Nordholzer Marineflieger ab sofort unter neuem Kommando
Nordholz. Führungswechsel bei den Marinefliegern in Nordholz: Der scheidende Kommandeur Thorsten Bobzin gibt die Führungsrolle ab. Dafür übernimmt ein neuer Kommandeur.
Eigentlich stehe ihm der Sinn gar nicht nach Abschied, bekannte Thorsten Bobzin, nachdem die Angehörigen des Nordholzer Marinefliegerkommandos - Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilangestellte - in der zum Fliegerhorst gehörigen Halle 95 angetreten waren. "Ich kann schwer loslassen", sagte der 57-Jährige: Viel Positives hat er in seiner Nordholzer Zeit erlebt, in den vergangenen vier Jahren als Chef des Marinefliegerkommandos wurden seine Erwartungen in puncto Zusammenhalt, Einsatzbereitschaft und Engagement innerhalb der Truppe sogar übertroffen. "Vor 51 Monaten habe ich Sie gebeten, doch stets diesen einen Schritt weiter zu gehen", rief Bobzin, Kapitän zur See, den Kameradinnen und Kameraden in Erinnerung. "Das haben Sie getan!" Mit ein Grund, warum sich der scheidende Kommandeur nach eigenen Worten keine Sorgen um die Marineflieger macht. Auch, wenn er ab sofort nicht mehr so dicht dran sein wird, an den beiden in Nordholz stationierten Geschwadern. Auf Bobzin warten neue Aufgaben als Referatsleiter im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn.
Ein "Influencer" bekommt neue Aufgaben
In Nordholz wird man ihn vermutlich vermissen. Leitfigur, Richtungsweiser, ja auch "Influencer", sei Bobzin in seiner Rolle als Chef des Kommandos gewesen. Das brachte Konteradmiral Jürgen zur Mühlen (Kommandeur der Einsatzkräfte und Leiter der Abteilung Operation der Bundeswehr) während der von den Klängen des Heeresmusikzuges begleiteten Kommandoübergabe zum Ausdruck. Vor Abgesandten verbündeter Streitkräfte und vor Gästen aus Wirtschaft, Politik, Polizei und Rettungswesen sprach zur Mühlen unter anderem über die mit der russischen Invasion der Ukraine angebrochenen Zeitenwende. "Landes- und Bündnisverteidigung sowie Abschreckung (...) stehen nach 2014 erneut im Fokus der gesellschaftlichen und politischen Diskussion, aber mit deutlich stärkeren Impetus", so der Konteradmiral, der auf die besondere Bedeutung der durch Bundeskanzler Olaf Scholz angekündigten "Verstetigung des Verteidigungshaushaltes", aber auch auf die Bereitstellung zusätzlicher Mittel für den Wehretat aus dem Sondervermögen des Bundes hinwies. Letzteres sein notwendig, um die Streitkräfte "kaltstartfähig, flexibel, einsatz- beziehungsweise kampfbereit" zu halten.
"Fähigkeitslücken" ab sofort tabu
Der "Neue" an des Spitze des Marinefliegerkommandos sprach ebenfalls von einer veränderten Lage; eine Situation, in der sich die Bundeswehr zuvor hingenommene "Fähigkeitslücken" schlicht und ergreifend nicht mehr leisten könne. Er sei froh, dass man in Nordholz mit der Beschaffung der P-8A Poseidon in materieller Hinsicht "gerade noch die Kurve gekriegt" habe, betonte Broder Nielsen. Wichtiger als das Gerät seien allerdings die Menschen, fügte der Familienvater (59) hinzu. "Sie liebe Kameradinnen und Kameraden, sind es, auf die es ankommt", richtete Nielsen das Wort an seine im Hangar angetretenen Marineflieger. Ungeachtet einer eher düsteren geopolitischen Gesamtschau hielt der neue Kommandeur auch motivierende Töne für die Soldatinnen und Soldaten parat. "Diesem Land zu dienen ist etwas besonderes", sagte Broder Nielsen. "Und es ist super cool, das bei der Marine zu machen."
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