Kulturstrand 2026 in Otterndorf: Seelandhallen ersetzen den Grünstrand
Rund 20 Veranstaltungen in vier Tagen: Der Kulturstrand 2026 in Otterndorf bot reichlich Stoff für kulturelle Entdeckungen. Auch die wetterbedingte Verlegung in die Seelandhallen bremste das Interesse nicht - Gäste aller Altersklassen kamen.
Ein Kulturstrand ohne Strand? Eigentlich schwer vorstellbar. In Otterndorf wurde genau das in diesem Jahr Realität. Wegen des Wetters musste das viertägige Programm kurzfristig vom Grünstrand in und an die Seelandhallen umziehen. Die Veranstalter tauften das Festival kurzerhand in "Kulturstrand wetterfest" um - und der neue Name hielt, was er versprach.
Denn das Publikum ließ sich von Wolken und Regenschauern die Lust auf Kultur nicht nehmen. Die Veranstaltungen waren gut besucht, Künstler und Gäste machten es sich in der Halle gemütlich. Und wann immer draußen die Sonne hervorkam, verlagerte sich ein Teil des Geschehens wieder ins Freie.

Besonders viel gab es für die jüngsten Besucherinnen und Besucher zu entdecken. Am Sonnabend konnten sie auf der Wiese hinter den Seelandhallen gemeinsam mit Käpt'n Hein und dessen treuem Gefährten Smudje ihr "Piratenpatent" ablegen. In der Zirkusschule Schwuppdiwupp von Jan Boris Bollhorn waren Geschick und ein wenig Mut gefragt: Einradfahren, Seiltanzen und Jonglieren standen dort auf dem Programm.
Windlichter basteln und Vogelhäuschen bauen
Auch abseits davon war für Kinder einiges vorbereitet. Sie konnten Windlichter basteln, Vogelhäuschen bauen oder sich mit Glitzertattoos schmücken lassen. Dazu kamen Kamishibai-Erzähltheater und das Figurentheater "Albin & Lila". Ein Spaß für die ganze Familie war das Bingo-Spiel des Kulturvereins Mahlwerk.

Ein besonderer Blickfang stand derweil auf dem Parkplatz vor den Seelandhallen: Dort hatte Familie Klüh ihr sieben Meter hohes Kettenkarussell "Ketten-Karlchen" aufgebaut. Am Sonnabend schaute außerdem die Otterndorfer Feuerwehr vorbei.
Begonnen hatte der Kulturstrand bereits am Donnerstag mit einem Filmabend. Zum Auftakt lief der Familienfilm "Die Schule der magischen Tiere 4", der sich vor allem an das jüngere Publikum richtete. Danach wurde es satirischer: In "Extrawurst" mit Hape Kerkeling und Christoph Maria Herbst standen gesellschaftliche Konflikte, pointierte Dialoge und Humor im Mittelpunkt.

Der Freitag gehörte zunächst der Musik. Das Singer-Songwriter-Duo "milou & flint" nahm das Publikum mit Liedern und Geschichten aus dem Hier und Jetzt mit auf Gedankenreisen. Die beiden in Hannover lebenden Künstler waren dabei keine Unbekannten in Otterndorf: Bereits vor neun Jahren hatten sie hier zum ersten Mal auf der Bühne gestanden. Mit verschiedenen Instrumenten, viel Charme und ihrer eigenen musikalischen Welt sorgten sie auch diesmal für einen stimmungsvollen Abend.

Anschließend wurde die Bühne zum Schauplatz eines Dichterwettstreits. Vier Künstler traten beim Poetry-Slam gegeneinander an. Moderiert wurde der Abend von Selina Seemann. Am Ende überzeugte Tim Jürgensen das Publikum. Der Slampoet, Sprecher und Schauspieler aus Kiel setzte sich mit einem Slam-Rap über das Handwerk durch. Für seinen Auftritt in Otterndorf hatte er sogar auf die Teilnahme an den Schleswig-Holsteinischen Poetry-Slam-Meisterschaften verzichtet - eine Entscheidung, die sich für ihn zumindest an diesem Abend auszahlte.
Auch am Sonnabend musste improvisiert werden. Nachdem das Hamburger Duo "Soulmates" kurzfristig abgesagt hatte, sprang Sänger und Gitarrist Karsten Rademacher aus Osterbruch ein. Danach präsentierte Marco Brüser aus Bremerhaven sein Programm "Durchstarten". Der Berufspilot, Zauberkünstler und Comedian verband Anekdoten aus der Luftfahrt mit Humor und Zaubertricks. Mit der Tüdelband endete der Kulturstrand am Sonntag ganz norddeutsch: Mire Buthmann und Malte Müller präsentierten modernen Pop auf Plattdeutsch - eingängig, melodisch und hörenswert.

Dass sich die Verlegung des Kulturstrands am Ende eher als organisatorische Herausforderung denn als Stimmungskiller erwiesen hatte, bestätigte auch Julia Heuer. Die Kulturbeauftragte der Stadt Otterndorf hatte das Programm zusammengestellt und zog nach den vier Tagen eine positive Bilanz. "Die Verlegung in die Halle hat der Stimmung überhaupt keinen Abbruch getan", sagte sie. Alle Gäste und Künstler, mit denen sie gesprochen habe, seien zufrieden gewesen.
Auch für das leibliche Wohl war rund um die Seelandhallen gesorgt. Mehrere Food-Trucks boten Snacks an. Der Soroptimist International Club Cuxhaven-Stadt und Land unterstützte den Kulturstrand mit einem Getränkestand und sammelte Spenden für das Projekt "Law4school", das Kinder und Jugendliche gegen Gewalt im Internet stärken soll.

CNV-Newsletter
Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.