Manja Fritzsche und Heiko Gamlin wurden in Hemmoor für ihr herausragendes Engagement geehrt. Foto: Schröder
Manja Fritzsche und Heiko Gamlin wurden in Hemmoor für ihr herausragendes Engagement geehrt. Foto: Schröder
Empfang an der Oste

Für Mitmenschen im Einsatz: Stadt Hemmoor dankt Ehrenamtlichen

von Egbert Schröder | 15.05.2026

Einmal im Jahr dankt die Stadt Hemmoor ehrenamtlich Tätigen im offiziellen Rahmen. In dieser Woche war es wieder soweit: beim Jahresempfang der Stadt.

Auch in Hemmoor halten ehrenamtlich tätige Menschen die Gesellschaft und Gemeinschaft zusammen. So wie Manja Fritzsche und Heiko Gamlin: Beim Mai-Empfang der Stadt wurde ihr Einsatz in dieser Woche besonders gewürdigt. 

Stadtbürgermeisterin Sabine Wist, Verwaltungschef Jan Tiedemann sowie dessen Stellvertreterin Karina Kramer führten durch den Abend, bei dem die Ehrungen einen besonderen Stellenwert einnahmen. In jedem Jahr zeichnet die Stadt Bürgerinnen und Bürger aus, die sich für ihre Mitmenschen einsetzen. Dazu zählt auch Heiko Gamlin. Bereits im Alter von 23 Jahren hatte er ehrenamtlich Verantwortung im Hemmoorer Angelsportverein (ASV) übernommen. Seit  2008 ist er der Vereinsvorsitzende: "Das ist weit mehr als ein Amt. Es ist ein Einsatz, der Zeit, Kraft, Ideen und vor allem Verlässlichkeit verlangt", meinte Wist in ihrer Laudatio.

"Nicht lange fragen, sondern anpacken"

Mit 550 Mitgliedern sei der ASV der zweitgrößte Verein in der Stadt Hemmoor. Besonders wichtig sei Gamlin die Jugendarbeit: "Die Kinder und Jugendlichen lernen Gemeinschaft, Verantwortung und Gemeinsinn. Sie erleben, wie wichtig es ist, die Natur zu achten und füreinander einzustehen." Gamlins Engagement gehe aber weit über den ASV hinaus: "Ehrenamtliches Engagement lebt von Menschen, die nicht lange fragen, sondern anpacken. Von Menschen, die Verantwortung übernehmen, ohne sich in den Vordergrund zu stellen. Heiko ist so ein Mensch", so die Bürgermeisterin.

"Frau der Tat mit Herz und Hand"

Ihr Stellvertreter Jens Kleen würdigte in seiner Laudatio den Einsatz einer "Frau der Tat mit Herz und Hand für Hemmoor". Als tragende Säule der Migrationsberatung und Leiterin der Kleiderkammer "Stoffwechsel" sei Manja Fritsche oft die erste Anlaufstelle für Menschen in Not: "Ob es darum geht, Obdachlosen im Winter einen warmen Ort zu bieten oder ukrainische Geflüchtete bei ihren ersten Schritten in Deutschland zu begleiten - sie schenkt nicht nur Sachspenden, sondern vor allem Gehör und Würde." Ihre Arbeit ende nicht im Büro. Als Sportlotsin des SC Hemmoor nutze sie die "Kraft des Sports, um Inklusion und Integration lebendig werden zu lassen". 
Manja Fritzsche sei keine Theoretikerin des Zusammenhalts, sondern Praktikerin.

Rund 2000 Mitarbeiter bei "Portland"

Praktiker ist auch Heinz-Günter Wolf. Der Ehrenbürger der Stadt und Geschichtsexperte entführte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stadtempfangs in eine für Hemmoor besondere Epoche. In Wort und Bild zeigte er auf, wie bedeutsam die Zementproduktion für die Oste-Region gewesen sei. Der Abbau des Rohstoffes für die Zementherstellung sei viele Jahrzehnte lang in schwerer Handarbeit per Schaufel erfolgt. Erst später sei es zum industriellen Maßstab durch Maschinen gekommen. "Portland Cement" habe europaweit zu den größten Zementfabriken Europas gehört und zeitweise 2000 Mitarbeiter - darunter auch viele aus dem europäischen Ausland - beschäftigt. Das Unternehmen sei eines der ersten gewesen, die eine Betriebskrankenkasse eingeführt habe. Eigene Unterkünfte für die Belegschaft habe es ebenso gegeben wie ein Hospital. Mit dem Zement aus Hemmoor seien nicht nur Gebäude in Deutschland, sondern unter anderem auch in Brasilien und den USA errichtet worden. Auch der Sockel der Freiheitsstatue in New York sei durch das graue Gold aus Hemmoor entstanden.

Millionen-Investition in Althemmoor

Zurück in die Gegenwart holten Sabine Wist und Jan Tiedemann die Anwesenden des Empfangs, als sie einzelne Schlaglichter auf aktuelle Entwicklungen und Themen warfen. So verwies Tiedemann unter anderem darauf, dass die Samtgemeinde im Kindertagesstätten-Bereich verhältnismäßig gut aufgestellt sei. Zurzeit werde über die Schaffung einer weiteren Kita-Gruppe gesprochen: "Die Kinderzahlen in Hemmoor steigen an." Auch im Bereich der Grundschulen sei die Samtgemeinde im Vergleich zu anderen Kommunen gut gerüstet. Wie berichtet, läuft an drei der vier Grundschulen der Ganztagsschulbetrieb bereits. Althemmoor kommt hinzu: Dort wird die Schule gerade für 3,6 Millionen Euro ausgebaut. Ende 2027 sei mit der Fertigstellung zu rechnen.

Bürgermeisterin Sabine Wist wies in ihrer Rede insbesondere auf Initiativen hin, damit Kinder und Jugendliche stärker an demokratischen Entscheidungsprozessen beteiligt werden. Dazu diene auch der Kinder- und Jugendbeirat der Samtgemeinde Hemmoor, der vor einem Jahr gegründet worden ist und den Leo Stelling als Vorsitzender anführt. Er lud beim Empfang alle Interessierten dazu ein, am 19. September nach Hemmoor zu kommen. Dann findet im Rahmen des Weltkindertages ein Festival statt, um auf die Rechte von Kindern und Jugendlichen hinzuweisen.

Heinz-Günter Wolf sorgte für einen interessanten Rückblick, wie sich Hemmoor zur "Zementstadt" entwickelt hat. Bürgermeisterin Sabine Wist dankte ihm dafür beim Empfang der Stadt. Foto: Schröder

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