Monika Mohr ist zum achten Mal als Sanitätshelferin auf dem Deichbrand im Einsatz. Foto: Werder
Monika Mohr ist zum achten Mal als Sanitätshelferin auf dem Deichbrand im Einsatz. Foto: Werder
Arbeiten wenn andere feiern

Als Sanitätshelferin auf dem Deichbrand - "Mutti Mohr" ist zum achten Mal dabei

von Märthe Werder | 17.07.2026

Ehrenamtlich und voller Leidenschaft: Monika Mohr ist als Sanitätshelferin auf dem Deichbrand Festival im Einsatz. Zwischen Notfällen und Konzerten erlebt sie einzigartige Momente und eine besondere Gemeinschaft.

Viele Menschen nehmen sich extra Urlaub, um zum Deichbrand Festival zu können. So auch Monika Mohr. Die 48-Jährige ist jedoch nicht zum Feiern da: Sie ist für die Johanniter als ehrenamtliche Sanitätshelferin von Freitag bis Sonntag auf dem Gelände unterwegs.

Seit acht Jahren ist die Altenwalderin bei den Johannitern und zum achten Mal ist sie dieses Jahr auf dem Deichbrand Festival in Wanhöden im Einsatz. Eingesetzt wird sie dieses Mal im Spätdienst im Infield und einen Tag im Zelt. "Im Infield laufen wir dann Streife. Also Rucksack auf, im Zweier-/Dreier-Team", erzählt sie. Wirklich vorbereiten könne sie sich nicht auf den besonderen Einsatz. Von Blasen, zu Verstauchungen oder Verbrennungen kann alles dabei sein. "Man muss halt gucken, was kommt."

Arbeiten aber auch Abfeiern

Die Johanniter sind vor Ort mit einem mobilen Krankenhaus und acht Unfallhilfestellen vertreten. Zudem laufen kleine Teams über das gesamte Gelände. Sie versorgen Leute bei Verletzungen oder wenn der Kreislauf schlappmacht: "Wir sind dann direkt zur Stelle." Das ideale Wetter beim Festival wäre für Mohr: "Nicht zu heiß, aber auch nicht zu nass."

Doch es ist nicht nur Arbeit. "Wir können uns aussuchen, welche Konzerte wir uns anschauen möchten", erklärt Mohr. Dafür werden die Helferinnen und Helfer dann freigestellt. Bei einem Act trifft man die 48-Jährige auf jeden Fall privat vor der Bühne, wie sie erzählt: "Scooter!" Doch auch abseits der Konzerte sei die Stimmung auf einem Festival für die Sanitätshelferin besonders. "Wir haben ganz viele Besucher, die an uns vorbeigehen und uns ein High Five geben und sagen: 'Schön, dass ihr da seid‘", schildert sie.

Die Johanniter sind mit einem mobilen Krankenhaus und acht Unfallhilfestellen auf dem Deichbrand vertreten. Foto: Werder

Wie eine große Familie

Die generelle Atmosphäre sei ansteckend: "Das zieht einen so richtig mit und macht Laune. Es macht immer wieder Spaß." Worauf sich die Altenwalderin besonders freut? "Die Gemeinschaft. Wir sind wie eine große Familie", schildert sie. Auf dem Festival sind oft dieselben Ehrenamtlichen dabei, so dass sie Leute aus Bremen oder Hannover wiedersieht. "Es sind viele im Team, die mich eigentlich nur Mutti Mohr nennen", erzählt sie lachend.

Abseits ihrer Arbeit als stellvertretende Pflegedienstleitung in einer Seniorenresidenz und dem Ehrenamt verreist Mohr gerne gemeinsam mit ihrem Partner. "Und ansonsten raus in die Natur und spazieren gehen - gerade hier am Wasser auch zur Nordsee hin."

Zu spät und dadurch am richtigen Ort

Ein Einsatz ist Monika Mohr besonders in Erinnerung geblieben: Sie und ihr Team waren eigentlich bereits zu spät auf ihrem Weg zum Deichbrand, als sie auf einen Unfall zugefahren sind. Ein älterer Herr wurde durch einen Kleintransporter von seinem Fahrrad geschleudert. Ihr Team versorgte den Mann, bis ein Rettungswagen kam und ihn in ein Krankenhaus brachte. "Er war Monate später nach der Reha wieder hier. Und er fährt wieder Fahrrad", erzählt sie. Normalerweise erhalten die Sanitätshelfer keine Rückmeldungen, wie es den Patienten nach den Einsätzen geht - daher war es für Mohr ein besonderer Moment.

Eins ist für die Altenwalderin klar in Bezug auf Deichbrand: "Solange ich das noch kann, werde ich es noch viele Jahre mitmachen!"

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Märthe Werder

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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