".

Zigarettenkippen in Otterndorf sind ein Problem

Wenn der Glimmstängel aufgeraucht ist und sich in unmittelbarer Nähe kein Mülleimer befindet, ist es schnell passiert: Die Kippe landet auf dem Boden. Und bleibt dort. Ein Verhalten, bei dem sich wohl beinahe jeder Raucher schon erwischt hat. Auch in der Medemstadt ist der Boden mal mehr, mal weniger mit orangefarbenen Filtern und Tabakresten gesprenkelt. Dabei ist es in Otterndorf im Grunde einfach, sich ordnungsgemäß zu verhalten - es gibt reichlich Mülleimer und Aschenbecher. Vielen Rauchern scheint das egal zu sein. Sie schnippen ihre Zigarettenreste an den Grünstrand, auf den Kirchplatz oder in den Stadtpark.

SPD will Maßnahmen ergreifen

Für die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Otterndorf ist das nicht länger hinnehmbar. "Wir halten ein gezieltes Vorgehen gegen die widerrechtliche Entsorgung von Zigarettenkippen für unabdingbar", sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Malte Hinck.

Giftstoffe verunreinigen Grundwasser

Achtlos weggeworfene Glimmstängel seien weit mehr als nur ein ästhetisches Problem. Eine Zigarettenkippe enthalte außer Nikotin zahlreiche weitere Giftstoffe und sei damit Sondermüll. "Nikotin erweist sich als wasserlösliches Gift und kann in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut werden", sagen die Otterndorfer Sozialdemokraten. Nur ein einziger Zigarettenstummel verschmutze mit seinen Rest-Giftstoffen rund 40 Liter Grundwasser. Es dauere Jahrzehnte, bis der Filter verrottet sei. "Kippen, einschließlich ihrer Gifte, verunreinigen die Meere und gelangen über Fische in die Nahrungskette."

Konkrete Forderungen

Angesichts dieser Umwelt- und Gesundheitsgefährdung "müssen Rat und Verwaltung der Stadt Otterndorf bemüht sein, hier signifikant Abhilfe zu schaffen", meint die SPD-Fraktion.

In ihrem Antrag an Stadtdirektor Harald Zahrte fordern die Sozialdemokraten konkret:

- das Aufhängen von Aufklärungsplakaten im Stadtgebiet und in den touristischen Bereichen.

- das Aufstellen beziehungsweise Anbringen von Zigarettenkippen-Behältern dort, wo Passanten und Touristen unterwegs sind. Schwerpunkte sollten nach Meinung der Sozialdemokraten der Strandbereich, die Freizeitgebiete und Parkplätze sein.

- die Einführung von so genannten "Kippendosen", die jeder Raucher mit sich führen kann und die mit einer Otterndorfer "Botschaft" versehen werden könnten.

- das Einbeziehen der Gastronomie, der Hotellerie und des Handels. Die Betriebe sollten Ascher oder "Kippendosen" vorhalten und mit Aufklärungsflyern beziehungsweise -plakaten informieren, so die SPD.

Unterstützung im Otterndorfer Stadtrat

Die CDU/FDP-Gruppe im Otterndorfer Stadtrat reagierte wohlwollend auf den SPD-Vorstoß: "Wir unterstützen es, wenn Müll reduziert wird und begrüßen daher grundsätzlich die Idee unserer Ratskollegen", sagte Gruppensprecher Steffen Matzner (CDU) im Gespräch mit unserer Zeitung. "Wir werden den Antrag, sobald er vorliegt, in unserer Gruppe beraten und bringen umsetzbare Ansätze gern mit auf den Weg."

Christian Mangels

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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