Hafenwirtschaft

Cuxport: Schon 2 Millionen BMW von Cuxhaven nach GB verschifft

von Thomas Sassen | 30.08.2019

CUXHAVEN. Innerhalb von 15 Jahren hat das Cuxhavener Hafenumschlagsunternehmen Cuxport zwei Millionen BMW-Neuwagen nach Großbritannien verschifft. 

Kurz bevor die RoRo-Fähre am Donnerstagmittag in Richtung England ablegte, steuerte Cuxport-Mitarbeiter Timo Heinrich einen dunkelblauen BMW der Achterbaureihe an Bord der "Jutlandia Seaways" der Reederei DFDS. Der Bedeutung war er sich bewusst: Es handelte sich um den zweimillionsten BMW, der innerhalb von 15 Jahren in Cuxhaven verschifft wurde. Ein Meilenstein für alle Beteiligten.

Feier in Cuxhaven

Zahlreiche Ehrengäste und Medienvertreter verfolgten das von Cuxport gebührend gefeierte Ereignis. "Wir feiern heute eine Geschichte, die 2004 mit dem damaligen Geschäftsführer Heinrich Ahlers und Vertretern der DFDS und der Bahn begann", erinnerte Cuxport-Geschäftsführer Peter Zint. Gemeinsam war es damals gelungen, dem belgischen Hafen Zeebrügge den wichtigen Kunden abzujagen. Die Verträge wurden inzwischen mehrfach verlängert, was beweise, so Zint, dass das Cuxport-Team von heute 220 festangestellten Mitarbeitern den Premiumkunden zufriedengestellt habe.

300 000 Pkw pro Jahr

Das Geschäft mit BMW, das mit 80.000 Autos jährlich begann, sei bei Cuxport der Katalysator für den Umschlag von Automobilen gewesen, der inzwischen ein Volumen von 300.000 Fahrzeugen aller Marken angenommen habe. Und die Weichen für eine weitere positive Entwicklung, die Zint auch durch den Brexit nicht ernsthaft in Gefahr sieht, seien gestellt. Nach der Fertigstellung von Liegeplatz 4 hat sich NiedersachsenPorts zügig an die Planung für einen Lückenschluss mit den Liegeplätzen 5, 6 und 7 gemacht. 

Geplanter Ausbau 

Niederlassungsleiter Knut Kokkelink hofft, dass das Planfeststellungsverfahren schon bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen ist. Spätestens zwei Jahre später könnte mit dem Bau begonnen werden, bei dem sinnvollerweise in einem Zuge die gesamte Länge von 1,3 Kilometer Kaianlage erstellt werden sollte, um Kosten zu sparen. Mit dem geplanten Ausbau wird die Kapazität auf das Doppelte des heutigen NPorts-Terminals erweitert. 

Investitionskosten von rund 200 Millionen Euro

Der Mehrzweckterminal werde auch für den Umschlag von Containerschiffen ausgelegt. Die Investitionskosten beliefen sich auf rund 200 Millionen Euro, ohne die Suprastruktur in Form von Kränen und Containerbrücken. Ein Landstromanschluss würde für den Anfang nicht mit eingeplant. Aus Kostengründen und weil es derzeit keine normierten Anschlüsse in der europäischen Frachtschifffahrt gebe.

Fähre mit 22 Stunden Fahrzeit

Im Wechsel mit der "Finnlandia Seaways" geht täglich eine RoRo-Fähre von Cuxhaven nach Immingham. Knapp 60 Stunden dauert ein Umlauf mit einer Fahrzeit von je 22 Stunden. Das 186 Meter lange Schiff ist mit zwei Maschinen von insgesamt 22 000 PS ausgestattet.

Zwei Schiffe gleichzeitig

Kapitän Andrey Makeev lobte die Cuxhavener Hafenanlage, die im Gegensatz zum Hafen von Immingham am Fluss Humber mit seiner sehr engen Schleuse, bei jedem Wetter leicht anzulaufen sei. Beladen war die Fähre aktuell mit rund 300 BMW und zahlreichen Lkw und Trailern ohne Motorfahrzeug. Während die DFDS mit ihren beiden Schiffen Immingham in Mittelengland anläuft, steuerte nur ein paar Stunden später die "Prometheus Leader" der Reederei NYK den Hafen von Southampton in Südengland an.

Cuxport ist auf Brexit vorbereitet

Cuxport-Geschäftsführer Peter Zint sieht den Cuxhavener Hafenumschlag gut vorbereitet auch für den Fall eines ungeregelten Brexits. Das betreffe sowohl die internen Abläufe als auch die dann notwendig werdende Abfertigung der Fahrzeuge und Lkw, die auf dem Weg von und nach Großbritannien die EU-Außengrenze passieren. Cuxhaven sei auf jedes Szenario eingestellt. Gleichzeitig verspricht sich Cuxport sogar Vorteile gegenüber anderen Hafenstandorten, falls es beispielsweise auf der Fährlinie Dover - Calais zu längeren Wartezeiten und Staus aufgrund der Zollabfertigungen kommen sollte. Der Weg für Frachttransporte via Cuxhaven sei dagegen zeitlich besser kalkulierbar.

BMW-Exporte nach Großbritannien sind rückläufig

Gleichwohl seien Exporte von BMWs nach Großbritannien in den vergangenen zwei Jahren zurückgegangen. Das ist in der Hauptsache eine Folge des Verfalls des britischen Pfunds. Die isländische Reederei Samskip hat Cuxhaven in einen zweiten Liniendienst eingebunden, der von Norwegen über Hamburg nach Cuxhaven führt.

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Thomas Sassen

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

tsassen@no-spamcuxonline.de

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