Umweltminister Olaf Lies (Mitte) im Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Uwe Santjer (links) und dem Landwirt Gerd Oncken aus Leer. Foto: Helfferich
Naturschutzstationen

Zum Jubiläum schaut der Minister rum

von Redaktion | 11.11.2018

WISCHHAFEN. Vier Naturschutzstationen sorgen in Niedersachsen für die Umsetzung der Naturschutzziele des Landes in großflächigen Naturschutzgebieten.

Drei davon tun dies bereits seit 25 Jahren; auch die Naturschutzstation Unterelbe in Freiburg. Zur Jubiläumsfeier kam Umweltminister Olaf Lies nach Wischhafen.

Das Jubiläum der drei vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) betriebenen Stationen am Dümmer, an der Unterelbe und am Fehntjer Tief wurde im Wischhafener Fährhaus von Naturschützern und ihren Partnern aus ganz Niedersachsen gefeiert.

Olaf Lies hob die Bedeutung der Präsenz der Landesnaturschützer in der Fläche hervor und lobte die enge Verzahnung mit regionalen Akteuren.

"Niedersachsen hat eine abwechslungsreiche und schützenswerte Natur- und Kulturlandschaft zu bieten", so Lies während der Feierstunde. Die Elbmündung als flächenmäßig größtes Ästuar im deutschen Nordseeraum, den Dümmer als zweitgrößten Binnensee im Land und die bedeutsamen Niedermoorlandschaften im Fehntjer Tief. Im Bemühen um deren Erhalt sei die Vor-Ort-Präsenz der Landesverwaltung ein wichtiger Baustein, so Lies vor etwa 60 Gästen.

Bei der Wahl der Standorte für die ersten Naturschutzstationen standen vor 25 Jahren vor allem jene Gebiete im Fokus, die nicht nur für den Naturschutz Bedeutung hatten. Es waren auch Flächen, in denen eine kontinuierliche Betreuung vor Ort besonders wichtig war.

Ob Fehntjer Tief-Niederung, Elbe-Ästuar oder Erholungsraum Dümmer - überall in den drei Naturräumen, die zugleich wichtige Siedlungs-, Wirtschafts- oder landwirtschaftliche Kulturräume sind, waren in den vergangenen Jahrzehnten konkurrierende Interessen aufeinandergetroffen. Die Stärke der Naturschutzstationen vor Ort sei der direkte Kontakt mit den dort lebenden Menschen; in Kehdingen, insbesondere mit den Landwirten.

Der Umweltminister verwies außerdem auf die Elbvertiefung oder die Küstenautobahn A 20: "Hier wird greifbar, dass Naturschutzstationen auch in schwierigen Spannungsfeldern mit ihrer Fachkompetenz zu respektierten Ansprech- und Kooperationspartnern geworden sind." Er hatte vor der Feierstunde Krautsand besucht und sich über Kompensationsmaßnahmen informiert. "Hier wird die Brücke von der Wirtschaft zum Naturschutz geschlagen", so Lies, der bis zur Wahl 2017 Wirtschaftsminister war.

Olaf Lies forderte die gesellschaftliche Akzeptanz des Naturschutzes ein. Wetterereignisse und Insektenschwund zeigten, dass auch bei der Wirtschaft Handlungsbedarf bestehe. "Investitionen in Umwelt und Naturschutz bilden einen Mehrwert", so Lies, das zeigten die Erfolge der drei Naturschutzstationen. So haben sich gerade im Kehdinger Bereich die Bestände gefährdeter Brutvogelarten wie Uferschnepfe, Kiebitz und Rotschenkel, durch Verbesserung des Wasserhaushaltes weitgehend stabilisiert, berichtete Michael Heinze von der Freiburger Naturschutzstation.

Die Naturschutzstationen des Landes Niedersachsen

Die drei Naturschutzstationen am Fehntjer Tief, an Dümmer und Unterelbe sind 1993 eingerichtet worden, um eine qualifizierte und intensive Betreuung dieser Schwerpunkträume des Naturschutzes in Niedersachsen sicherzustellen und die Präsenz des Landes vor Ort zu stärken. Ihre Hauptaufgaben liegen in der Pflege und Entwicklung landeseigener Naturschutzflächen und der fachlichen Beratung und Vernetzung der Akteure im Naturschutz vor Ort.

Zu den zu betreuenden Flächen der Naturschutzstation Unterelbe in Freiburg gehören das FFH-Gebiet Unterelbe mit einer Fläche von 12 662 Hektar, das Vogelschutzgebiet Unterelbe mit 16 715 Hektar und etwa 2200 Hektar Naturschutzflächen in öffentlicher Hand. Dabei sind die lokalen Schwerpunkte das "LIFE-Projekt Wiesenvögel", die flexible Grünlandsteuerung und ein Integrierter Bewirtschaftungsplan für das Elbeästuar (IBP Elbe).

Seit 2016 besteht mit der Naturschutzstation Ems eine vierte Naturschutzstation des Landes.

Von Susanne Helfferich

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