Birgit Lüders, Joachim Büchsenschütz, Helle Vanini, Bettina Schirmer-Westerberg, Carmen Stelzer (v.l.) und (nicht im Bild) Beate Rempe von der AWO Soziale Dienste Bezirk Hannover gGmbH berichteten über den neuen Weg der Ausbildung. Foto: Reese-Winne
Neues Kita-Gesetz greift

Kita-Ausbildung in Cuxhaven: Finanzielle Anreize für Quereinsteiger

von Maren Reese-Winne | 03.02.2023

Auch in Stadt und Kreis Cuxhaven leiden die Kindertagesstätten unter chronischem Personalmangel. Doch auch im leergefegten Markt gibt es Lichtblicke. Finanzielle Anreize für Quereinsteiger bietet ab diesem Jahr das neue Kindertagesstättengesetz.

Interessierte, die teils  aus anderen Berufsfeldern kommen und sich verändern wollen, klopfen regelmäßig den Trägern an. "Das sind zum Beispiel Menschen, die nach der Schule - vielleicht auch durch den Einfluss der Eltern oder andere Beweggründe - zunächst eine andere Ausbildung absolviert haben und nun merken, dass sie sich in der Branche doch nicht wohlfühlen", erklärt Helle Vanini, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Kindertagesstätten in Cuxhaven. Viele habe bei der Berufswahl früher auch die Aussicht auf die vierjährige unbezahlte Erzieherausbildung abgeschreckt.

"Das sind Menschen, die diesen Beruf wirklich bewusst wählen"

Auch Joachim Büchsenschütz, Leiter der Abteilung Kindertagesstätten beim Deutschen Roten Kreuz Cuxhaven-Hadeln, kennt dieses Phänomen von den zahlreichen Quereinsteigern und Quereinsteigerinnen, die allein in den DRK-Kitas angekommen sind: "Das sind Menschen, die diesen  Beruf wirklich bewusst wählen. Das ist bemerkenswert, deshalb unterstützen wir sie auch intensiv."  "Es ist wichtig, dass wir alle Kanäle ausschöpfen können", ergänzt Birgit Lüders, pädagogische Geschäftsleiterin des evangelisch-lutherischen Kindertagestättenverbands Cuxhaven. "Auch wir bekommen immer wieder Anfragen von Interessierten, die als pädagogische Hilfskräfte einsteigen möchten und verweisen dann gerne auf die berufsbegleitende Ausbildung an den BBS Cuxhaven."

Dort gibt es inzwischen mehrere Wege auf dem Weg zu einem Abschluss, der den Weg zur Arbeit in der Kita ebnet. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Ausbildung zum sozialpädagogischen Assistenten oder zur sozialpädagogischen Assistentin (SPA, früher "Sozialassistent"). Diese zweijährige Ausbildung ist nach wie vor der erste Schritt der Erzieherausbildung und Voraussetzung zum Besuch der Fachschule für Sozialpädagogik, an deren Ende nach weiteren zwei Jahren der Abschluss als Erzieherin oder Erzieher steht. Aber auch der SPA-Abschluss stellt bereits einen eigenständigen Berufsabschluss dar. Diese Kräfte rücken insbesondere ins Rampenlicht, weil mit ihnen ab dem Kindergartenjahr 2027/28 schrittweise die Einführung der dritten Fachkraft in Kindergartengruppen umgesetzt werden soll.

Ab August 2023 stehen für eine berufsbegleitende Teilzeit-Qualifikation für sozialpädagogische Assistenten - so ist es im Kita-Gesetz verankert - bis zu 20.000 Euro jährlich pro Stelle bereit. Die Kita-Träger verpflichten sich damit, die Stellen in ihren Häusern zur Verfügung zu stellen. Mindestens 15 Stunden pro Woche umfasst der praktische Einsatz. Den passenden Lehrgang dazu bereiten gerade die BBS Cuxhaven vor.

Anmeldung möglichst bis zum 12. Februar

Wichtig wäre für die Planung, dass die Anmeldung möglichst vor dem 12. Februar erfolgt. Wer an einer Beratung informiert ist, möge sich bitte vorab per E-Mail an Studiendirektorin Carmen Stelzer wenden: E-Mail c.stelzer@bbs-cux.eu. "Informationen gibt es auch auf unserer Homepage", ergänzt Bettina Schirmer-Westerberg von den BBS Cuxhaven. Unter www.bbs-cux.de findet sich ein Informationsblatt zur Zweijährigen Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz in Teilzeitform. 

Alle Beteiligten heben den Wert der engen Zusammenarbeit zwischen den Trägern und den Berufsbildenden Schulen hervor: "Wir wollen für die Region so flexibel wie möglich aufgestellt sein", sagt Helle Vanini. Die Früchte dieser engen Kooperation könnten danach langfristig geerntet werden: "Das sind Menschen, die hier verwurzelt sind und hier bleiben wollen."

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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