Neue Stadtratsgruppe für Otterndorf: Direktere Bürgerbeteiligung erwünscht
In Otterndorf formieren sich SPD und Grüne mit Dirk Grabau zu einer neuen Ratsgruppe, die Bürgerbeteiligung stärken und nachhaltige Stadtentwicklung fördern will. Im Fokus stehen Jugendprogramme, Kultur und Infrastrukturprojekte.
Die SPD und die Grünen in Otterndorf bilden mit dem Einzelbewerber Dirk Grabau im neuen Stadtrat eine Gruppe. Darauf haben sie sich nach entsprechenden Gesprächen mit dem parteilosen Einzelbewerber vor wenigen Tagen geeinigt, wie Malte Hinck (SPD‑Fraktionsvorsitzender) und Peter Martin Stelzenmüller (Grüne) gegenüber unserem Medienhaus bekanntgaben.
Dabei habe man auch künftige Themen auf die Agenda genommen und sich ebenfalls darauf verständigt, Claus Johannßen (SPD) bei seiner Wahl zum Bürgermeister zu unterstützen: "Wir freuen uns schließlich, dass er weitermachen will."
Rein rechnerisch sind Patt-Situationen möglich
Rechnerisch verfügt die neue Gruppe über zehn Ratssitze; davon entfallen sechs auf die SPD, drei auf die Grünen und einer auf den Einzelbewerber. Die CDU als stärkste Fraktion hat acht Sitze, die FDP, Die Linke und die AfD jeweils einen Sitz. Rein rechnerisch könnte es zu Patt-Situationen kommen.
Hinck und Stelzenmüller blickten in einem Pressegespräch auf die Ratsperiode zurück und verwiesen auf guten Umgang miteinander: "Wir waren zwar nicht immer einer Meinung, haben aber super zusammengearbeitet." Daran möchten sie anknüpfen. Aufgrund seines Urlaubs konnte Dirk Grabau nicht an dem Termin teilhaben, ließ aber ausrichten, welche Themen dem Ratsneuling am Herzen liegen. Das sei zu einem der Sportbereich sowie das Thema Straßenausbausatzung.

Direktere Beteiligung ausdrücklich erwünscht
Insgesamt möchte die SPD-/Grünen-/Grabau-Gruppe Bürgerinnen und Bürger enger an Beteiligungsprozessen teilhaben lassen. Das gelte besonders für junge Leute, die sie über unkomplizierte digitale Programme zum Mitarbeiten ermuntern möchten. Diesbezüglich möchten sie sich gut laufende Beispiele aus anderen Kommunen ansehen. Ebenfalls ins Auge fasste die Gruppe, ein eigenes Jugend- sowie Bürgerbudget einzuführen, das einen niederschwelligen Anreiz biete, gewünschte Dinge zu realisieren.
Ausdrücklich gestärkt werden solle der kulturelle Bereich. Die Kommunalpolitiker kündigten einen Kulturcheck an, um zu sehen, wo es Verbesserungsbedarf gebe, sowie ob und welche Angebote man zum Beispiel für die jüngere Generation schaffen kann. Als wichtig empfindet die Gruppe den Ausbau eines Nachhaltigkeitsmanagements und Investitionen in Spielplätze, besonders für Beschattungen. Beim Thema Straßenausbausatzung soll geschaut werden, welche Finanzierungsmöglichkeiten bestehen. Es werde eine ergebnisoffene Prüfung geben.
Auf der Agenda stehen der weitere Ausbau eines Radwegekonzeptes sowie in diesem Zusammenhang der Einsatz eines ehrenamtlichen Radverkehrsbeauftragten.
In den nächsten fünf Jahren möchte die Gruppe außerdem das Thema Wärmenetz auf freiwilliger Basis angehen sowie die Innenstadt aufwerten, zum Beispiel mit einem Trinkwasserbrunnen am Kirchplatz. Die Weiterentwicklung der Sportinfrastruktur in Absprache mit den Vereinen ist ebenfalls als Thema verankert.
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