Neuer Verwaltungschef im Hemmoorer Rathaus: Klarer Gewinner, fairer Verlierer
Hendrik Lunden hat den "Heimvorteil" genutzt: Er setzte sich deutlich gegen seinen Mitbewerber um den Posten des hauptamtlichen Hemmoorer Samtgemeindebürgermeisters, Torge Krüger, durch.
Die Frage, wer künftig als hauptamtlicher Samtgemeindebürgermeister und damit Verwaltungschef im Hemmoorer Rathaus tätig sein wird, ist geklärt - und zwar durch ein eindeutiges Votum der Bürgerinnen und Bürger. Hendrik Lunden (parteilos) setzte sich deutlich gegen Torge Krüger (ebenfalls parteilos) durch. Ein strahlender Gewinner und ein fairer Verlierer - dieses Bild bleibt am Ende des Wahlabends.
Als Hendrik Lunden gegen 10.30 Uhr gemeinsam mit seiner Frau zur Stimmabgabe im Wahllokal an der Basbecker Grundschule eintrifft, schaut er doch etwas überrascht: Vor dem Wahllokal hat sich bereits eine lange Schlange von Wählerinnen und Wählern gebildet. Viele grüßen und kennen ihn. Kein Wunder: Lunden ist schließlich in Hemmoor geboren und aufgewachsen, lebt dort mit seiner Frau und den Kindern und engagiert sich in Vereinen (unter anderem im Vorstand des SC Hemmoor) sowie bei kommunalen Projekten. Eine Frau flüstert ihm zu: "Also meine Stimme hast du." Ein anderer schnappt sich Lunden und lässt sich mit ihm vor dem Wahllokal fotografieren.
Bis zum Abend Zeit für die Familie
Dann wird aus dem Kandidaten der einfache Wähler: Er lässt sich seine Wahlzettel aushändigen, setzt seine Kreuze und wirft die Zettel dann in die entsprechenden Wahlurnen. Das war's. Jetzt ist Zeit für die Familie, bis es am Abend zur SPD-Wahlparty in Hechthausen und zu einer Feier im Freundes- und Familienkreis geht.
Aber gibt's tatsächlich Stunden später etwas zu feiern? Als die Ergebnisse aus den ersten drei kleinen Wahlbezirken eintreffen, liegt er mit 56,71 Prozent zwar vorn. Doch das kann sich ja im Verlauf des Wahlabends noch ändern; tut es aber nicht. Bereits beim vierten Wahlbezirk kommt er auf deutlich über 60 Prozent. Am Ende holt Lunden 4604 Stimmen (63,42 Prozent), während Krüger 2655 Wählerinnen und Wähler hinter sich vereint (36,58 Prozent).
Vorgänger gratuliert seinem Nachfolger
Bei der SPD-Wahlparty im Schützenhaus in Hechthausen-Klint ist er "einfach sprachlos" angesichts des großen Vertrauensbeweises der Bevölkerung und bedankt sich zuerst bei seiner Frau für die "große Unterstützung in den vergangenen Monaten" während des Wahlkampfes. Lunden muss an diesem Abend viele Hände schütteln und Schulterklopfen aushalten. Unter den Gratulanten befindet sich auch sein Vorgänger als (noch amtierender) hauptamtlicher Samtgemeindebürgermeister, Jan Tiedemann. Er wünscht ihm alles Gute für seinen neuen Posten. Die letzte Begegnung der beiden auf dem politischen Parkett wird es nicht sein: Tiedemann wechselt wieder auf die andere Seite - als Politiker in die SPD-Samtgemeinderatsfraktion.
Krüger wollte Lunden persönlich gratulieren
Torge Krüger, den die CDU unterstützt hatte, erweist sich als fairer Verlierer. Er setzt sich noch am Abend ins Auto und fährt nach Hechthausen-Klint, um Hendrik Lunden persönlich zum Wahlerfolg zu gratulieren: "Doch leider habe ich ihn dort nicht mehr angetroffen, aber meine Glückwünsche durch Jan Tiedemann ausrichten lassen."
Er sei natürlich persönlich enttäuscht, dass er nicht gewonnen habe: "Aber das ist ja nun einmal so in unserer Demokratie. Das muss man akzeptieren. Wenn man sich zur Wahl stellt, kann man gewinnen oder eben auch verlieren."
Er habe die letzten Monate als eine besondere Erfahrung wahrgenommen, bedauere, dass er seine Ziele als Verwaltungschef nicht umsetzen kann, aber bedanke sich gleichzeitig auch bei den zahlreichen Menschen und Gruppen, mit denen er ins Gespräch gekommen sei und von denen er viel gelernt habe. "Ganz ehrlich: Wahlkampf kann Spaß machen, auch wenn man am Ende nicht gewinnt. Die Kommunikation ist so wichtig in unserer Gesellschaft", sagt Krüger, der jetzt wieder als Soldat tätig sein wird. (es/bb)
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