CNV Medien

Der Kühlwagen der Cuxhavener Tafel steht einmal die Woche in Cuxhaven, Otterndorf und Nordholz, um Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen.
Der Kühlwagen der Cuxhavener Tafel steht einmal die Woche in Cuxhaven, Otterndorf und Nordholz, um Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen.
Neues Hilfsangebot

Mobile Tafel Cuxhaven rollt nach Cadenberge, Otterndorf und Nordholz

von Wiebke Kramp | 14.10.2026

Die Mobile Tafel bietet wöchentlich lebensnotwendige Unterstützung für Bedürftige direkt vor Ort in Cadenberge, Nordholz und Otterndorf. Sie hat bereits zahlreiche Menschen erreicht. Möglich macht dies das ehrenamtliche Engagement lokaler Helfer.

Die Heckklappen des Kühlwagens stehen offen, dahinter hat sich in der Claus-Meyn-Straße vor dem Diakonischen Werk in Cadenberge eine Schlange gebildet. Hier macht neuerdings die Cuxhavener Tafel einmal die Woche Station - wie auch in Otterndorf und Nordholz. Die Mobile Tafel ist seit September das erweiterte Angebot, um noch direkter an die Bedürftigen zu gelangen, die es mangels Mobilität nicht nach Cuxhaven schaffen. Es sei - außer in Otterndorf - gut angelaufen, weiß Tafel-Vorsitzender Klaus Schnell.

Ralf Müller und Astrid Fiehn-Müller haben alle Hände voll zu tun. Buchstäblich. Sie gehen der Reihe nach durch, welche Lebensmittel sie auf der Ladefläche gelagert haben, fragen nach und füllen sie nach Zuruf die gewünschten Lebensmittel in die Tüten, die ihnen nach oben hingehalten werden. Der Ton ist freundlich und zugewandt. Von Hektik fehlt jede Spur. Die Aufgaben werden abgearbeitet. Seit morgens früh um sechs bis zum späten Nachmittag sind die Müllers an diesem Tag ehrenamtlich für die Tafel unterwegs.

Sie gehen auf individuelle Wünsche und Vorlieben der Kundschaft ein. Zuerst war die Überlegung, die Mobile Tafel mit vorgepackten Tüten zu bestücken. Aber das wurde von den Pragmatikern verworfen - nicht zuletzt auch, damit die Kundschaft auch das von ihr tatsächlich Erwünschte und Benötigte erhält und Lebensmittel nicht anschließend weggeworfen, also umsonst gerettet wurden. Das Aussuchen nach Wunsch sei zwar zeitintensiver, aber zielführender.

Die Schlange, die sich hinter dem Fahrzeug gebildet hat, ist lang. Doch jeder wartet ruhig und geduldig, bis er oder sie an der Reihe ist. So wie jetzt der 66-jährige Rentner. Er lässt sich unter anderem ein Paket Graubrot, Milch oder Joghurt in die mitgebrachte Tüte einpacken. "Das Angebot hier ist sehr gut", freut sich der Kunde der Mobilen Tafel in Cadenberge. Früher nutzte er den DRK-Shop in Hemmoor. "Aber ich habe kein Auto mehr und deshalb komme noch nicht dorthin." So ist er über das neue örtliche Angebot, von dem er durch Bekannte erfuhr, sehr willkommen. "Meine Rente ist nämlich ein bisschen knapp", verrät er und verstaut den Beutel mit Rosenkohl in der Einkaufstasche.

Angebot macht es den Menschen leichter

Es würden auch Waren in Märkten außerhalb Cuxhavens angefahren, daher möchte Klaus Schnell als Vorsitzender der Cuxhavener Tafel es Bedürftigen vor Ort vereinfachen, von den geretteten und gespendeten Lebensmitteln zu profitieren. Für viele sei es schließlich zu schwierig oder zu teuer, nach Cuxhaven zu kommen.

Mitarbeiter der Mobilen Tafel sind Ralf Müller und seine Frau Astrid Fiehn-Müller aus Neuhaus, Sigrun Petersen aus Otterndorf und Thomas Gollwitzer aus Nordholz. Einmal in der Woche halten sie mit dem Tafel-Fahrzeug in Nordholz, Otterndorf und Cadenberge.

Die Lebensmittelausgabe erfolgt an zuvor registrierte bedürftige Kundschaft, die entsprechende Nachweise vorgelegt hat. Für Cadenberge wurden 20 Berechtigungskarten herausgegeben, für Nordholz sind es 15, und nur in Otterndorf scheint die Mobile Tafel noch nicht so recht Fuß gefasst zu haben, dort sind lediglich drei Kunden registriert.

 Doch es sind weitaus mehr Menschen, die von den Lebensmittelspenden profitieren. "Well wir dort Familie mit vielen Kindern haben, versorgen wir insgesamt 50 Personen", rechnet Sigrun Petersen vor. Auf die spezifischen Bedürfnisse achten sie auch bei der Fracht, so nehmen sie gezielt für Familien größere Gebinde mit. In Nordholz kann die Mobile Tafel Räume der Kirche zur Ausgabe nutzen.

Nachdem die Tafel Cuxhaven ein neues 5,5-Tonnen-Kühlfahrzeug nicht zuletzt dank der Lidl-Stiftung habe anschaffen können, sei zunächst überlegt worden, ein Fahrzeug zu verkaufen. Dieser Plan sei wegen des neuen Angebotes aber verworfen worden.

Die Tafel Cuxhaven versorgt zurzeit insgesamt bei ihren Ausgaben am Heringskai am Cuxhavener Neuen Fischereihafen Cuxhaven sowie mobil 935 Personen, die aus 21 Ländern kommen. Deutsche bilden den Großteil, gefolgt von ukrainischen Geflüchteten. Zu den von der Tafel versorgten Menschen sind zum Beispiel 376 älter als 50 Jahre.  187 sind Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.

Tafel-Vorsitzender Klaus Schnell mit Sigrun Petersen und Ehepaar Müller, die die Mobil Tafel seit September mit Leben erfüllen.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Wiebke Kramp
Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

Lesen Sie auch...
Neue Informationen der Polizei

Schwerer Unfall auf der A27 bei Hagen: Fahrer läuft auf Gegenfahrbahn & wird erfasst

Tierquälerei in Loxstedt

Unbekannter verletzt Pferd im Kreis Cuxhaven - Tier muss eingeschläfert werden

Brandstiftung an Sattelzügen

Brandstiftung an A27: Mann meldet Feuer an vier Lkw - und ist wohl selbst der Täter

Mehr Stromtankstellen

Mehr E-Ladesäulen für Land Hadeln: Das steckt hinter den neuen Plänen