Jugendliche im Ihlienworther Jugendraum genießen kreative Aktivitäten und Tischspiele, bevor die Schließung im Juli droht. Foto: Paritätischer Cuxhaven
Jugendliche im Ihlienworther Jugendraum genießen kreative Aktivitäten und Tischspiele, bevor die Schließung im Juli droht. Foto: Paritätischer Cuxhaven
Ab Juli 2026 soll Schluss sein

Treffpunkt vor dem Aus: Warum der Jugendraum in Ihlienworth geschlossen werden soll

von Christian Mangels | 13.04.2026

Seit seiner Einrichtung im Jahr 2014 bietet der Jugendraum in Ihlienworth (Samtgemeinde Land Hadeln / Kreis Cuxhaven) jungen Menschen einen festen Anlaufpunkt. Nun plant die Samtgemeinde Land Hadeln, die Einrichtung zum 1. Juli 2026 zu schließen.

In Ihlienworth steht eine Veränderung in der Kinder- und Jugendarbeit bevor: Der Jugendraum im Ort soll nach Plänen der Samtgemeinde Land Hadeln zum 1. Juli 2026 geschlossen werden. So sieht es eine aktuelle Sitzungsvorlage der Samtgemeinde Land Hadeln vor. Der Beschlussvorschlag soll zunächst im Ausschuss für Jugend, Soziales und Senioren am Dienstag, 14. April 2026, beraten werden, bevor am Montag, 27. April 2026, der Samtgemeindeausschuss darüber abstimmt.

Der Jugendraum wurde im September 2014 eingerichtet und befindet sich in den Räumen der Grundschule Sietland. Träger ist der Paritätische Cuxhaven. Aktuell ist die Einrichtung an zwei Tagen pro Woche geöffnet und wird nach Angaben des Trägers durchschnittlich von rund zwölf Jugendlichen täglich besucht. Eine Fachkraft betreut das Angebot. Erst im Herbst 2025 wurde der Raum erneuert und an aktuelle brandschutzrechtliche Anforderungen angepasst. Die Kosten dafür trug die Samtgemeinde.

Der Jugendraum Ihlienworth bietet verschiedene Möglichkeiten, um Zeit zu verbringen. Archivfoto: Oliver Rusanov/www.revilovonasur.de

Hintergrund der geplanten Schließung ist die angespannte Haushaltslage der Samtgemeinde. Im Rahmen eines Haushaltssicherungskonzeptes wurde beschlossen, dass sich die Mitgliedsgemeinden künftig mit 50 Prozent an den Kosten der Jugendarbeit beteiligen sollen. Für Ihlienworth hätte dies für das Jahr 2025 einen Beitrag von rund 15.000 Euro bedeutet. Der Gemeinderat hat jedoch entschieden, sich nicht an den Kosten zu beteiligen. Auch im Haushaltsplan 2026 sind keine entsprechenden Mittel vorgesehen.

Mit Verweis auf die angespannte Finanzlage der Gemeinde erklärt Ihlienworths Bürgermeister Christian Roth die Entscheidung: "Irgendwann ist der Bogen einfach überspannt." Bereits jetzt beteilige sich die Kommune unter anderem am Wassertourismus sowie an den Betriebskosten der Turnhalle. Vor diesem Hintergrund habe der Gemeinderat einstimmig entschieden, von einer finanziellen Unterstützung der Jugendarbeit abzusehen. 

Der Jugendraum in Ihlienworth wurde im Jahr 2014 eröffnet. Archivfoto: Hülsmann-Prill

Raum soll künftig für den Ganztagsbetrieb genutzt werden

Nach Darstellung der Verwaltung ist ein Weiterbetrieb des Jugendraums unter diesen Bedingungen nicht möglich. Ohne die Beteiligung der Gemeinde fehle die finanzielle Grundlage für die Fortführung des Angebots. "Es wird daher vorgeschlagen, den Jugendraum Ihlienworth zum 1. Juli 2026 zu schließen und die erforderlichen vertraglichen Anpassungen mit dem Paritätischen Cuxhaven vorzunehmen", heißt es in der Sitzungsvorlage. Die Räumlichkeiten sollen künftig von der Grundschule Sietland im Rahmen des Ganztagsbetriebs genutzt werden.

Trotz der klaren Entscheidung des Gemeinderats bedauert Christian Roth die Entwicklung. "Es ist schon traurig. Der Paritätische macht einen Superjob", sagt der Bürgermeister. Gleichwohl sehe sich die Gemeinde angesichts der angespannten Haushaltslage außerstande, zusätzliche finanzielle Verpflichtungen zu übernehmen. Roth hofft, dass betroffene Jugendliche auf alternative Angebote innerhalb der Samtgemeinde, beispielsweise in Neuenkirchen oder Wanna, zurückgreifen können.

Auch Samtgemeindebürgermeister Frank Thielebeule äußert sein Bedauern darüber, dass es zu dieser Entscheidung gekommen ist. Er sehe sich dem vom Samtgemeinderat beschlossenen Haushaltssicherungskonzept verpflichtet, das eine Beteiligung der Mitgliedsgemeinden an den Kosten der Jugendarbeit vorsieht. Ziel bleibe es, die Jugendarbeit in der Samtgemeinde insgesamt zu sichern und möglichst bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

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